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Master live

Frühlingsboten in Jena

Wart ihr im Frühling schon mal in einem Laubwald spazieren? Falls nicht, kann ich es euch nur empfehlen. Ab Ende Februar, wenn die ersten wärmenden Sonnenstrahlen den nackten Waldboden kitzeln, beginnt die Zeit der Buschwindröschen und anderer Frühlingsboten, die, bevor sich das Blätterdach wieder schließt, einen bunten Teppich ausrollen.
Wer mehr das Gelb als das Weiß der Buschwindröschen bevorzugt, sollte zu dieser Zeit einen Abstecher nach Jena machen, um dort im Rautal „in die Winterlinge zu gehen“, also dorthin, wo besonders viele dieser Hahnenfußgewächse zu finden sind. Diese gelben Blumen sind eine wahre Augenweide. Ich kam ganz unverhofft in diesen Genuss, als ich zusammen mit zwei Schulfreundinnen eine ehemalige Lehrerin in ihrer neuen Heimat Jena besuchte. Bei unserem Ausflug haben wir uns bis tief in die Nacht über Klassenkameraden, Lehrer, Chorfreizeiten und unzählige andere Erlebnisse aus alten Zeiten am Gymnasium in Künzelsau ausgetauscht. Es war wirklich genial. Ich hab unter anderem erfahren, dass ein damaliger Mitschüler meiner Freundin mittlerweile Bürgermeister ist. Das hätte ich damals, als er auf einer Faschingsparty als Lucky Luke erschien, sicher nicht für möglich gehalten. Außerdem haben wir zusammen Lieder gesungen, uns Geschichten erzählt und Schokolade gegessen. Ein bisschen fühlte ich mich wie auf einer Klassenfahrt.
Das tat gut, denn am Montag startete ich an der Uni in die dritte Woche für das Forschungsmodul zur Biodiversität in der Pflanzenökologie. Dieses Modul ist sehr lehrreich. Ich glaube, so fit wie jetzt war ich noch nie in R-Studio, diesem mir verhassten statistischen Auswertungsprogramm.
Ziel der Übung ist es, ein Paper aus den ausgewerteten Daten zu erstellen. Eigentlich eine tolle Sache, noch dazu, weil es eine richtig gute Vorbereitung für meine Masterarbeit ist.
Allerdings war meine Kommilitonin alles andere als motiviert, was sie auch jeden im Kurs spüren ließ – so etwas zehrt an der eigenen Motivation. Aber scheinbar haben die ersten warmen Frühlingsstrahlen auch meine Gruppenkollegin aus der Reserve gelockt und wir konnten am Ende des Tages einen Großteil unserer Ergebnisse vorstellen. Jetzt starte ich mit einem besseren Gefühl in die Phase des Projekts, in der wir intensiv zu zweit weitermachen werden.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Mar 16, 2017
Autor: Mia
Rubrik: studium
Mar 16, 2017

Master live

Moral und die praktische Philosophie

Was ist moralisch richtig oder falsch? Mit derlei Fragen rund um das menschliche Handeln beschäftigt sich die praktische Philosophie. Sie lässt sich in drei primäre Bereiche unterteilen: die Ethik, die politische Philosophie und die Rechtsphilosophie. Die Ethik wiederum teilt sich in die normative Ethik, die angewandte Ethik und die Metaethik. Heute erkläre ich euch – auch anhand von Beispielen – worum es geht.
Die normative Ethik beschäftigt sich mit der Frage des richtigen Handelns. In ihr gibt es zwei große Strömungen: die deontologische und die konsequentialistische Ethik. Die deontologische Ethik, deren Begründer Immanuel Kant ist, steht dafür, dass Handlungen unabhängig von ihren Konsequenzen richtig oder falsch sind und somit einige immer richtig und andere immer falsch sind. Die Anhänger der konsequentalistischen Ethik, deren Hauptströmung der Utilitarismus ist, vertreten die gegenteilige Auffassung: Handlungen dienen nur dazu, dass maximale Glück aller zu erhöhen. Je nach Situation können unterschiedliche Handlungen das maximale Glück aller befördern oder beschädigen. Beispielsweise könnte Folter erlaubt sein, um viele Unschuldige zu retten. Bei der deontologischen Ethik wäre Folter immer falsch.
Die angewandte Ethik beschäftigt sich mit dem richtigen Handeln in spezifischen Bereichen, wie zum Beispiel der Sterbehilfe oder Abtreibung. Dabei müssen Prinzipien auf spezielle Situationen anwendbar gemacht werden. Ist Sterbehilfe gut oder schlecht? Wie verhält sie sich zu Mord oder Linderung von Leiden? Aber die angewandte Ethik ist auch damit konfrontiert, ganz neue Prinzipien für neue Situationen zu entwickeln.
Die Metaethik ist eine Mischform der praktischen und der theoretischen Philosophie. Sie fragt auf einer theoretisch-wissenschaftlichen Ebene, worauf sich moralische Aussagen beziehen? Sind moralische Aussagen rational begründbar? Was ist ihr Ursprung?
Die politische Philosophie beschäftigt sich zum einen damit, was Politik und das Politische sind. Zum anderen geht es um die Rechtfertigung bestimmter politischer Systeme, von Herrschaft und dem Staat überhaupt.
Und zu guter Letzt fragt die Rechtsphilosophie nach dem Wesen des Rechts und seinem Verhältnis zu Moral und Politik. Dabei gibt es auch wieder zwei zentrale und konträre Positionen: die Naturrechtslehre, die von einem natürlichen Recht ausgeht und der Rechtspositivismus, für den Recht etwas Menschengemachtes ist. Des Weiteren versucht die Rechtsphilosophie, staatliches Strafen zu rechtfertigen. Sollen Strafen präventiv zukünftige Verbrechen verhindern? Oder nachträglich geschehene Verbrechen vergelten?

Autor: Lukas  |  Rubrik: studium  |  Mar 9, 2017
Autor: Lukas
Rubrik: studium
Mar 9, 2017

Master live

Mach' ich mit links

Es gibt verschiedene Lerntypen. Zum Beispiel jene gesegneten Menschen, die eine Seite mit Vokabeln nur einmal intensiv betrachten und schon im Kopf behalten. Eine Schulfreundin von mir war eine von diesen faszinierenden visuellen Lerntypen und ich war regelmäßig sprachlos und auch ein bisschen neidisch, wie schnell sie Information aufnahm, während ich etwas mindestens zweimal abschreiben musste, um es mir zu merken. Entsprechend schlecht waren die Ergebnisse meiner Klausuren, weil ich als eher motorischer Lerntyp nicht dazu kam, den Stoff oft genug zu wiederholen.
Klar, man ist nie nur ein Lerntyp. Am leichtesten wird man sich Sachverhalte merken können, wenn man auch seinen auditiven Lerncharakter nutzt, der bei mir ebenfalls stark ausgeprägt ist. Leider hilft er mir aber nur beim Aufnehmen von Infos, nicht beim Wiedergeben. Einzig beim Auswendiglernen von Gedichten in der Grundschule oder im Musikunterricht beim Lernen von Liedern konnte ich so punkten. Liedtexte merke ich mir sehr leicht. Schade, dass einem der Lernstoff nicht öfter vorgesungen wird oder man diesen bei einem „Klausur-Vorsingen“ zum Besten geben kann. Dann wären meine Noten wohl bombastisch gut.
Da das aber nicht so ist, schreibe ich immer in der Prüfungsphase enorm viel, um den Lernstoff in mein Hirn und dann auf das Klausurpapier zu bringen. Im besten Falle schreibe ich so lang, bis ich die Aufgabe geradezu mit links meistere.
Dieses Mal musste ich das „mit links“ leider schmerzlich ernst nehmen: Ich habe so viel geschrieben, dass mir irgendwann meine Schreibhand, die rechte, wehtat. Die große Gutachten-Prüfung im Öffentlichen Recht traf wohl die größte Schuld. Erstens musste ich die Prüfungspunkte immer wieder abschreiben und zweitens hatte man in der Prüfung nur 120 Minuten Zeit, um so unendlich viel zu Papier zu bringen, dass der Krampf in der Hand fast vorprogrammiert war.
Ich habe mein Schreibpensum also eindämmen müssen, was sich in meinem schlechteren Verständnis für die Inhalte widerspiegelte. Nach der letzten Klausur stand fest: Ich hatte mir eine ordentliche Sehnenscheidenentzündung am rechten Daumen erarbeitet, ähnlich wie auch schon kurz vor dem Abitur und vor drei Jahren vor einer großen Modulprüfung. Ich konnte mir nicht mal mehr den Hosenkopf mit rechts zu machen! Meine Hand hat nicht mehr mitgemacht und sich mit unangenehmem Schmerz für die Misshandlung der vergangenen Wochen revanchiert. Immerhin keinen Tag zu früh, sonst hätte ich die Prüfungen nicht schreiben können.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Mar 8, 2017
Autor: Mia
Rubrik: studium
Mar 8, 2017