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Was tun nach dem Abi?

Ein etwas anderes Kinoerlebnis

Große Säle, Soundsystem, breite Sitze mit Getränkehaltern, unbezahlbares Popcorn und unzählige Vorstellungen von mittags bis in die Nacht hinein – so kennt man Kinos in Europa. Nun ja, in Nepal ist das alles ein bisschen anders.
Am Geburtstag meines nepalesischen Freundes Sujan gingen wir ins Kino, in die allererste Vorstellung des gerade startenden Films „Tiger Zinda Hai“. Der Film lief aber nicht erst am Abend, nein, er startete um 8.30 Uhr morgens. Um noch Tickets zu bekommen, kreuzten wir eine Stunde vorher auf. Umgerechnet kostete der Eintritt 1,25 Euro. Bevor der Film begann, besorgten wir uns noch Popcorn für rund 40 Cent – von Preiswucher keine Spur.
Zwar waren die Sessel etwas heruntergekommen, aber ansonsten war der Zustand des Saals allemal akzeptabel. Vor dem Film wurde natürlich erstmal Werbung gezeigt. Allerdings schaute ich etwas ungläubig, als Werbespots für Markenzement liefen. Außerdem zeigten sie immer wieder Anti-Rauch-Kampagnen. Dann begann endlich der Film. Es ging um indische Krankenschwestern, die in Pakistan von einer Terrororganisation gefangen gehalten wurden. Nur ein gut gebauter indischer Geheimagent namens Tiger konnte sie retten. Bei seinem ersten Auftritt – gespielt wurde er von einem äußerst bekannten indischen Schauspieler – brach im Kinosaal Jubel aus. Tiger wurde wie ein Superheld gefeiert. Immer, wenn Tiger in Slow-Motion auf die Terroristen schoss, seine Muskeln zeigte oder kurz davor war, seine Geliebte zu küssen, wurde gejubelt. Übrigens sah man im ganzen Film keinen einzigen Kuss – das wäre in einem indischen Film unangebracht gewesen.
Insgesamt dauerte der Film zweieinhalb Stunden, wobei er sehr vorhersehbar war. Dafür war das Jubeln der Zuschauer ein Erlebnis für sich.

Autor: Max  |  Rubrik: orientieren  |  Feb 12, 2019

Was tun nach dem Abi?

Abschied von Alicante

Meine schöne Zeit an der Costa Blanca in der Nähe von Alicante in Spanien ist nun leider vorbei. Insgesamt war ich fünf Monate als Praktikant für die deutschsprachige Wochenzeitung Costa Blanca Nachrichten tätig. Ich habe sehr viele schöne Erfahrungen gesammelt und interessante Menschen kennengelernt. Meine Spanischkenntnisse haben sich spürbar verbessert und ich bin selbstsicherer geworden, da ich auch einige Umfragen an der Strandpromenade von Benidorm machen musste. Trotz allem war ich ein bisschen enttäuscht, dass ich wenig Spanisch sprechen konnte, da sich die Zeitung an deutsche Leser richtet und auch meine Mitbewohner in der WG Deutsche waren. Dafür habe ich nun viele Arbeitsproben für künftige Bewerbung sowie ein Arbeitszeugnis.
Der Abschied von meinen Kollegen fiel mir ziemlich schwer. Für meinen letzten Arbeitstag hatte ich Nussschnecken gebacken – und schrieb schnell noch das Rezept für die kommende Zeitungsausgabe auf. Obwohl die Kollegen ziemlich im Stress waren, nahmen sie sich Zeit für meine Verabschiedung und freuten sich über meine Mitbringsel. Zum Abschied luden sie mich und den anderen Praktikanten zum Essen ein. Nachdem ich Weihnachten zu Hause verbrachte, bin ich nun schon wieder in Spanien – und zwar in Madrid, wo ich ein weiteres Praktikum mache. Mehr dazu erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Was tun nach dem Abi?

Ein gewöhnlicher Tag

Während meiner Zeit als Freiwilliger in Nepal stand ich in der Regel morgens um 8 Uhr auf und machte mir zusammen mit den anderen Freiwilligen Porridge mit Früchten und Zimt zum Frühstück. Eine Stunde später liefen wir dreieinhalb Kilometer quer durch die Stadt zum Shanti-Center. Auf dem Weg sahen wir zahlreiche Straßenhunde oder Kühe, die mitten auf der Straße lagen. Die Route führte uns durch Pashupatinath, einer wichtigen Tempelanlagen der Hindus.
Wir mussten den heiligen Bagmati überqueren – den dreckigsten Fluss, den ich je gesehen habe. Entlang des Ufers sind steinerne Podeste aufgebaut, auf denen Leichen nach alter Tradition verbrannt werden. Die Asche wird anschließend in den Bagmati gestreut.
Etwas später erreichten wir – meist komplett durchgeschwitzt – das Shanti-Center. Das Volontärskonzept von Shanti sieht vor, dass sich jeder Freiwillige einbringen kann, wann, wie und wo er möchte, und keine Arbeit aufgedrückt bekommt. Zum einen ermöglichte mir dieses Konzept, zu machen, was ich wollte, zum anderen war es gar nicht so leicht, direkt eine produktive Arbeit zu finden.
Eine meiner täglichen Routinen war ein Besuch bei den Kindern mit Behinderungen. Ich verbrachte gerne etwas Zeit mit ihnen, zum Beispiel spielten wir Karten. Außerdem halfen wir Freiwilligen bei der Verteilung von Essen. Mit großen Töpfen Dal Bhat – dem nepalesischen Nationalgericht aus Reis und Linsen – fuhren wir in die Pashupati-Anlage, und teilen es an Hilfsbedürftige aus. Dabei hatte ich das Gefühl, den Menschen tatsächlich helfen zu können – noch mehr als im Shanti-Center. Nachmittags ging ich mit den Kindern Fußball spielen. Um 17 Uhr war mein Arbeitstag beendet und ich begab mich mit den anderen Volontären auf den Heimweg. Kurz vor dem Volontärsheim kauften wir noch bei einem kleinen Obstladen Obst für das Frühstück.
Die Zeit vor dem Abendessen nutzte ich oft zum Wäsche waschen. Auf dem Dach unseres Heims breitete ich dafür meine vorher mit Waschmittel eingeweichten Klamotten aus und schrubbte sie per Hand – wie sehr ich doch eine Waschmaschine vermisste. Fast jeden Abend gab es Dal Bhat mit Gemüse – ziemlich eintönig, aber lecker.

Autor: Max  |  Rubrik: orientieren  |  Jan 17, 2019