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Master live

Fünf Monate Potsdam

Ich kann es selbst noch nicht ganz fassen, aber ich wohne nun offiziell seit fünf Monaten in Potsdam. Wo ist die Zeit nur geblieben? Bin ich angekommen? Habe ich mich eingelebt? Das sind Fragen, die ich mir selbst nicht so ganz beantworten kann. In weniger als zwei Wochen muss ich meine Uni-Projekte abgeben und Abschlusspräsentationen halten. Gerade lebe ich von Tag zu Tag, von einer To-Do-Liste zur nächsten. So in etwa lassen sich auch meine fünf Monate hier im schönen Potsdam beschreiben. Dass ein zweijähriger Master arbeitsintensiv sein wird, war mir zwar bewusst, aber so richtig realisiert habe ich es erst jetzt. Schlechte Neuigkeiten gibt es auch in Sachen Auslandssemester. Nach einigen Sprechstunden und Nachfragen weiß ich jetzt auch ganz offiziell, dass ich mir keinen einzigen Kurs im Ausland anrechnen lassen kann. Ich werde dort fröhlich Kurse nach meiner Wahl belegen, aber keiner davon wird mir wichtige Leistungspunkte einbringen. Das bedeutet ganz persönlich für mich, dass ich dieses und nächstes Semester im besten Fall alle Module beenden sollte. Da ich noch nicht genau weiß, wie es für mich nach dem Auslandssemester weitergeht, möchte ich für alle Situationen gewappnet sein. Solange ich alle Module beendet habe und somit keine Präsenz mehr an der Uni zeigen muss, bin ich geographisch ungebunden und frei in meiner Planung. Die Masterarbeit kann ich von überall aus schreiben- im Zweifelsfall auch parallel zu einem Volontariat. Dieses Semester habe ich es geschafft, 45 Leistungspunkte und mein außeruniversitäres Leben unter einen Hut zu bekommen und dasselbe muss ich nun auch das nächste Semester schaffen. Die Verlockung, das Sommersemester entspannter anzugehen ist wahrscheinlich bei jeder Person groß, aber ich werde es durchziehen müssen und der Gedanke stört mich nicht allzu sehr. Mal sehen, was ich dann in vier Monaten dazu sage.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Feb 20, 2020
Autor: Bo
Rubrik: studium
Feb 20, 2020

Master live

Der Zentralfriedhof

Meine ersten 19 Lebensjahre habe ich zu einem großen Teil auf einem Friedhof verbracht – denn direkt gegenüber steht mein Elternhaus, hier bin ich auf Bäume geklettert, bin Schlitten gefahren und habe gemacht, was man eben als Kind auf dem Dorf so macht. Als ich nach dem Abitur nach Prag umzog, wurde der Ehrenfriedhof Slavin auf dem alten Burggelände Vysehrad schnell zu einem meiner Lieblingsplätze: Bis heute hat der Ort für mich eine ganz besondere Atmosphäre. In Wien wohne ich nun unweit eines ehemaligen Friedhofs, auf dem auch Schubert und Beethoven ihre erste Ruhestätte fanden. Eine meiner Wien-Erkundungen führte mich nun neulich auf einen weiteren Friedhof, aber nicht auf irgendeinen, sondern auf den Wiener Zentralfriedhof.
Der Zentralfriedhof ist einer der größten Friedhöfe Europas – über drei Millionen Menschen liegen hier begraben. Drei Millionen. Eine schier unglaubliche Zahl. Neben privaten Gräbern – einige besser in Schuss, andere weniger, einige mit verwitterten und vermoosten Grabsteinen, andere mit frisch aufgeschütteter Erde – finden sich auf dem Zentralfriedhof auch Kriegsgräber, prächtige Trauerhallen und Abteilungen für die verschiedensten Religionen.
Aufgrund der gigantischen Ausmaße des Friedhofs gibt es zwei Buslinien, die über den Friedhof fahren. Gegen Gebühr darf man sogar mit dem eigenen Auto ans Grab der Wahl fahren. Und vor zwei Jahren hat hier sogar ein Kaffeehaus eröffnet – nicht nur für Trauerfeiern, sondern auch als Ort der Begegnung ist es konzipiert.
Dass der Friedhof groß ist, diese Erfahrung darf auch ich bei meinem Besuch machen. Denn während ich staunend die Grabsteine betrachte, Lebensdaten, Berufe und Namen lese, passiert das, was zu erwarten war: Ich verlaufe mich. Fast zwei Stunden brauche ich, um den Friedhof zu durchqueren und schließlich an einem der vielen Tore lande. Von dort nehme ich die 71 nach Hause. Die Bim-Linie 71 fährt seit jeher den Zentralfriedhof an, früher gab es sogar einen Leichenstraßenbahnwagen, lese ich später nach. Mit Gedanken zum Tod und Wandas „Letztem Wienerlied“ im Kopf fahre ich zurück in mein normales Leben – und bin mir dabei sicher, für einen Spaziergang irgendwann wieder vorbeizukommen.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Feb 17, 2020

Master live

Stress

Stress ist eine so unglaublich relative Angelegenheit. Schon oft habe ich mich dieses Begriffs im Zusammenhang mit meinem Alltag bedient, schon oft hat es sich für mich angefühlt, als würde ich in gewissen Phasen an meine Grenzen stoßen. Doch nun bin ich an einem Punkt angekommen, an dem sich nicht mehr alles mithilfe eines guten Zeitmanagements lösen lässt. Aus Übermut und einer großen Portion Enthusiasmus wählte ich dieses Semester alle Uni-Kurse, die besonders spannend klangen – und das waren ziemlich viele. Jetzt gegen Ende des Semesters merke ich, dass ich damit ganz schön optimistisch war. Hinzu kommen ja noch Arbeit, Sport und Treffen mit Freundinnen. Ich habe hier in Berlin nicht nur mehr soziale Kontakte als es in Erlangen der Fall war, es dauert alles auch viel länger, wenn man ein Treffen außerhalb der Uni ausmacht: Hier ist nicht mehr alles innerhalb von zehn Minuten mit dem Fahrrad zu erreichen, sondern oft fährt man fast eine Stunde zum vereinbarten Treffpunkt. Mein Freund kommt regelmäßig zu Besuch, aber die Zeit reicht nicht ansatzweise aus, um sich alle Eindrücke und Gedanken der letzten Tage zu erzählen. Nebenbei plane ich bewusst Lesezeiten ein, da es mir gut tut, wenn ich einen Abend mit einem Buch ausklingen lasse. Zu jeder Lektüre eine Rezension auf meinem Blog zu veröffentlichen habe ich schon vor ein paar Wochen aufgegeben – irgendetwas kommt zwangsläufig zu kurz. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich gerade voller Energie und Motivation bin. Manche Phasen muss man wohl mit zusammengebissenen Zähnen durchstehen und nicht allzu sehr darüber nachdenken, dass sich alles wie eine Baustelle anfühlt. Zum Glück sind bald Semesterferien, die sich diesmal angenehm erholsam ankündigen. Nächstes Semester nehme ich mir definitiv etwas weniger vor.

Autor: Moni   |  Rubrik: studium  |  Feb 11, 2020