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Was tun nach dem Abi?

Fernbeziehung und ihre Tücken

Autor:
Nele

Rubrik:
orientieren

22.07.2014

Ich hatte die Wahl: Fernbeziehung und Freund oder keine Beziehung. Dauerhaft zu ihm zu ziehen, kommt für mich momentan nämlich nicht infrage. Die Gegend gefällt mir hier um einiges besser, ebenso der Baustil. Meine Familie lebt hier. Meine Freunde sind eh auf der ganzen Welt verstreut. Vor allem mit meinen Eltern verstehe ich mich prächtig. Meine Güte, klingt das kindisch: Ich will nicht wegziehen, weil ich Mama und Papa vermissen würde. Kitschig oder nicht, es ist die Wahrheit. Ich hänge an meinen Eltern. Nicht, dass ihr da was falsch versteht: Ich komme mir in der Beziehung nicht mehr wie das Kind vor; wir sind ein Team. Freunde. Vielleicht sind sie sogar die besten Freunde, die ich je hatte. Wie sagt doch das Sprichwort: Freunde sind die Familie, die man sich selbst aussuchen kann. In meinem Fall gibt es da noch eine zweite Seite: Meine Familienmitglieder sind die Freunde, die ich mir nicht aussuchen konnte. Nun, in gewisser Weise hat man sich auch seine Geschwister und Eltern als Freunde ausgesucht. Wenn die Chemie stimmt, warum denn nicht? Mein Freund versteht das, denn auch er will nicht aus seinem Umfeld gerissen werden. In seinem Fall halten ihn allerdings eher seine gewählten Freunde. Eine Fernbeziehung hat schöne und weniger schöne Seiten. Wir gehen uns definitiv nicht so häufig auf die Nerven, da müssen dann andere wehrlose Mitmenschen herhalten. Und wir freuen uns jedes Mal besonders aufeinander. Jedoch gewöhnt man sich auch an das Alleinsein; wir beide fühlen uns eher als Singles, wenn wir getrennt sind. Der einzige Unterschied: Wir verhalten uns nicht so! Irgendwann ist die Entfernung aber leider Alltag geworden. Wir können nicht füreinander da sein, sollte einer dringend eine Umarmung brauchen. Streiten wir uns, ist die Versöhnung schwierig. Ich würde nicht unbedingt dauerhaft mit ihm zusammenziehen wollen. Jetzt sowieso noch nicht. Aber es ginge mir wahrscheinlich schon besser, wenn er 30 Minuten statt drei Stunden entfernt leben würde. Zum Glück sind wir uns einig, dass die momentane Situation nicht Dauerzustand bleiben kann.

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