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Was tun nach dem Abi?

Zeit überbrücken - 1

Autor:
Hannes

Rubrik:
orientieren

04.04.2018

Bereits während meines Praktikums am Wattenmeer plante ich, wie es danach für mich weitergehen sollte. Auch meine Mutter wurde tätig: Sie hatte in unserem Dorf fleißig verbreitet, dass ihr Sohnemann gerne einen Freiwilligendienst in Afrika leisten würde. Und tatsächlich tat sich etwas auf: Anne, eine Dänin, die vor etwa zehn Jahren im Ort gewohnt hatte, lebt mittlerweile in Tansania und führt dort zusammen mit ihrem Mann Brighton eine Grundschule. Über Bekannte erhielt ich Annes E-Mail-Adresse – und ein paar Nachrichten später hatte ich einen Platz! Zwar würde ich für Flug, Visum und Logis selbst aufkommen müssen, aber das ging für mich in Ordnung. Immerhin stand hinter Katempris, der Schule, keine riesige Organisation wie Brot für die Welt, die über reichliche Finanzierungsmöglichkeiten verfügt. Außerdem konnte ich mir auf diese Art die Gebühren für einen Vermittler sparen.
Da meine Freiwilligentätigkeit in Afrika erst Mitte Januar 2018 losgehen sollte und ich Mitte Oktober 2017 mit meinem Praktikum bei der Naturschutzgesellschaft am Wattenmeer fertig war, galt es, die Zeit bestmöglich zu überbrücken.
Zunächst genoss ich es einfach, wieder zuhause in Schwaben zu sein und Zeit mit Menschen zu verbringen, die ich seit dem Abi aufgrund der Distanz zum Wattenmeer nur sehr sporadisch oder gar nicht gesehen hatte. Vor allem mit meinen Kumpels hatte ich einiges nachzuholen. Fast alle hatten inzwischen ein FSJ oder ähnliches angefangen und deswegen die eine oder andere Anekdote zu erzählen. Einer fehlte dabei: Andi, der in London für ein dreiviertel Jahr eine Art Studium light ohne Abschluss an einer englischen Privatuni absolvierte.
Da er Ende Oktober gerade vorlesungsfreie Zeit hatte, besuchten wir ihn. Eine Woche lang schlenderten wir durch die Stadtparks, gingen in Museen, kochten gemeinsam und ließen es uns schlichtweg gutgehen. Mein persönliches Highlight war das Natural History Museum – gefüllt mit allerlei großen und kleinen Tierpräparaten sowie ehemalige Wirkungsstätte von Charles Darwin. Da unser ehemaliger Biolehrer ein großer Fan dieses Mannes ist, schickten wir ihm kurzerhand eine Postkarte.

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