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Was tun nach dem Abi?

Frust

An sich hatte Dezhou eine exzellente Infrastruktur zu bieten, was allein schon an dem modernen Bikesharing lag. Man konnte Fahrräder durch Scannen eines QR-Codes mieten und am Ende der Fahrt abstellen, wo man wollte. Damit kam man echt günstig durch die ganze Stadt. Mein Problem war jedoch, dass ich keinen der drei Bikesharing-Dienste nutzen konnte, weil ich kein chinesisches Bankkonto besaß, das für die Registrierung notwendig war. Also musste ich jedes Mal einen Mitarbeiter von Hi-min fragen, um mir ein Fahrrad entriegeln zu lassen. Für meinen täglichen Weg zur Arbeit war dies zum Glück nicht nötig, da ich innerhalb von 10 Minuten zu Fuß zum Hauptgebäude kam. Allerdings konnte ich mich ansonsten in der Stadt nur schwer fortbewegen, denn Busse fuhren nur selten und dann brauchte ich auch noch das Glück, in den richtigen zu steigen, denn die Anzeigen konnte ich nicht lesen.
Aus demselben Grund kann ich auch das bargeldlose Zahlen nicht nutzen. Man glaubt es kaum, aber es ist überall möglich, auch beim noch so kleinen Kiosk. Sogar im winzigen Dorf, wo wir die Solarmodule installiert haben, bezahlt man einfach mit dem Smartphone. Zwar bin ich den Aufwand, Bargeld zu benutzen, ja schon lange gewohnt, allerdings finde ich es einfach schade, dass ich die ganzen modernen Techniken, die China im Vergleich zu Deutschland bietet, nicht nutzen kann.
Was mir jedoch am meisten fehlt, ist eine Person, mit der ich mal richtig reden kann. Ich hab niemanden, der mir einen tieferen Einblick in die chinesische Kultur verschafft. Andy ist zwar immer hilfsbereit, aber letztendlich so in seine Arbeit vertieft, dass er kaum Zeit für mich hat. Bei den anderen Mitarbeitern ist es nicht anders. Sie sind außerdem sehr schüchtern und vorsichtig – wahrscheinlich, weil ihnen ihre mangelnden Englischfertigkeiten unangenehm sind und sie keine Fehler machen wollen. Schließlich fehlt mir dann auch die Lust, mit ihnen richtig in Kontakt zu treten, da die Kommunikation schlichtweg mühsam ist. Und irgendwie bin ich auch einfach frustriert, weil momentan keine Besserung in Sicht ist.

Autor: Max  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 27, 2019
Autor: Max
Rubrik: orientieren
Sep 27, 2019

Was tun nach dem Abi?

Neustart

Endlich hab ich mein Praktikum in Nizza hinter mir. Vor einer Woche war mein letzter Arbeitstag, am nächsten Tag bin ich zurück nach Deutschland geflogen. Der Abschied von den Kollegen und von der Arbeit fiel mir aufgrund der schlechten Bedingungen nicht sonderlich schwer. In meiner letzten Woche musste ich auch mehrere Stunden ganz alleine arbeiten, sodass ich gar keine Pause machen konnte. Zurzeit erhole ich mich zu Hause ein wenig vor den Strapazen – ich muss aber auch an das Studium denken, das in knapp zwei Wochen anfängt. Bereits in Nizza habe ich mich für den Studiengang Übersetzung in Innsbruck online angemeldet. Nun stand noch die persönliche Einschreibung vor Ort an, wo ich Originaldokumente wie meinen Ausweis und mein Abiturzeugnis vorlegen musste. So fuhr ich rund fünf Stunden in die Alpenstadt und schaute mir neben Innsbruck auch die Lage des Studentenwohnheims an. Bei der Einschreibung musste ich rund eine Stunde warten, bis ich dran kam, aber es funktionierte alles gut. Vor Ort erhielt ich gleich meinen Studierendenausweis und bezahlte den Semesterbeitrag. Da ich am gleichen Tag nicht mehr nach Hause fahren konnte, übernachtete ich dort. In der nächsten Woche findet eine Informationsveranstaltung zum Studium mit Campusführungen und Anleitungen, wie man seinen Stundenplan zusammenstellen kann, statt. Da werde ich natürlich hingehen – schließlich bin ich leicht überfordert mit den Anmeldungen zu den verschiedenen Kursen. In der Zwischenzeit kann ich noch die Zeit bei meiner Familie zu Hause genießen. Diese habe ich schon lange nicht mehr gesehen, da ich bei meinem Praktikum in Nizza keinen freien Tag bekam und so nicht nach Deutschland fliegen konnte. Trotz allem bin ich froh, dass ich ein Jahr zwischen Abitur und Studium mit den drei Praktika in Spanien und Frankreich pausiert habe, da ich nun viel selbstbewusster geworden bin und auch meine Sprachkenntnisse verbessern konnte.

Autor: Tobias  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 18, 2019
Autor: Tobias
Rubrik: orientieren
Sep 18, 2019

Was tun nach dem Abi?

Warum Solarenergie sinnvoll ist

Drei Arbeitstage auf dem Dach lagen hinter uns, heute stand der letzte an. Ganz ungefährlich war die Arbeit nicht, immerhin befanden wir uns sieben Meter über dem Erdboden. Aber alles ging gut.
Nachdem die letzten Module am Gerüst befestigt waren, mussten wir sie abschließend noch miteinander vernetzen und mit dem Wechselrichter verbinden. Dieser wandelte den von den Modulen produzierten Gleichstrom in Wechselstrom um, damit er ins Stromnetz eingespeist werden konnte. Insgesamt musste der Hausbesitzer um die 10.000 Euro blechen. Gleichzeitig schloss er einen Vertrag mit dem Staat über 20 Jahre, in dem sich dieser dazu verpflichtete, den überschüssigen Strom zu kaufen, den die Anlage ins Netz einspeiste. Für den eigenen Haushalt wurde der Großteil der produzierten Elektrizität nämlich gar nicht benötigt. Der Preis, den der Staat für den Strom zahlte, lag 50 Prozent über dem Marktpreis. Damit wurden Privatleute motiviert, in die Solarenergie zu investieren. Nach fünf Jahren hatte sich die Anlage somit amortisiert, danach winkte ein angenehmer Geldregen von umgerechnet 2.000 Euro pro Jahr.
Je mehr ich mich mit der Sonnenenergie auseinandersetzte, desto sinnvoller fand ich die Investition. Solarenergie war umweltfreundlich, selbstständig, leise, ungefährlich und wetterunabhängiger, als man dachte (auch durch Wolken hindurch empfing die Anlage schwache Sonnenstrahlen). Außerdem nahmen die Module wenig Platz weg, besaßen eine lange Lebensdauer und mussten selten gewartet werden. Weltweit war China bereits der größte Solarproduzent, dennoch wurden 70 Prozent des Landes mit Kohlestrom versorgt, der das Klima stark belastet. Die Entwicklung ging immerhin in die richtige Richtung.
Am Abend machten wir uns auf die Rückreise. Dabei stellte ich mal wieder fest, wie gewöhnungsbedürftig die Fahrweise der Chinesen ist. Die Autofahrer sind unaufmerksam und achten auf keinerlei Verkehrsregeln. Übrigens sind überall Überwachungskameras angebracht. Man merkt, dass man ständig überwacht wird.

Autor: Max  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 11, 2019
Autor: Max
Rubrik: orientieren
Sep 11, 2019