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Master live

Bewerbungsdschungel

Bewerbungsschreiben sind eine Kunst für sich. Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, Foto – es gibt eine Vielzahl an Dingen, die man dabei beachten muss. Und natürlich muss man sich dabei jedes Mal den spezifischen Anforderungen jeder einzelnen Stellenausschreibung anpassen. Bewerbungstrainer raten sogar, sich für jede Bewerbung einen ganzen Tag Zeit zu nehmen! Bei fünf, sechs potenziellen Arbeitgebern bedeutet das also einen ganzen Haufen Arbeit. Bleibt nur die Hoffnung, dass sich all das am Ende auch bezahlt macht.
Ich selbst werde mein Studium in gut zehn Monaten beenden und weil ich hoffe, im Anschluss direkt ins Berufsleben einzusteigen, bin ich jetzt schon auf Jobsuche. Ich möchte ein Redaktionsvolontariat in der bayerischen Hauptstadt München absolvieren, bei dem ich nicht nur meine bisher erworbenen Fähigkeiten weiterentwickeln, sondern von dem ich auch finanziell mein tägliches Leben bestreiten kann. Denn nachdem ich während meines Studiums hauptsächlich durch meine Eltern gesponsert wurde, ist es allmählich an der Zeit, auf meinen eigenen Beinen zu stehen.
Um also möglichst erfolgreich zu sein, lautet mein Motto fürs Bewerben: Masse UND Klasse. Egal, wie viel Mühe man sich mit einer Bewerbung auch gibt, man sollte sich sicherlich nicht darauf verlassen, mit einer alleine den Jackpot zu knacken. Deshalb konzentriere ich mich bei der Stellenrecherche nicht nur auf meine absoluten Favoriten, sondern bewerbe ich mich bei einem breiten Spektrum von Arbeitgebern. Manchmal sind nämlich gerade die kleinen Firmen jobtechnisch ein wahrer Goldschatz, denn nur weil am Klingelschild kein großer Name steht, heißt das ja nicht, dass man hier nicht trotzdem tolle Arbeit leisten und viel dazu lernen kann. Um jene Stellenausschreibungen zu finden, muss man das Internet allerdings etwas genauer durchforsten. Und das – ebenso wie die Bewerbungen an sich – braucht eben seine Zeit. Wahrscheinlich ist es das Beste, sich fürs Bewerben einfach mal ein paar Tage freizuschaufeln.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  May 24, 2017
Autor: Noelle
Rubrik: studium
May 24, 2017

Master live

Bohnen, Lavendel und Wildblumen

Am Wochenende haben wir es in der WG endlich geschafft, den Balkon neu zu bepflanzen. Unser neuer Mitbewohner hat auch mitgeholfen. Es ist immer ein schönes Erlebnis, wenn man gemeinsam Entscheidungen trifft und zusammen so einen viel genutzten Teil der WG verschönert. Voriges Jahr war es so, dass wir uns nach der Balkonaktion jeden Tag darüber gefreut haben, wenn wieder ein Samen gekeimt oder eine Blüte aufgegangen ist.
Wir säen immer im April oder Mai aus, einige Pflanzen kaufen wir fertig und setzen sie nur in größere Töpfe. Im vergangenen Jahr haben wir selbst Spinat gesät, von dem wir mehrere große Ernten genießen durften. Außerdem haben wir im Spätsommer fünf Kürbisse, einige Tomaten, acht Bohnen und ganze drei Erdbeeren aus eigener Anzucht gegessen! Gut gedeihen insbesondere die ganzen Kräuter wie Basilikum, Salbei, Pfefferminze, Rosmarin, Lavendel und Kapuzinerkresse. Das ist alles wie wild gewachsen, wir kamen mit dem Abernten kaum hinterher! Daraus haben wir Salbeitee gemacht, wenn wir krank waren, Cocktails aus der Pfefferminze und Rosmarin darf sowieso in keinem Essen fehlen ... Dieses Jahr haben wir Gartenkresse und viele Wildblumen gesät. Ich freue mich schon auf die ersten Sprösslinge, die wir hegen und pflegen können. Außerdem haben wir viele Tomaten- und Chilipflanzen. Da wir alle gerne scharf essen, eignet sich das besonders gut.
Aber mal abgesehen von den kleinen Freuden, etwas selbst Gezogenes zu essen, ist es einfach schön, auf einem grünen, bepflanzten Balkon in der Sonne sitzen zu können und viele Bienen und Hummeln summen zu hören.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  May 24, 2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
May 24, 2017

Master live

Kolonialismus 2.0 - Teil 2

Vor meiner Abreise nach Uganda hatte ich einen Blogeintrag über Kolonialismus und Freiwilligendienste und Praktika im Ausland verfasst. Ich hatte damals überlegt, worauf man achten kann, wenn man einen solchen Auslandsaufenthalt plant, und geschrieben, es wäre gut darauf zu achten, welche Aufgaben man übernehmen wird und ob sie tatsächlich den eigenen Fähigkeiten entsprechen. Genauso wichtig ist es, sich klarzumachen, wer von diesem Praktikum profitiert sowie sich mit Rassismus und dadurch entstehende Privilegierungen und Diskriminierungen auseinanderzusetzen.
Diese Liste würde ich jetzt gerne ergänzen, weil mich die Gedanken darüber, ob solche Auslandseinsätze mehr Schaden als Nutzen bringen, sehr beschäftigen.
In Kampalas teureren Kneipen und Clubs wimmelt es nur so vor weißen jungen Menschen. Alle sind sie da, um für ein paar Wochen oder Monate Gutes zu tun. Auch bei Wakisa Ministries, der Organisation bei der ich mein Praktikum gemacht habe, kamen motivierte weiße Praktikantinnen und Freiwillige zur Tür herein und waren kurz Teil des Lebens der Mädchen und der Mitarbeiterinnen bei Wakisa. Alle verlassen sie den Ort nach kurzer Zeit wieder mit dem Versprechen, sich auf jeden Fall zu melden und wiederzukommen. Jedes Mal, wenn eine Freiwillige ein paar Wochen weg war, fragte mich einer meiner Kolleginnen, ob ich von ihr gehört hätte, denn sie hätte auf E-Mails nicht mehr geantwortet. Meine ugandischen Kolleginnen blieben immer enttäuscht zurück. Eine ugandische Sozialarbeiterin sagte mir einmal, sie würde sich nicht mehr die Mühe machen, sich mit den weißen Praktikantinnen anzufreunden. Sie sei es müde, sich immer wieder auf diese einzulassen, wenn sie so schnell wieder weg wären.
Das sind Eindrücke von Sozialarbeiterinnen. Wie muss es erst den Kindern oder Erwachsenen gehen, mit denen diese Freiwilligen arbeiten? Wie erleben Straßenkinder es, wenn sie sich alle sechs Wochen auf neue Menschen einlassen sollen? Menschen, die kurz sehr motiviert Teil ihres Lebens sein wollen, nur um kurze Zeit später in den Flieger in die Heimat zu steigen. Ihre Enttäuschung muss noch viel größer sein als die meiner Kolleginnen.

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  May 23, 2017
Autor: Annika
Rubrik: studium
May 23, 2017