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Was tun nach dem Abi?

Geld allein macht auch nicht glücklich

Autor:
Nele

Rubrik:
orientieren

24.02.2014

Ich sitze seit einer gefühlten Ewigkeit das erste Mal wieder in einem Café. Um mich herum sitzen ein paar Leute, die wohl ebenfalls aus dem Winterschlaf erwacht sind. Endlich habe ich mich auch auf drei potenzielle Studiengänge festgelegt: Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik und Anglistik. Ich bin also sehr zufrieden. Am Nachbartisch unterhalten sich zwei junge Frauen. Unfreiwillig lausche ich schon bald gebannt ihrer Konversation. Die eine ist angehende Bäckerin, die andere studiert, soweit ich verstanden habe, Fotografie.

Erstaunlicherweise beschränkt sich ihre Unterhaltung jedoch nicht auf diese beiden Fachrichtungen, es wird über unser Bildungs- und Wirtschaftssystem im Allgemeinen diskutiert. Sie beschweren sich über das liebe Geld. Allerdings nicht darüber, dass sie zu wenig hätten, sie stellen die Existenz von Geld infrage. Wozu brauchen wir Geld eigentlich? Wenn wir von allem genug haben, warum können wir dann nicht fair teilen? Wenn wir Gegenstände aus nachhaltigen Rohstoffen produzieren könnten, wieso geht dann alles spätestens nach ein paar Jahren kaputt? Sind Menschen von Natur aus faul? Würde niemand mehr arbeiten, wenn es keinen Anreiz dafür gäbe? Ist Arbeit, zu der man „gezwungen“ wird, überhaupt förderlich für die menschliche Entwicklung?

Die zwei haben mich nachdenklich gemacht. Ich frage mich, was ich täte, wäre ich in der Situation, mir mein Leben auch ohne Arbeit finanzieren zu können. Müsste ich nicht arbeiten, dann täte ich es trotzdem. Und, da ich vielseitig interessiert bin, würde ich natürlich auch mehrere komplett unterschiedliche Tätigkeiten ausüben wollen. Im Wechsel, versteht sich.

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