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Master live

Gutachten schreiben

Autor:
Franca

Rubrik:
studium

19.06.2017

Im zweiten Mastersemester ist es üblich, dass alle Studierenden der Psychologie ein Gutachten zu einem echten Fall schreiben. Dafür werden die Fälle der Hochschulambulanz genutzt, an die sich meist Eltern wenden, die wissen wollen, ob ihr Kind eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Förderbedarf hat oder einfach, ob ihr Kind bereits schulfähig ist.
Dafür muss ich zunächst ein Erstgespräch mit den Eltern führen, in dem ich bestimme, was sie konkret wissen wollen. Als nächstes muss ich an die Informationen kommen, aufgrund derer ich eine Entscheidung treffen kann. Das heißt, ich vereinbare zum Beispiel einen Termin mit den Eltern, um über die Biografie des Kindes und das Familiensystem zu besprechen. Ich könnte an dieser Stelle zusätzlich eine Lehrkraft über das Kind befragen. Im nächsten Schritt gibt es Termine mit dem Kind, in denen ich verschiedene testdiagnostische Verfahren mit ihr oder ihm durchführe, zum Beispiel einen Intelligenztest oder die Messung der Konzentrationsleistung. Basierend auf all diesen Informationen schreibe ich das Gutachten, in dem ich genau festhalten muss, wann, in welchem Rahmen und unter welchen Bedingungen ich die Informationen erhoben habe. Anschließend fälle ich eine Entscheidung, beantworte also die Frage der Eltern.
Zeitgleich besuche ich Seminare, in denen alle Gutachtenfälle vorgestellt werden. Alle Teilnehmer müssen elf Mal teilnehmen und zusätzlich zwei Mal selbst vorstellen. Die Themen sind dabei ganz unterschiedlich: Dyskalkulie, Leistungseinbruch nach Cannabiskonsum oder auch Ängstlichkeit.
Noch ist bei mir nicht klar, welchen Fall ich übernehmen werde, aber ich freue mich darauf, mein Wissen nun endlich ein bisschen praktischer anwenden zu dürfen. Aber ich habe auch Respekt vor der Verantwortung dafür, dass basierend auf meinem Ergebnis Entscheidungen getroffen werden, die eventuell das Leben des Kindes maßgeblich verändern können.

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