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Master live

Außerplanmäßige Pause

Autor:
Noelle

Rubrik:
studium

02.02.2016

Planen und organisieren, das ist voll mein Ding. Denn nichts hasse ich mehr, als wenn alles in heillosem Durcheinander verläuft. Klar, manchmal ist Spontaneität auch ganz schön, aber meistens fühle ich mich einfach wohler dabei, wenn alles gut durchstrukturiert ist. Deshalb bekomme ich auch jedes Jahr von meinem Papa zu Weihnachten einen neuen Taschenkalender geschenkt, in den ich jeden Termin eintragen kann. Und weil mir das alleine oft nicht reicht, schreibe ich mir dazu auch noch Wochenpläne und To-do-Listen. Trotzdem kommt es manchmal vor, dass meine Planung über den Haufen geworfen wird. Und das nicht etwa, weil ich mir zu viel vorgenommen habe! Manchmal kommt einem zum Beispiel eine Krankheit in die Quere und das ist etwas, das man in keinen Terminkalender dieser Welt eintragen kann.

In zweieinhalb Wochen verabschiede ich mich nach München und bis dahin wollte ich eigentlich noch eine ganze Menge schaffen – Dinge, für die ich sonst keine Zeit habe: Schreiben, Freunde besuchen, ausmisten und aufräumen. Und bis vergangene Woche lief das alles auch ganz gut. Gerade war ich noch in den Niederlanden, um eine Freundin zu besuchen, und dann so was – die niederländischen Krankheitserreger haben mich und einen Freund komplett aus dem Gefecht gesetzt. Und damit meine ich nicht bloß eine laufende Nase und ein bisschen Kopfschmerzen. Ich meine viel eher einen sieben Tage andauernden Dornröschenschlaf mit Ganzkörperschmerz und dem Verlust des Geschmackssinns. Eines steht fest: So krank war ich schon lange nicht mehr.

Aber jetzt, da ich auf dem Weg der Besserung bin, fällt es mir unheimlich schwer, wieder in meinen Alltag zurück zu finden. Meinen Trip nach Jena konnte ich jedenfalls nicht antreten und auch mit konzentrierter Schreibarbeit ist nicht so viel los, wenn ich mir alle fünf Minuten die Nase putzen muss und mir die Seele aus dem Leib huste. Kleine Schritte sind hier wohl die Devise, deshalb bin ich manchmal schon stolz, wenn ich es morgens schaffe, duschen zu gehen.

Ich hoffe, dass ich sie bald wieder exakt befolgen kann – meine Pläne und To-do-Listen. Die helfen mir nämlich unheimlich, wenn ich überhaupt nicht weiß, wo mir der Kopf steht. Aber auch, wenn ich nicht alles planen kann, so kann ich es doch wenigstens versuchen.

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