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Master live

Von verborgenem Können

Autor:
Noelle

Rubrik:
studium

09.05.2017

Als Studierender ist es gar nicht so leicht, zu erkennen, was man alles kann. Anders als bei Studiengängen wie Medizin oder Jura oder Ausbildungsberufen, die zu einer eindeutigen Jobbezeichnung führen, eignet man sich vor allem in den Geisteswissenschaften eine ganze Menge Fähigkeiten an, derer man sich oft gar nicht bewusst ist. Kein Wunder also, dass man durch die Frage, was man nach seinem Studium beruflich machen möchte, in Erklärungsnot geraten kann – nicht nur vor anderen, sondern vor allem auch vor sich selbst. Richtig schwierig wird es aber erst dann, wenn man in einem Bewerbungsschreiben seinen potenziellen künftigen Arbeitgeber von jenem Wissen und Können überzeugen soll, von dem man selbst nicht einmal weiß.
Ich habe mich nicht nur während des Studiums, sondern schon während der Schulzeit des Öfteren gefragt, wozu der ganze Lernstoff gut sein soll. Mathe? Brauche ich bestimmt nie wieder! Goethe? Das interessiert heutzutage doch keinen mehr. Tja, falsch gedacht. Das bemerkte ich bei einem Bewerbungstraining. Dort sollten wir Studierende nicht nur lernen, ansprechende Anschreiben zu verfassen, sondern uns zudem darüber klar werden, was wir können und in den vergangenen Jahren unseres Studiums gelernt haben.
Die Fähigkeiten, die ich in meinem Studium der Deutschen und Englischen Philologie erworben habe, stammen hauptsächlich aus dem Bereich Soft Skills und sind für meinen Berufswunsch der Journalistin überaus wichtig. Dazu gehören beispielsweise sehr gute Textkompetenzen, Recherche, Ausdruck und Orthografie. Dank der unzähligen Hausarbeiten, die ich in den vergangenen Jahren musste, ist es heute für mich ein Leichtes, mich in neue Themen und Sachverhalte einzuarbeiten. Am Ende ist ein geisteswissenschaftliches Studium also doch gar nicht so unnütz wie gedacht. Manchmal braucht man nur einen kleinen Anstoß, um zu erkennen, welches Können unter der Oberfläche verborgen liegt.

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