interaktiv

Master live

Wiener Zentralfriedhof

Autor:
Franca

Rubrik:
studium

27.03.2017

Auf meiner Tour durch Süddeutschland, die Schweiz und Österreich habe ich auch meine Cousine und ihren Freund besucht, die in Wien wohnen. Jeder von euch, der schon einmal in Wien war, weiß was ich meine, wenn ich schreibe, dass es einfach nur eine gigantische Stadt ist: Prachtbau an Prachtbau, einer größer und pompöser als der andere, gold-glänzende Dächer und so reich verzierte Fassaden, dass man oft stehen bleibt und sich fragt, vor welchem Schloss man denn nun schon wieder steht und warum das im Reiseführer gar nicht erwähnt wird.
Wir haben uns aber nicht nur in der Innenstadt aufgehalten, sondern auch einen Tag auf dem Zentralfriedhof verbracht. Dieser ist so groß, dass eine eigene Buslinie nur dort umherfährt. Es gibt verschiedene Abteilungen auf diesem Friedhof, aufgeteilt nach Religionen. So konnten wir viele christliche Gräber sehen, aber auch welche, die etwas ausgefallener waren: Zum Beispiel der Abschnitt mit mormonischen Gräbern. Diese sind im Kreis um eine große Holzstatue herum angeordnet, die Männer, Frauen und Kinder darstellte. Sehr interessant waren auch die serbisch-orthodoxen Gräber, auf denen Bierflaschen und Aschenbecher, Spielsachen und Hocker standen und auf denen anscheinend die Hinterbliebenen regelmäßig picknicken, um mit den Verstorbenen Zeit zu verbringen. Ähnliches kenne ich aus Mexiko, wo am „Tag der Toten“ Altare für die Verstorbenen aufgebaut werden, auf denen ihr Lieblingsessen aufgetischt und wo miteinander gefeiert wird. Ich finde es schön, dass Tod nicht in jeder Kultur als Tabuthema und nur als traurig behandelt wird, denn es macht den Umgang damit auch nicht leichter.
Der jüdische Teil des Zentralfriedhofs war auch sehr spannend. Jüdische Gräber dürfen nicht aufgelöst oder versetzt werden, deswegen standen dort uralte Grabsteine, teilweise völlig überwuchert, und die Atmosphäre war magisch. Außerdem gibt es einen islamischen und einen buddhistischen Teil, die wir aber leider nicht gesehen haben. Ich werde auf jeden Fall irgendwann nochmal zum Wiener Zentralfriedhof zurückkehren und mir mehr ansehen!

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