interaktiv

Master live

Schädel, Hirnhaut, Gehirnmasse

Autor:
Franca

Rubrik:
studium

07.03.2017

In diesem Semester habe ich ein Neurologie-Modul besucht. Die Vorlesungen wurden von Dozierenden gehalten, die alle am Max-Planck-Institut forschen. Wir haben über verschiedene neurologische Störungen und Erkrankungen wie zum Beispiel Demenz, Schlaganfall, Multiple Sklerose und Hirntumore gesprochen. Ich finde Anatomie, vor allem im Gehirn, super spannend. Das Gehirn ist wie ein genial-verstricktes, super komplexes Computersystem, bei dem das Zusammenspiel aus Nervenzellen, Chemikalien und elektrischen Potenzialen Mich und Dich ergibt.
Es ist immer mal wieder erschreckend, festzustellen, wie wir doch alle als menschliche Roboter funktionieren, bei denen nur ein Neurotransmitterhaushalt gestört sein muss, um psychisches Erleben und Verhalten zu verändern; oder bei denen man nur eine Elektrode in das richtige Gehirnareal stecken muss, um Parkinson-Symptome oder auch Depressionen zu mindern.
Wenn irgendwo ein Loch entsteht, zum Beispiel in einer Arterie durch ein Schädel-Hirn-Trauma, läuft das Blut aus und breitet sich durch den Druck immer weiter aus. Der Druck wiederum beeinträchtigt die Hirnareale, die an dieser Stelle verortet sind. So kann es passieren, dass zum Beispiel Lähmungserscheinungen auftreten, die aber auch wieder verschwinden, sobald das Blut entfernt und das Loch in der Arterie geschlossen wurde. Zu diesem habe ich in der Vorlesung zum ersten Mal Aufnahmen des Kopfs von innen gesehen. Wir haben uns nämlich ein Video von einer Gehirn-OP angesehen, bei der ein solches Loch repariert wurde. Das was wirklich sehr interessant.
Ein anderes, in der Psychologie sehr prominentes Beispiel sind zwei Hirnareale, die man für die Sprachproduktion und das Sprachverständnis verantwortlich macht. Kommt es zu Verletzungen in einem der beiden Areale, kann ein Patient oder eine Patientin zwar sprechen, hat aber beim Verständnis Probleme. Es gibt so viele kleine Bereiche, in denen irgendeine Schädigung auftreten könnte, da wundert es mich schon öfter mal, dass die meisten Menschen gesund sind.

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