interaktiv

Master live

Trauma-Seminar

Autor:
Franca

Rubrik:
studium

22.02.2017

Als Teil des Moduls „Klinische Psychologie und Psychotherapie“ habe ich in diesem Semester ein Seminar besucht, in dem es um Störungen durch Traumata ging. In den ersten drei Sitzungen haben wir besprochen, welche spezifischen Ereignisse traumatische Folgen haben können, zum Beispiel Misshandlung und Vernachlässigung im Kindes- und Jugendalter oder Krieg und Flucht.
Ich habe mit zwei Kommilitoninnen ein Referat über die traumatischen Folgen von Krieg und Flucht gehalten. Ich fand vor allem die Behandlungsansätze spannend. Zum Beispiel gibt es eine Methode, die viel angewandt wird und vor allem auch nicht-sprachlich genutzt werden kann, bei der man seine Lebensgeschichte anhand positiver und negativer Erfahrungen aufrollt. Dafür legt man ein Seil auf den Boden aus, das stellt das Leben dar. Blumen stehen für positive/stärkende, Steine für negative/schwächende Ereignisse. So kann man nach und herausarbeiten, welche Ereignisse für die eigene psychische Entwicklung und für den aktuellen psychischen Zustand ausschlaggebend waren.
In den nächsten Seminarsitzungen haben wir über Störungsbilder gesprochen, die aufgrund traumatischer Erfahrungen entstehen können. Am bekanntesten ist die Posttraumatische Belastungsstörung. Bei dieser erleben Personen das traumatische Ereignis immer wieder in ihrer Vorstellung. Der Unterschied ist, dass sie sich nicht erinnern (auch das kann schon schlimm sein), sondern die Situation tatsächlich wiedererleben. Häufig werden diese sogenannten „Flashbacks“ durch Trauma-Trigger ausgelöst, also durch Reize, die an das traumatische Erlebnis erinnern. In meinem Praktikum in einer Klinik kannte ich einen Patienten, bei dem die Flashbacks durch herzhaftes Beißen in einen Apfel und das Geräusch, das dabei entsteht, ausgelöst wurden. In einer womöglich Jahre zurückliegenden Situation hatte er im Zusammenhang mit diesem Geräusch anscheinend etwas Negatives erlebt.

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