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Master live

Leipzig – Hypezig

Autor:
Franca

Rubrik:
studium

10.07.2017

Ich wohne nun schon seit fast fünf Jahren in Leipzig und fühle mich hier immer noch pudelwohl. Die Stadt ist einfach wunderschön, vor allem jetzt, wenn es endlich wieder sonnig und warm ist. Es gibt so viele Seen, in denen man kostenlos schwimmen kann (mir ist erst hier klargeworden, dass man nicht zwangsläufig dafür bezahlen muss, um in einem See zu schwimmen). Gefühlt besteht die Hälfte der Stadt nur aus Park. Und die ganzen alten Häuser tragen auch zu Leipzigs ganz besonderem Flair bei.
Ich liebe es, durch den Clara-Park Richtung Westen zu fahren, wo man sich abends gemütlich an den Kanal setzen und einem Straßenmusiker oder einer Straßenmusikerin beim Gitarre spielen zuhören kann. Auf dem Weg dahin kommt man über die Sachsenbrücke, die für Autos gesperrt ist und wo an warmen Sommerabenden hunderte Menschen sitzen, die laue Luft und den Blick auf den Fluss genießen, dabei musizieren, jonglieren, sich unterhalten ...
Ich selbst wohne bisher im Osten der Stadt, wo die Mieten noch günstiger und das Klientel noch gemischter ist. Hier reihen sich Dönerläden, Kunstgalerien, die meist nur ein paar Tage bestehen, „A&V“ (An- und Verkauf-Läden, in denen man günstige gebrauchte Geräte, Bücher und mehr erstehen kann), russische Supermärkte und studentische Szenekneipen aneinander. Sie passen irgendwie gerade wegen ihrer Unterschiedlichkeit gut zusammen.
Im Süden findet man eher den touristischen Teil der Stadt, mit der berühmten Karl-Liebknecht-Straße, der Karli, in der es gefühlt kein Haus ohne Bar drinnen gibt. Hier ist auch die „Feinkost“, ein DDR-Überbleibsel, mit der Löffelfamilie. Das ist ein Leuchtstoffröhren-Bild von einer Familie, die so aussieht, als würde sie Suppe löffeln, wenn abends das Licht angeschaltet wird. Auf der Karli gibt es außerdem viele kleine Läden, wo man für jede Gelegenheit Geschenke, Mitbringsel, besondere selbstgenähte Kleidung und Bastelbedarf jeder Art findet.
Auch Goethe hat es hier anscheinend gefallen: „Mein Leipzig lob ich mir! Es ist ein Klein-Paris und bildet seine Leute.“

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