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Master live

Drei Wochen Psychatrie

Autor:
Franca

Rubrik:
orientieren

14.02.2017

Im diesem Semester musste ich ein nichtpsychologisches Zusatzfach wählen. Ich habe mich für das Modul „Neurologie und Psychiatrie“ entschieden, das von der medizinischen Fakultät angeboten wurde. Es bestand aus einer Neurologie-Vorlesung, über die ich in einem späteren Blogbeitrag noch erzählen werde, und einer Blockvorlesung zu Psychiatrie. Die Blockvorlesung fand am Ende des Semesters für drei Wochen statt.
Die psychiatrischen Störungsbilder, die ich bisher nur aus psychologischer Sicht kannte, wurden dort aus der medizinischen Perspektive erklärt. Zum Beispiel haben wir über affektive Störungen (also Depressionen und manische Depressionen), Angst- und Zwangsstörungen, Schizophrenie und Suchterkrankungen gesprochen. Für uns Psychologiestudierende war vor allem die pharmakologische Behandlungspraxis sehr interessant, da dies im Psychologiestudium kaum vorkommt. Als Psychologin darf ich keine Psychopharmaka verschreiben. Dafür sind Psychiater zuständig, die Medizin studiert haben. Ich denke aber, dass es trotzdem wichtig ist, zumindest ungefähr Bescheid zu wissen, was wie wirkt, wenn man später mit Patientinnen und Patienten zu tun hat, die teilweise schon eine lange pharmakologische Behandlungsgeschichte hinter sich haben.
Das Spannendste zum Schluss: Zu jedem Thema wurde ein Patient oder eine Patientin aus einer psychiatrischen Station der Uni-Klinik eingeladen, um zum jeweiligen Störungsbild aus eigener Erfahrung zu erzählen. So konnte ich mir die alltäglichen, gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen der verschiedenen Störungen viel besser vorstellen. Zum Beispiel kam eine Patientin, die seit einer Operation am Gehirn an Zwangsstörungen leidet. Eine andere war sich sicher, durch Handystrahlungen verfolgt zu werden und verspürte Schmerzen, wann immer sie in die Nähe eines Handys kam. Im nächsten Beitrag möchte ich euch von einem ganz besonderen Patienten aus dieser Vorlesung berichten.

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