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Master live

Frühlingsboten in Jena

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

16.03.2017

Wart ihr im Frühling schon mal in einem Laubwald spazieren? Falls nicht, kann ich es euch nur empfehlen. Ab Ende Februar, wenn die ersten wärmenden Sonnenstrahlen den nackten Waldboden kitzeln, beginnt die Zeit der Buschwindröschen und anderer Frühlingsboten, die, bevor sich das Blätterdach wieder schließt, einen bunten Teppich ausrollen.
Wer mehr das Gelb als das Weiß der Buschwindröschen bevorzugt, sollte zu dieser Zeit einen Abstecher nach Jena machen, um dort im Rautal „in die Winterlinge zu gehen“, also dorthin, wo besonders viele dieser Hahnenfußgewächse zu finden sind. Diese gelben Blumen sind eine wahre Augenweide. Ich kam ganz unverhofft in diesen Genuss, als ich zusammen mit zwei Schulfreundinnen eine ehemalige Lehrerin in ihrer neuen Heimat Jena besuchte. Bei unserem Ausflug haben wir uns bis tief in die Nacht über Klassenkameraden, Lehrer, Chorfreizeiten und unzählige andere Erlebnisse aus alten Zeiten am Gymnasium in Künzelsau ausgetauscht. Es war wirklich genial. Ich hab unter anderem erfahren, dass ein damaliger Mitschüler meiner Freundin mittlerweile Bürgermeister ist. Das hätte ich damals, als er auf einer Faschingsparty als Lucky Luke erschien, sicher nicht für möglich gehalten. Außerdem haben wir zusammen Lieder gesungen, uns Geschichten erzählt und Schokolade gegessen. Ein bisschen fühlte ich mich wie auf einer Klassenfahrt.
Das tat gut, denn am Montag startete ich an der Uni in die dritte Woche für das Forschungsmodul zur Biodiversität in der Pflanzenökologie. Dieses Modul ist sehr lehrreich. Ich glaube, so fit wie jetzt war ich noch nie in R-Studio, diesem mir verhassten statistischen Auswertungsprogramm.
Ziel der Übung ist es, ein Paper aus den ausgewerteten Daten zu erstellen. Eigentlich eine tolle Sache, noch dazu, weil es eine richtig gute Vorbereitung für meine Masterarbeit ist.
Allerdings war meine Kommilitonin alles andere als motiviert, was sie auch jeden im Kurs spüren ließ – so etwas zehrt an der eigenen Motivation. Aber scheinbar haben die ersten warmen Frühlingsstrahlen auch meine Gruppenkollegin aus der Reserve gelockt und wir konnten am Ende des Tages einen Großteil unserer Ergebnisse vorstellen. Jetzt starte ich mit einem besseren Gefühl in die Phase des Projekts, in der wir intensiv zu zweit weitermachen werden.

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