interaktiv

Master live

Mach' ich mit links

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

08.03.2017

Es gibt verschiedene Lerntypen. Zum Beispiel jene gesegneten Menschen, die eine Seite mit Vokabeln nur einmal intensiv betrachten und schon im Kopf behalten. Eine Schulfreundin von mir war eine von diesen faszinierenden visuellen Lerntypen und ich war regelmäßig sprachlos und auch ein bisschen neidisch, wie schnell sie Information aufnahm, während ich etwas mindestens zweimal abschreiben musste, um es mir zu merken. Entsprechend schlecht waren die Ergebnisse meiner Klausuren, weil ich als eher motorischer Lerntyp nicht dazu kam, den Stoff oft genug zu wiederholen.
Klar, man ist nie nur ein Lerntyp. Am leichtesten wird man sich Sachverhalte merken können, wenn man auch seinen auditiven Lerncharakter nutzt, der bei mir ebenfalls stark ausgeprägt ist. Leider hilft er mir aber nur beim Aufnehmen von Infos, nicht beim Wiedergeben. Einzig beim Auswendiglernen von Gedichten in der Grundschule oder im Musikunterricht beim Lernen von Liedern konnte ich so punkten. Liedtexte merke ich mir sehr leicht. Schade, dass einem der Lernstoff nicht öfter vorgesungen wird oder man diesen bei einem „Klausur-Vorsingen“ zum Besten geben kann. Dann wären meine Noten wohl bombastisch gut.
Da das aber nicht so ist, schreibe ich immer in der Prüfungsphase enorm viel, um den Lernstoff in mein Hirn und dann auf das Klausurpapier zu bringen. Im besten Falle schreibe ich so lang, bis ich die Aufgabe geradezu mit links meistere.
Dieses Mal musste ich das „mit links“ leider schmerzlich ernst nehmen: Ich habe so viel geschrieben, dass mir irgendwann meine Schreibhand, die rechte, wehtat. Die große Gutachten-Prüfung im Öffentlichen Recht traf wohl die größte Schuld. Erstens musste ich die Prüfungspunkte immer wieder abschreiben und zweitens hatte man in der Prüfung nur 120 Minuten Zeit, um so unendlich viel zu Papier zu bringen, dass der Krampf in der Hand fast vorprogrammiert war.
Ich habe mein Schreibpensum also eindämmen müssen, was sich in meinem schlechteren Verständnis für die Inhalte widerspiegelte. Nach der letzten Klausur stand fest: Ich hatte mir eine ordentliche Sehnenscheidenentzündung am rechten Daumen erarbeitet, ähnlich wie auch schon kurz vor dem Abitur und vor drei Jahren vor einer großen Modulprüfung. Ich konnte mir nicht mal mehr den Hosenkopf mit rechts zu machen! Meine Hand hat nicht mehr mitgemacht und sich mit unangenehmem Schmerz für die Misshandlung der vergangenen Wochen revanchiert. Immerhin keinen Tag zu früh, sonst hätte ich die Prüfungen nicht schreiben können.

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.