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Master live

Erste Uniwoche

Ich bin in meinem Studiengang relativ frei darin, mir auszusuchen, mit welchen Seminaren ich in der Philosophie meine Module fülle und kann auch wählen, ob ich ein Seminar nur besuchen möchte beziehungsweise eine kleine oder große Hausarbeit schreiben möchte, um mehr Punkte zu erlangen. Für mein letztes Unisemester vor der Masterarbeit brauche ich noch 14 Punkte in Philosophie. Ich kann immer entweder zwei, vier oder sechs Punkte in einem Seminar erwerben, je nach Leistung. Also was tun? Sieben Zweier oder doch zwei Sechser und ein Zweier? Oder drei Vierer und ein Zweier?
Natürlich muss ich noch darauf achten, dass das Seminar zum Modul passt. So muss ich zum Beispiel für das Modul „Neuere und Angewandte Ethik“ auch eine Hausarbeit in diesem Bereich schreiben. Aber ich muss nicht einmal ein durchweg passendes Seminar besuchen, es kommt nur auf die Ausrichtung der Hausarbeit an. So werde ich dieses Semester zum Beispiel das Seminar „Philosophie der Psychiatrie“ besuchen und meine Arbeit dann zur Ethik der Psychiatrie schreiben.
Wie geht man das also an? Ich habe es so gemacht, dass ich alle Seminare, die sich nicht gegenseitig oder mit einer Vorlesung aus dem Bereich Neurowissenschaften zeitlich überschnitten haben, besuchte. Das war vielleicht eine anstrengende Woche! Ich war sieben Tage lang zwischen sechs und zehn Stunden in der Uni und habe mir alles angeschaut: Philosophie der Psychiatrie, Willensfreiheit, der Wiener Kreis, Philosophie des Tötens, Rechtsphilosophie, Philosophie der Mathematik, Träumen, Logik und und und..
In der Philsophie habe ich mich nun für drei Seminare entschieden: Philosophie der Psychiatrie, Willensfreiheit und Origins of Human Communication (Ein Buch des Primatenforschers und Anthropologen Michael Tomasello). In den nächsten Blogbeiträgen gebe ich euch eine Einführung in die Themen und vermittle meinen ersten Eindruck.
Natürlich habe ich auch noch Veranstaltungen in den Neurowissenschaften, alle auf Englisch. Dieses Semster mit einem besonders dicken Brocken: zellulärer Neurobiologie. Da ich das letzte Mal Bio in der Schule hatte, wird das ein Abenteuer. Zudem besuche ich noch eine Vorlesung zu „Development and Plasticity“, in der es um die Entwicklung des Gehirns geht und zu „Learning and Memory“.

Autor: Lukas  |  Rubrik: studium  |  May 2, 2017
Autor: Lukas
Rubrik: studium
May 2, 2017

Master live

Gib mir mal die Salzstreuerin

Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, ist das sogenannte Gendern. Dabei geht es um einen geschlechterbewussten Sprachgebrauch mit dem Ziel einer Geschlechtergleichstellung. Auch wenn es in den vergangenen Jahrzehnten in Sachen Gleichberechtigung einige Fortschritte gab, kann man immer noch nicht von einer vollkommenen Gleichstellung von Mann und Frau sprechen. Frauen verdienen zum Beispiel häufig weniger Geld für die gleiche Arbeit und sind seltener in leitenden Positionen zu finden.
In psychologischen Studien konnte die Verbindung zwischen Sprache und Denken nachgewiesen werden. So können zum Beispiel eine Gruppe Menschen, die im Amazonasgebiet leben, keinen Unterschied zwischen fünf und sechs Nüssen erkennen, da sie in ihrer Sprache nur die Zahlwörter „eins“, „zwei“ und „viele“ haben. Ob es fünf oder sechs Nüsse sind, ist in ihrem Alltag nicht relevant, also haben sie keinen Begriff dafür und demnach auch keine Repräsentation im Denken. Und analog dazu würde ich vermuten, dass es auch schwieriger ist, sich Frauen vorzustellen, wenn von „Lehrern“ gesprochen wird.
Aber formt nun das Denken die Sprache oder die Sprache das Denken? Vermutlich handelt es sich um eine Wechselwirkung. Unser Denken zu verändern, erfordert viel Zeit und Geduld. Sprache hingegen ist sehr wandelbar, aktiv (zum Beispiel durch Wortneuschöpfungen) und ganz von allein über die Jahre. Wenn wir über Generationen hinweg eine geschlechterneutrale Sprache nutzen würden, würde sich die Geschlechterdiskussion wahrscheinlich irgendwann erübrigen. Wenn es dann keine Ungerechtigkeiten mehr gäbe, wäre mir auch die korrekte Sprache nicht mehr so wichtig. Bis es aber soweit ist, finde ich es richtig, „Lehrerinnen und Lehrer“ zu sagen, um nicht die Hälfte der Menschheit auszuschließen.
Ich wünsche mir, dass die Welt eines Tages frei(er) von Diskriminierung und Ungerechtigkeit ist und glaube, dass das Gendern ein erster Schritt in diese Richtung sein kann.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Apr 26, 2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
Apr 26, 2017

Master live

Auf der Insel der Glückseeligen

Makaronesien ist entgegen des ersten Gedankens nicht das Land, in dem Pastabäume blühen. Das weiß ich, weil ich die vergangenen 16 Tage auf Teneriffa, einer der makaronesischen Inseln im Atlantik, südöstlich von Marokko verbracht habe. Makaronesien heißt übersetzt „das Land der Glückseligen“ und ich Glückspilz kann dies nach dieser botanischen Exkursion, die mich auf die Vulkaninsel brachte, nur bestätigen: Der Name passt – obwohl es für mich erst mal gar nicht danach aussah.
Drei Tage bevor unsere zwanzigköpfige Unigruppe auf die Insel flog, lag ich mit einer Erkältung im Bett. Mir ging es so schlecht, dass ich nicht mal die Kraft hatte, meinen Koffer zu packen, das musste mein Mann übernehmen. Aber wenn man die Chance hat, 16 Tage lang als Studierender in den Süden zu fliegen, darf einen so etwas doch nicht aufhalten. Gott sei Dank habe ich mich so entschieden!
Wir erkundeten wilde Vulkanschluchten, suchten uns einen Weg entlang von alten Wasserleitungen in schwindelerregenden Höhen, kämpften uns durch verwachsene Flusstäler und ließen uns auch nicht von den Stichen der Opuntien-Kakteen von unserem Auftrag abbringen – die Pflanzenwelt in ihrer ganzen Fülle zu erkunden.
Neben tollen Aeonien, die wegen ihrer bizarren Rosettenformen auch hierzulande im Blumentopf beliebt sind, war es für mich vor allem die Mittagsblume, die mich ehrlich verzückte. Diese ist ein Halophyt, also eine Pflanze, die an sehr salzhaltige Standorte angepasst ist. Dieses verrückte Kraut umhüllt sich mit einem Glitzermäntelchen aus Salzwassertropfen. In diese Blasen pumpt sie das überschüssige Salz und kann sich deshalb zum Beispiel an der Steilküste am Meer halten, wo das salzige Meerwasser durch die Gischt ständig herangetragen wird. Die saftigen Blätter der Mittagsblume kann man sogar essen. Sie schmecken etwa wie gesalzene Gurkenstückchen, also ganz lecker. Und wer immer noch nicht begeistert ist, der muss es doch spätestens, wenn er weiß, dass man aus der Pflanze durch Trocknen und Pulverisieren Soda gewinnen kann.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Apr 25, 2017
Autor: Mia
Rubrik: studium
Apr 25, 2017