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Was tun nach dem Abi?

Zu Besuch in Gießen

Wem auch immer ich erzählt habe, dass ich bald nach Gießen fahre, konnte das nur schwer nachvollziehen. Das sei ja keine schöne Stadt! Ich hätte das Gerücht schon fast geglaubt, da mir meine Freundin, die dort wohnt, eine Postkarte mit einem ziemlich heruntergekommenen Haus geschickt hatte (allerdings nur aus Spaß!).

Trotzdem bin ich letztes Wochenende nach Gießen gefahren, und es hat sich herausgestellt, dass die Stadt gar nicht so hässlich ist! Schon allein deshalb, weil dort im Gegensatz meiner Heimatstadt die Sonne schien. Zugegeben, die Häuser sind zum größten Teil nicht die hübschesten, dafür hat die Stadt viele Parks und Grünflächen. Außerdem gibt es in Gießen Unmengen von Studenten, die das Stadtbild stark prägen. Angeblich ist der Studentenanteil hier sogar der höchste in Deutschland. Überall und ständig ist irgendwas los. Ob das nun „Gießen kocht“, die Theaterwoche der Schauspielstudenten, ein Konzert oder sonst irgendwas ist, in Gießen wird einem nicht langweilig.

Aber Langweile wäre eh nicht aufgekommen, denn wir hatten viel zu besprechen und meine Freundin wollte mir sehr viel zeigen. Beispielsweise das Café, das sie zusammen mit ihrer Schwester und noch zwei Freundinnen führt. Ich war schon sehr gespannt, es endlich mal zu sehen! „Kü-Che“ ist sehr gemütlich eingerichtet und man erhält dort gegen eine Spende Kaffee und Kuchen. Wenn ich in Gießen wohnen würde, wäre dieses Café mein zweites Wohnzimmer!

Außerdem habe ich noch eine Freundin getroffen, mit der ich in Mexiko und Guatemala unterwegs war. Sie macht gerade ein Praktikum beim Fernsehen in Mainz und konnte mir ziemlich viel über die Entwicklungen in der deutschen Politik erzählen. Im Moment weiß ich nämlich noch gar nicht so recht Bescheid, was politisch eigentlich in Deutschland so los ist.

Das Wochenende in Gießen hat mir also ziemlich gut gefallen. Meine Bewerbung für den Medizinstudienplatz habe ich aber leider schon vor einer guten Woche abgeschickt. Gießen habe ich wegen seinem unberechtigt schlechten Ruf gar nicht in die Präferenzenliste aufgenommen. Fast ein bisschen schade!

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  Jun 13, 2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
Jun 13, 2013

Was tun nach dem Abi?

Hin und weg

Vor nicht mal einer Woche bin ich in Kalabrien, der südlichsten Provinz auf dem italienischen Festland, angekommen und morgen werde ich schon wieder abreisen. Aber am besten erzähle ich alles von Anfang an: Von meinen neuen Gastgebern wurde ich überaus freundlich empfangen. Erst einmal ging es vom Flughafen ins Krankenhaus, da der Großvater der Familie momentan gesundheitliche Beschwerden hat. Danach fanden sich alle zu einem ausgiebigen Abendessen bei der Großmutter ein. Eine wirklich gastfreundliche Geste, aber für mich war es einfach zu viel, vor allem, da ich sehr müde war. Außerdem musste ich einen Großteil des angebotenen Essens ablehnen, weil es schlicht und ergreifend viel zu viel war. Abgesehen von den menschlichen Familienmitgliedern gibt es hier noch einen junggebliebenen Dalmatiner, der sieben Jahre alt ist, sich allerdings wie ein Welpe verhält, und zwei Katzen, von denen ich eine, genannt Lucifero (dt.: Luzifer), ganz besonders ins Herz geschlossen habe. Das Dorf, in dem die Familie lebt, ist ziemlich klein. Man braucht gefühlt nur fünf Minuten zum Meer und fünf Minuten, um in das bergige Hinterland zu gelangen. Es ist wirklich traumhaft schön!

Und trotzdem will ich wieder weg. Meine Arbeit besteht hauptsächlich darin, die Außenbereiche des Hauses zu säubern und die Blumen zu gießen. Das, und die Tatsache, dass ich eine kleine Wohnung ganz für mich alleine habe, in der ich mich aber unendlich einsam fühle, hat mich letztendlich dazu bewogen, meine Zelte wieder abzubrechen. Morgen Abend geht es mit dem Reisebus nach Florenz und von dort aus auf die biologische Farm eines deutschen Auswanderers, der sich bereit erklärt hat, mich aufzunehmen. Ich darf sogar so lange bleiben wie ich möchte.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  Jun 11, 2013
Autor: Nele
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Jun 11, 2013

Was tun nach dem Abi?

Wiedersehensfreude

Seit fünf Wochen mache ich inzwischen Pflegepraktikum und es macht mir erstaunlicherweise immer noch Spaß. Inzwischen darf und muss ich relativ viel machen. Das ist einerseits schön, weil die Zeit schnell vergeht. Aber andererseits habe ich auch keinen besonderen Elan, weil ich kein Geld dafür bekomme. Mit den Kolleginnen komme ich blendend zurecht. Ich überlege sogar, die Station doch zu wechseln. Eigentlich hatte ich das vor, um noch mal was Neues zu lernen, aber jetzt gefällt es mir doch recht gut auf der Gynäkologie. Das einzige, was nicht so top ist, ist die dauernde Müdigkeit. Ich habe immer Frühdienst und der fängt um sechs Uhr an, das heißt, ich muss um fünf Uhr aufstehen.

An den Wochenenden unternehme ich dafür umso mehr. Neulich habe ich eine Freundin getroffen, die ich schon seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hatte, weil wir beide abwechselnd im Ausland waren. Es war wirklich schön, sie wiederzusehen und da wir in letzter Zeit ab und an stundenlang telefoniert hatten, auch gleich wieder recht vertraut. Schön, wenn Freundschaften so etwas überleben!

Ein weiterer Höhepunkt war, dass die Freundin, mit der ich in Guatemala und Mexiko zwei Monate unterwegs war, wieder zurückgekommen ist. Das war schon allein deshalb ganz toll, weil wir viele Erinnerungen teilen und ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Sie hat mir ein paar Fotos gezeigt und uns ist aufgefallen, dass sie zufällig dieselbe Route durch Mexiko genommen hat, die ich im letzten Sommer gefahren bin. Bei ihren Erzählungen bin ich richtig melancholisch geworden.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  May 24, 2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
May 24, 2013