interaktiv

Master live

Eine Umstellung

Autor:
Mia

Rubrik:
orientieren

16.02.2017

Manchmal braucht es im Leben nur einen kleine Ausrichtungsänderung und man sieht die Welt mit anderen Augen. Prädestiniert dafür sind Reisen oder ein Umzug. Wenn beides gerade nicht möglich ist, reicht es einstweilen auch die Wohnung komplett umzustellen. Und ich muss sagen, dass wir unsere Wohnung nun einmal völlig „auf den Kopf gestellt“ haben, macht sich enorm gut.
Auf einmal sieht alles so anders aus, ungeahnter Raum tut sich auf und irgendwie fühlt es sich ein bisschen wie eine neue Wohnung an. Ich ertappe mich dabei, die letzten Vorlesungsstunden des Semsters mehr auf Webseiten von Einrichtungshäusern zu verbringen als mit der Nase im Skript. So ist das nun mal, wenn man auf einmal voller neuer Ideen und Tatendrang ist und das nur, weil mein Schreibtisch eine Drehung um 90 Grad vollzogen hat. Mit Sicherheit ist der frische Wind jetzt auch in meiner Motivation für die Vorbereitung auf die letzten Klausuren spürbar – das wäre zumindest nützlich.
Eine weitere Umstellung ist für mich in diesem Semester, dass gut die Hälfte meiner Veranstaltungen auf Englisch gehalten wird. Zwei Referate auf Englisch habe ich schon hinter mir, wobei ich große Schwierigkeiten hatte. Zumindest waren die Kritiken recht vernichtend. Bislang waren mündliche Vorträge immer meine Stärke. Das scheint sich jetzt mit der Sprachumstellung radikal zu ändern.
Gerade lerne ich auf eine Klausur, die ich leider auch in Englisch schreiben muss: „Ecosystem Services“ beschäftigt sich mit dem ökonomischen Wert und der Vermarktung von Dienstleistungen aus der Natur. Nicht genug, dass die Wirtschaft für mich sowieso Neuland ist, noch dazu soll ich zu diesem Thema noch korrekt auf Englisch argumentieren. Ehrlich gesagt habe ich ganz schön Bammel davor. Aber Kneifen ist nicht, denn die nächste englische Prüfung, diesmal immerhin in bekannteren Gefilden der Biogeochemie, folgt keine Woche darauf.
Da fällt mir ein, dass dieses Jahr das 500-jährige Jubiläum der Reformation durch Martin Luther gefeiert wird. Vielleicht hilft mir der Gedanke ja: Soweit ich weiß, hat Martin die Bibel in wenigen Monaten vom Griechischen/Hebräischen ins Deutsche übersetzt. Diese „Verzweiflungstat“ im stillen Kämmerlein war ganz schön phänomenal. Ich denke zwar, dass meine Wortschöpfungen im Englischen nicht so phänomenal sein werden – aber vielleicht hilft mir das Vorbild des Mönchs aus Thüringen ja ein bisschen.

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