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Master live

Philosophie der Psychiatrie

Ich habe im Bachelor Psychologie studiert und voriges Semester in meinem Master das Wahlmodul „Klinische Neurowissenschaften“ belegt. Nun freue ich mich besonders, diese Fachrichtung noch einmal philosophisch betrachten zu können. Aber es ist erst einmal zu klären, was die Psychiatrie macht und wo der Unterschied zur klinischen Psychologie liegt. Beide Disziplinen beschäftigen sich mit psychischen, also seelischen Störungen. Die Psychiatrie ist jedoch ein Teilgebiet der Medizin und die klinische Psychologie eines der Psychologie. Und da liegt der Unterschied: Mediziner gehen mit anderen Methoden vor als Psychologen. Erstere arbeiten vor allen Dingen auf der gehirnbiologischen Ebene, während Letztere Verhaltensexperimente und Fragebögen als Grundlage zum Verständnis des Seelenzustands verwenden. Beide Disziplinen sind sich darin einig, dass psychische Störungen über eine Abweichung im Erleben oder Verhalten zum Durchschnitt der Bevölkerung diagnostiziert werden können.
Aber was sind psychische Störungen? Genau hier kommt die Philosophie ins Spiel. Denn weder die Medizin noch die Psychologie stellen diese Frage. Denn um experimentell forschen zu können, müssen sowohl die Psychiatrie als auch die Psychologie bereits eine Idee davon haben, was psychische Störungen sein könnten, nämlich biologische Erkrankungen des Gehirns. Nicht jeder Mediziner oder Psychologe geht hiervon aus, aber diese Arbeitsdefinition ist Grundlage der Forschung und die Einbettung von neuen Forschungserkenntnissen in bestehende Theorien stützt sich im weitesten Sinne auf biologische Prinzipien.
Aber, ob psychische Störungen ihrer Substanz nach materiell, also im Gehirn verankert sind, ist nicht bewiesen. Damit beschäftigt sich die Philosophie der Psychiatrie unter anderem. Sie versucht, ausgehend vom Verhältnis unserer erlebten Seele zu unserem Körper zu verstehen, wie Störungen im Erleben und Verhalten entstehen und was sie letztlich darstellen.

Autor: Lukas  |  Rubrik: studium  |  May 15, 2017
Autor: Lukas
Rubrik: studium
May 15, 2017

Master live

Von verborgenem Können

Als Studierender ist es gar nicht so leicht, zu erkennen, was man alles kann. Anders als bei Studiengängen wie Medizin oder Jura oder Ausbildungsberufen, die zu einer eindeutigen Jobbezeichnung führen, eignet man sich vor allem in den Geisteswissenschaften eine ganze Menge Fähigkeiten an, derer man sich oft gar nicht bewusst ist. Kein Wunder also, dass man durch die Frage, was man nach seinem Studium beruflich machen möchte, in Erklärungsnot geraten kann – nicht nur vor anderen, sondern vor allem auch vor sich selbst. Richtig schwierig wird es aber erst dann, wenn man in einem Bewerbungsschreiben seinen potenziellen künftigen Arbeitgeber von jenem Wissen und Können überzeugen soll, von dem man selbst nicht einmal weiß.
Ich habe mich nicht nur während des Studiums, sondern schon während der Schulzeit des Öfteren gefragt, wozu der ganze Lernstoff gut sein soll. Mathe? Brauche ich bestimmt nie wieder! Goethe? Das interessiert heutzutage doch keinen mehr. Tja, falsch gedacht. Das bemerkte ich bei einem Bewerbungstraining. Dort sollten wir Studierende nicht nur lernen, ansprechende Anschreiben zu verfassen, sondern uns zudem darüber klar werden, was wir können und in den vergangenen Jahren unseres Studiums gelernt haben.
Die Fähigkeiten, die ich in meinem Studium der Deutschen und Englischen Philologie erworben habe, stammen hauptsächlich aus dem Bereich Soft Skills und sind für meinen Berufswunsch der Journalistin überaus wichtig. Dazu gehören beispielsweise sehr gute Textkompetenzen, Recherche, Ausdruck und Orthografie. Dank der unzähligen Hausarbeiten, die ich in den vergangenen Jahren musste, ist es heute für mich ein Leichtes, mich in neue Themen und Sachverhalte einzuarbeiten. Am Ende ist ein geisteswissenschaftliches Studium also doch gar nicht so unnütz wie gedacht. Manchmal braucht man nur einen kleinen Anstoß, um zu erkennen, welches Können unter der Oberfläche verborgen liegt.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  May 9, 2017
Autor: Noelle
Rubrik: studium
May 9, 2017

Master live

WG-Casting

Es ist mal wieder so weit: Ein Mitbewohner zieht bald aus und wir müssen eine würdige Nachfolge für ihn finden. Ich mache diese Suche nun schon zum wiederholten Male mit und muss sagen, es ist immer wieder überraschend, was es für interessante, langweilige, gruselige, witzige, spannende, stocksteife und verrückte Menschen gibt.
Unsere Kriterien sind seit Jahren dieselben: Sympathie steht an erster Stelle, dann sollten die Vorstellungen vom Miteinander übereinstimmen: zu gemeinsamem Kochen, Balkonbepflanzen oder Putzen sollte man bereit sein, trotzdem kann auch jede und jeder mal die Tür schließen, wenn er oder sie alleine sein möchte. Einen minimalen Anspruch an Sauberkeit haben wir auch sowie die Hoffnung, dass alle versuchen, an die anderen zu denken, zum Beispiel beim Einkaufen. Perfekt ist es, wenn die neue Person ähnliche Vorstellungen zum Thema Konsum hat wie wir, also zum Beispiel auch vegetarisch isst, bio einkauft und auch mal den langen Weg zum Bioladen auf sich nimmt, um Spüli und Waschmittel nachzufüllen und damit Verpackungen zu sparen. Wenn jemand kochen kann, ist das ein großer Pluspunkt, da wir oft zusammen essen und uns möglichst abwechseln. Raucherinnen und Raucher sind bei uns eher ungern gesehen, es sei denn, sie rauchen auch im Winter nur draußen! Gegen Party haben wir nichts, wenn es sich im Rahmen hält. Insgesamt sind wir schon eher eine ruhige WG. Wir haben zwar oft Besuch, aber meist nur im kleinen Rahmen. Dann sitzen wir in der Küche oder auf dem Balkon und essen, lachen, spielen Karten und genießen die Zeit zusammen. Ein absolutes No-Go sind rassistische, sexistische oder andere diskriminierende Einstellungen. Ansonsten sind wir sehr offen und haben bisher auch meist gute Erfahrungen mit neuen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern gemacht. Es ist immer eine Bereicherung und man lernt nie aus! Ich bin gespannt, wen wir dieses Mal bei uns aufnehmen ...

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  May 3, 2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
May 3, 2017