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Was tun nach dem Abi?

Leipzig ist lässig

Ich hab ziemlich Glück, mein Praktikum gerade im Mai zu machen. Scheint der Monat mit den meisten Feiertagen zu sein, zumindest in Bayern. Also nicht, dass mir das Praktikum keinen Spaß machen würde, aber wenn man nur vier Tage die Woche arbeitet und schöne verlängerte Wochenenden hat, kann man tolle Ausflüge machen. Letztes Wochenende war ich in Leipzig.

Die ganze Aktion war recht spontan und ich hatte richtig Glück, dass meine Freunde Zeit für mich hatten. Das Paar, bei dem ich die ersten beiden Tage gewohnt habe, kenne ich aus Mexiko. Wir hatten uns fünf Monate nicht mehr gesehen, deshalb war es wunderbar, sich endlich wiederzutreffen und gemeinsame Erinnerungen aufzufrischen. Wir haben nett zusammen gekocht und anschließend das Leipziger Nachtleben getestet. Während die anderen am nächsten Morgen noch geschlafen haben, bin ich in die Innenstadt aufgebrochen, um auch diese zumindest ein bisschen zu sehen. Und sie ist richtig schön! Es gibt viele alte Häuser, unter anderem Auerbachs Keller, den ich aus Goethes Faust kenne. Am Abend bin ich zu einer anderen Freundin umgezogen, die ich noch länger nicht gesehen hatte: nämlich schon ein ganzes Jahr! Wir haben noch ein bisschen gequatscht und uns auf den neusten Stand gebracht. Am nächsten Morgen haben wir sehr gemütlich mit ihrer extrem netten Mitbewohnerin gefrühstückt und sind dann zur Uni gelaufen. Dort hatte sie eine Besprechung mit ihrer politischen Theatergruppe und ich habe die Zeit genutzt, mir noch den Stadtteil „Felsenkeller“ oder so ähnlich (die Haltestelle hieß zumindest so) anzusehen. Erinnert ein bisschen an Prenzlauer Berg in Berlin in klein. Unzählige Second-Hand-Läden, kleine Cafés und so weiter.

Leipzig erscheint mir allgemein recht alternativ angehaucht, aber ohne so angestrengt cool wie Berlin zu wirken. Vorsicht, ist alles nur meine persönliche Meinung! Aber ich fühle mich dort irgendwie wohl, niemand ist so wahnsinnig schick und die Leute wirken recht lässig. Wahrscheinlich könnte man hier auch im Schlafanzug auf die Straße, ohne aufzufallen – das entspricht mir als Modemuffel sehr. Was ich außerdem angenehm finde, ist, dass es scheinbar eine recht aktive politische Szene gibt.

Die Uni ist zwar keine Campusuni, aber trotzdem recht zentral gelegen und die Gebäude sind sehr schön und modern. Bei Medizin schneidet Leipzig in den Rankings nicht schlecht ab und die Medizinstudenten, die ich gefragt habe, waren auch recht zufrieden.

Also, alles in allem könnte ich mir sehr gut vorstellen, in Leipzig zu studieren, gerade auch weil die Stadt so grün ist. Allerdings lag der NC letztes Jahr bei 1,1. Das könnte knapp für mich werden.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  May 21, 2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
May 21, 2013

Was tun nach dem Abi?

Pflegepraktikum in der Gynäkologie/Inneren

Bereits im Januar, als ich in den USA war, habe ich mich bei einem Nürnberger Krankenhaus für ein Pflegepraktikum beworben. Einerseits war meine Lust auf das dreimonatige Praktikum zunächst nur mittelmäßig. Auf der anderen Seite gibt es mir einen Einblick in den Krankenhausalltag, wodurch ich mir besser vorstellen kann, wie das zukünftige Berufsumfeld aussieht. Außerdem muss im Rahmen des Medizinstudiums eh ein Pflegepraktikum absolviert werden.

Vor einer Woche bin ich also mittelmäßig motiviert zum Krankenhaus aufgebrochen. Bevor mich die Pflegeleitung auf Station – in meinem Falle die gynäkologische und innere – begleitet hat, habe ich mir noch meine Kittel geholt: ganz schicke blaue, über knielangen Kleidern.

Auf der A3, wie meine Station heißt, wurde ich extrem freundlich begrüßt und nach einer halben Stunde waren all meine Unlust und die negativen Vorurteile zum Thema Pflegepraktikum verflogen. Das Pflegeteam ist super nett und behandelt mich als Praktikantin wirklich freundlich. Man fühlt sich überhaupt nicht ausgenutzt und die Arbeit macht Spaß.

Da mir recht viel erklärt wird, ist die Arbeit spannend, und ich darf relativ viel machen. Etwa die Morgenrunde, die ich nach einer Woche schon fast alleine drehen kann. Hier werden bei allen Patienten die Vitalzeichen, also Puls, Temperatur und Blutdruck, gemessen. Ansonsten darf ich ab und an bei der Visite zusehen oder bei sonstigen Untersuchungen, wie beispielsweise der Lungenfunktionsuntersuchung. Auch die Übergabe der Schichten mitanzuhören ist sehr spannend. Dabei erfährt man etwas über die Krankheitsbilder der einzelnen Patienten und deren Behandlung.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch langweiligere Aufgaben wie Essen austeilen und einsammeln. Früher hätte ich gedacht, dass ich Patienten waschen, wickeln, lagern und füttern ganz grässlich finden würde, aber es ist nur halb so schlimm wie gedacht. Gerade wenn die alten Menschen noch ansprechbar sind und sich dann sogar bedanken oder einem ein Lächeln schenken, fühlt man sich für alles entlohnt. Wieder andere Patienten sind eigentlich noch ganz fit und brauchen nur bei kleineren Angelegenheiten Hilfe. Teilweise macht es mir sehr viel Spaß, ein bisschen Smalltalk zu halten.

Im Großen und Ganzen gefällt mir das Pflegepraktikum, obwohl acht Stunden täglich im Schichtdienst kein Zuckerschlecken sind. Das Tolle ist das wunderbare Pflegeteam, der Kontakt mit den Patienten und dass man am Ende des Tages weiß, was man gemacht hat.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  May 7, 2013
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
May 7, 2013

Was tun nach dem Abi?

Bin ich studierfähig?!

Wie ihr wisst, habe ich mich ja für Medizin an verschiedenen Hochschulen beworben. Über die Abiturbestenquote bin ich leider nicht mehr ausgewählt worden, dafür wäre in Bayern ein Schnitt von 1,2 nötig gewesen. Dafür bin ich an allen sechs Unis ins weitere Auswahlverfahren aufgenommen worden, sodass im Prinzip noch alles möglich war. Und so wurde ich schließlich auch von der Uni Münster zu deren sogenanntem „Studierfähigkeitstest“ eingeladen. Laut Uni Münster ist dieser dafür gedacht, neben intellektuellen Fähigkeiten eben auch soziale Kompetenzen abzuklopfen, die ja für den Arztberuf ebenso wichtig sind.

„Gut“, dachte ich mir „kann ja nicht schaden da mitzumachen!“. Doch dann sah ich das Datum: Mitten unter der Woche, einen ganzen Tag lang. Also was tun? Schließlich befinde ich mich ja immer noch im Pflegepraktikum, in dem ich auf knapp 40 Wochenstunden kommen muss. Glücklicherweise hatte die Stationsleiterin aber Verständnis und räumte mir den Tag frei, dafür muss ich dann halt das darauffolgende Wochenende durcharbeiten.

Die Vorbereitung auf den Test bestand für mich lediglich darin, ein Motivationsschreiben zu verfassen, in dem ich haarklein erklären sollte, weshalb ich der einzig geeignete Student bin. Schließlich war es so weit. 160 ziemlich nervös aussehende Mitstreiter standen da rum, von denen letzen Endes nur 80 genommen werden würden.

Nachdem alle erfasst waren, ging es an den zweiten von drei Test-Bestandteilen: den medizinisch-naturwissenschaftlichen Verständnistest. In 90 Minuten waren 60 Fragen aus den Themenbereichen Medizin und Biologie, zu kleinen Teilen aber auch Chemie und Physik, zu beantworten. Dabei war der Test so konzipiert, dass man kaum mehr als die Hälfte der Fragen korrekt würde beantworten können. Vermutlich liege ich selbst auch bei circa 50 Prozent. Ich muss allerdings sagen, dass ich mir Schlimmeres vorstellen kann, als unter lauter 1,0- bis 1,4-Abiturienten „nur“ im Durchschnitt zu liegen.

Der dritte, letzte und spannendste Teil des Studierfähigkeitstests waren kleinere „Rollenspiele“, in denen die Interaktion mit Patienten bewertet wurde. Von „Arzt-Patienten“-Gesprächen über handwerkliche Fähigkeiten wie dem Ausführen chirurgischer Knotentechniken (natürlich nur unter Anleitung) sowie Persönlichkeitstests war alles dabei. Jedoch wusste man nie, was tatsächlich bewertet wurde, damit ein „Verstellen“ der Bewerber ausgeschlossen werden konnte. Auf die Ergebnisse des Tests werde ich wohl noch etwas warten müssen, die Chancen stehen jedoch nicht ganz so gut, da die Abiturnote immer noch zu knapp 70 Prozent ausschlaggebend ist und ich mit 1,3 leider zu den schlechteren gehöre. Aber mal schauen, ich bin gespannt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  Mar 7, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
Mar 7, 2013