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Master live

Bohnen, Lavendel und Wildblumen

Am Wochenende haben wir es in der WG endlich geschafft, den Balkon neu zu bepflanzen. Unser neuer Mitbewohner hat auch mitgeholfen. Es ist immer ein schönes Erlebnis, wenn man gemeinsam Entscheidungen trifft und zusammen so einen viel genutzten Teil der WG verschönert. Voriges Jahr war es so, dass wir uns nach der Balkonaktion jeden Tag darüber gefreut haben, wenn wieder ein Samen gekeimt oder eine Blüte aufgegangen ist.
Wir säen immer im April oder Mai aus, einige Pflanzen kaufen wir fertig und setzen sie nur in größere Töpfe. Im vergangenen Jahr haben wir selbst Spinat gesät, von dem wir mehrere große Ernten genießen durften. Außerdem haben wir im Spätsommer fünf Kürbisse, einige Tomaten, acht Bohnen und ganze drei Erdbeeren aus eigener Anzucht gegessen! Gut gedeihen insbesondere die ganzen Kräuter wie Basilikum, Salbei, Pfefferminze, Rosmarin, Lavendel und Kapuzinerkresse. Das ist alles wie wild gewachsen, wir kamen mit dem Abernten kaum hinterher! Daraus haben wir Salbeitee gemacht, wenn wir krank waren, Cocktails aus der Pfefferminze und Rosmarin darf sowieso in keinem Essen fehlen ... Dieses Jahr haben wir Gartenkresse und viele Wildblumen gesät. Ich freue mich schon auf die ersten Sprösslinge, die wir hegen und pflegen können. Außerdem haben wir viele Tomaten- und Chilipflanzen. Da wir alle gerne scharf essen, eignet sich das besonders gut.
Aber mal abgesehen von den kleinen Freuden, etwas selbst Gezogenes zu essen, ist es einfach schön, auf einem grünen, bepflanzten Balkon in der Sonne sitzen zu können und viele Bienen und Hummeln summen zu hören.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  May 24, 2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
May 24, 2017

Master live

Kolonialismus 2.0 - Teil 2

Vor meiner Abreise nach Uganda hatte ich einen Blogeintrag über Kolonialismus und Freiwilligendienste und Praktika im Ausland verfasst. Ich hatte damals überlegt, worauf man achten kann, wenn man einen solchen Auslandsaufenthalt plant, und geschrieben, es wäre gut darauf zu achten, welche Aufgaben man übernehmen wird und ob sie tatsächlich den eigenen Fähigkeiten entsprechen. Genauso wichtig ist es, sich klarzumachen, wer von diesem Praktikum profitiert sowie sich mit Rassismus und dadurch entstehende Privilegierungen und Diskriminierungen auseinanderzusetzen.
Diese Liste würde ich jetzt gerne ergänzen, weil mich die Gedanken darüber, ob solche Auslandseinsätze mehr Schaden als Nutzen bringen, sehr beschäftigen.
In Kampalas teureren Kneipen und Clubs wimmelt es nur so vor weißen jungen Menschen. Alle sind sie da, um für ein paar Wochen oder Monate Gutes zu tun. Auch bei Wakisa Ministries, der Organisation bei der ich mein Praktikum gemacht habe, kamen motivierte weiße Praktikantinnen und Freiwillige zur Tür herein und waren kurz Teil des Lebens der Mädchen und der Mitarbeiterinnen bei Wakisa. Alle verlassen sie den Ort nach kurzer Zeit wieder mit dem Versprechen, sich auf jeden Fall zu melden und wiederzukommen. Jedes Mal, wenn eine Freiwillige ein paar Wochen weg war, fragte mich einer meiner Kolleginnen, ob ich von ihr gehört hätte, denn sie hätte auf E-Mails nicht mehr geantwortet. Meine ugandischen Kolleginnen blieben immer enttäuscht zurück. Eine ugandische Sozialarbeiterin sagte mir einmal, sie würde sich nicht mehr die Mühe machen, sich mit den weißen Praktikantinnen anzufreunden. Sie sei es müde, sich immer wieder auf diese einzulassen, wenn sie so schnell wieder weg wären.
Das sind Eindrücke von Sozialarbeiterinnen. Wie muss es erst den Kindern oder Erwachsenen gehen, mit denen diese Freiwilligen arbeiten? Wie erleben Straßenkinder es, wenn sie sich alle sechs Wochen auf neue Menschen einlassen sollen? Menschen, die kurz sehr motiviert Teil ihres Lebens sein wollen, nur um kurze Zeit später in den Flieger in die Heimat zu steigen. Ihre Enttäuschung muss noch viel größer sein als die meiner Kolleginnen.

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  May 23, 2017
Autor: Annika
Rubrik: studium
May 23, 2017

Master live

Seelisch krank

In den ersten Sitzungen des Wahlmoduls „Philosophie der Psychiatrie“ haben wir uns mit der Frage beschäftigt, was psychische Störungen überhaupt sind. Dabei kamen wir auf drei verschiedene Erklärungen: Entweder sie sind wie körperliche Krankheiten zu verstehen und stellen eine Erkrankung des Gehirns dar, sind lediglich soziale Konstrukte, definiert als eine Abweichung von herrschenden Normen einer bestimmten Gesellschaft, oder sind eher Werkzeuge, in dem Sinne, dass wir psychische Störungen als Grund nutzen, um Menschen möglichst effizient glücklich machen zu können.
Im weiteren Verlauf des Semesters werden wir psychische Störungen in Beziehung zu philosophischen Problemen setzen. Zum Beispiel wirft die Krankheit Demenz, bei der man seine Erinnerungen verliert, die Frage auf, was die Person ausmacht (seht auch meinen Beitrag „Personale Identität“). Suchterkrankungen verweisen auf die Debatte um den freien Willen. Wahnhafte Störungen wie die Schizophrenie, bei der Halluzinationen auftreten, stellen wiederum die Frage nach der individuellen Wahrnehmung von Realität.
Zuletzt beschäftigen sich Philosophen mit den moralischen Aspekten der Psychiatrie. Auf welcher moralischen Grundlage sperren wir seelisch erkrankte Menschen ein? Wenn es nur auf eine statistische Abweichung zum gesellschaftlichen Durchschnitt ankommt, mit welchem Recht therapieren wir Menschen, um einer Norm zu entsprechen? Oder drastischer gefragt: Warum therapieren wir überhaupt Leiden? Warum leiden wir überhaupt und was bedeutet das?
Ich hoffe, zum Ende des Semesters ein paar gute mögliche Antworten auf diese Fragen mit euch teilen zu können.

Autor: Lukas  |  Rubrik: studium  |  May 23, 2017
Autor: Lukas
Rubrik: studium
May 23, 2017