Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Master live

Hoch hinaus - Wände erklettern

Seit fast zwei Jahren gehe ich regelmäßig Bouldern. Das ist eine Sportart, bei der man mit Hilfe von bunten Griffen die Wände hoch klettert. Dabei ist man nicht gesichert, aber da es nur etwa vier Meter hoch geht und der Boden mit dicken Matten ausgelegt ist, ist die Verletzungsgefahr sehr gering.
Ich habe schon viele Sportarten ausprobiert: Kung Fu, Leichtathletik, Jazz-Tanz, Ballett, Rock ’n’ roll, Salsa, Joggen, Pilates, Yoga, … Sportarten, die mit Bällen zu tun haben, liegen mir gar nicht, dafür alle, die Koordination erfordern – die machen mir Spaß und darin liegt auch eher mein Talent. Trotzdem hat mich bisher keine Sportart länger als ein paar Monate gepackt. Beim Bouldern war das anders. Man braucht zwar Kraft, aber noch viel wichtiger ist die Technik! Durch eine kreative, ausgefallene Technik kann man viel fehlende Kraft ausgleichen. Außerdem gefällt mir, dass man kleine Ziele vor sich hat. Man nimmt sich zum Beispiel eine rote Route vor, beginnt bei den Start-Griffen und arbeitet sich die Wand hoch bis zu den Ziel-Griffen. Dann hat man ein kleines Erfolgserlebnis (vorausgesetzt, man schafft die Route) und kann sich die nächste Route aussuchen. Beim Laufen hat man ja erst nach einer halben oder vollen Stunde das Erfolgserlebnis, die Strecke X in der Zeit Y geschafft zu haben.
Als ich mit dem Bouldern angefangen habe, war das größte Problem, meinen Kopf auszuschalten und meinem Körper zu vertrauen. Man kommt öfter in Situationen, in denen man sich überwinden muss, eine Hand loszulassen, um weiter zu klettern. Das ist mir zu Beginn extrem schwergefallen. Je öfter ich jedoch die Erfahrung machte, dass ich der jeweils anderen Hand vertrauen kann und sie nicht abrutscht, desto leichter fällt es mir und desto schwierigere Routen schaffe ich.
Für die Hände und Finger ist das Bouldern schon eine starke Belastung. Man sollte als Anfänger gut aufpassen, da man sich Gelenke und Sehnen verletzen kann, wenn man sich nicht langsam an die Belastung herantastet und gewöhnt.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Aug 15, 2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
Aug 15, 2017

Master live

Wohnheim auf dem Bauernhof

Zwischen zwei meiner Praktika hatte ich ein paar Wochen frei, in denen ich die ganzen Eindrücke und Erfahrungen erst mal verarbeiten und sortieren konnte. Ich habe die Zeit aber auch genutzt, um ein paar Freundinnen zu besuchen. Unter anderem bin ich dafür nach Osnabrück gefahren, wo eine Freundin von mir studiert. Sie lebt im Studierendenwohnheim. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber wenn ich Wohnheim höre, habe ich direkt bestimmte Assoziationen im Kopf – leider nicht gerade positive. In meiner Vorstellung (und ich habe das auch schon beobachten können) spielen jeden Abend Betrunkene Wikingerschach vor dem Haus, die Küchen sind ranzig und unordentlich, die Zimmer kahl und ungemütlich.
Meine Freundin jedoch hat großes Glück gehabt: Ihr Wohnheim ist ein ehemaliger Bauernhof, 60 Studierende wohnen dort. Die süßen alten Häuschen, in denen die WGs untergebracht sind, sind alle nach ihrer früheren Benutzung benannt. So gibt es eine WG im Schweinestall, eine andere im Kornspeicher. Die Häuser stehen inmitten von Wiesen und Bäumen, überall gibt es Beete und die Menschen dort haben Hängematten aufgespannt und Lampions in die Bäume gehängt. Hühner und Katzen leben in Massen auf dem Hof und während der zwei Tage, die ich dort war, habe ich einen großen Igel und eine Kröte gesehen. So ein idyllisches Wohnen …
Einmal pro Jahr wird dort ein Hoffest organisiert, das alle zusammen gestalten. Überhaupt gibt es wohl keinen Abend, an dem nicht irgendwer irgendwas organisiert, man kann sich immer mit ans Lagerfeuer setzen, zusammen kochen oder grillen, in der Sonne liegen, am Hühnerstall mitbauen, und und und. Eine wirklich schöne Gemeinschaft und für mich die Traumvorstellung vom WG- und Studi-Leben. Die Kehrseite ist hingegen, dass sich die Verantwortung für bestimmte Dinge bei 60 Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern sehr leicht verläuft. So bleiben die Überreste vom Hoffest eben doch länger als nötig liegen und es sind immer dieselben zehn Personen, die sich für bestimmte Aufgaben bereit erklären. So ein Zusammenleben will gut organisiert sein, das merke ich ja schon in meiner kleinen, überschaubaren Dreier-WG!

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Jul 31, 2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
Jul 31, 2017

Master live

Erfurt - das neue Berlin?

Wenn Leipzig das neue Berlin ist und Erfurt das neue Leipzig, dann ist Erfurt quasi fast schon Berlin. Zeit wird’s also für alle, die noch in Tübingen, München, Marburg oder gar Stuttgart studieren, nach Erfurt zu kommen!
Ich bin vor knapp zwei Jahren ohne große Erwartungen nach Erfurt gekommen und bin hellauf begeistert. Mit knapp 200.000 Einwohnern hat Erfurt für mich gerade die richtige Größe: Klein genug, um schnell Freunde zu finden und spontan Bekannten über den Weg zu laufen, groß genug, um trotzdem anonym durch die Straßen laufen zu können. Am Wochenende ist immer ein schönes Konzert, eine gute Party, ein sehenswertes Theaterstück oder ähnliches geboten, aber nie so viel, dass einen die Auswahl lähmen würde. Die Mieten sind (noch) billig und wenn Erfurt doch mal nichts zu bieten hat, sind Jena, Weimar oder der Thüringer Wald nicht weit.
Außerdem ist die Erfurter Altstadt wirklich sehenswert: kleine verwinkelte Gassen mit hübschen Häuschen. Die malerische Krämerbrücke mit ihren bunt beblumten Balkonen. Der Stadtteil Venedig (vielleicht auch ein klein wenig zu hoch gegriffen …), idyllisch am Fluss gelegen. Auch der imposante Dom, die vielen Parks und netten Cafés machen die Altstadt zu einem wunderbaren Ort für Touristen und Studierende.
Man wird aber auch fündig, wenn man genug von der Idylle hat. Verlässt man die Altstadt in Richtung Krämpfervorstadt, findet man sich in einem ehemaligen Arbeiterviertel wieder, mit hohen Backsteinhäusern zwischen verlassenen Fabrikgebäuden, die entweder leer eine schöne Fotokulisse bilden oder zum Kulturraum umfunktioniert wurden. Wenn auch das wieder reicht, kann man sich aufs Fahrrad setzen und ist zehn Minuten später am Nordstrand. Das ist ein großer See, in dem man baden und sogar wakeboarden oder einfach am Sandstrand herumliegen und das Leben genießen kann.
Einzig drei Dinge sind für mich als Fränkin ungewohnt. Erstens: der Name Mandy, der überproportional häufig vorkommt. Zweitens: Das Bier, das bei Weitem nicht so gut schmeckt wie das fränkische. Drittens: Die Tatsache, dass Bäcker zum einen keine guten Brezen backen können und zum anderen die Idee, dass man diese mit Butter bestreichen sollte, für absurd halten.
Nimmt man das in Kauf, kann man eine gute Zeit in Erfurt haben, der heimlichen Hauptstadt Deutschlands – hey, auch ich darf übertreiben.

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  Jul 20, 2017
Autor: Annika
Rubrik: studium
Jul 20, 2017