interaktiv

Master live

Wohnheim auf dem Bauernhof

Autor:
Franca

Rubrik:
studium

31.07.2017

Zwischen zwei meiner Praktika hatte ich ein paar Wochen frei, in denen ich die ganzen Eindrücke und Erfahrungen erst mal verarbeiten und sortieren konnte. Ich habe die Zeit aber auch genutzt, um ein paar Freundinnen zu besuchen. Unter anderem bin ich dafür nach Osnabrück gefahren, wo eine Freundin von mir studiert. Sie lebt im Studierendenwohnheim. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber wenn ich Wohnheim höre, habe ich direkt bestimmte Assoziationen im Kopf – leider nicht gerade positive. In meiner Vorstellung (und ich habe das auch schon beobachten können) spielen jeden Abend Betrunkene Wikingerschach vor dem Haus, die Küchen sind ranzig und unordentlich, die Zimmer kahl und ungemütlich.
Meine Freundin jedoch hat großes Glück gehabt: Ihr Wohnheim ist ein ehemaliger Bauernhof, 60 Studierende wohnen dort. Die süßen alten Häuschen, in denen die WGs untergebracht sind, sind alle nach ihrer früheren Benutzung benannt. So gibt es eine WG im Schweinestall, eine andere im Kornspeicher. Die Häuser stehen inmitten von Wiesen und Bäumen, überall gibt es Beete und die Menschen dort haben Hängematten aufgespannt und Lampions in die Bäume gehängt. Hühner und Katzen leben in Massen auf dem Hof und während der zwei Tage, die ich dort war, habe ich einen großen Igel und eine Kröte gesehen. So ein idyllisches Wohnen …
Einmal pro Jahr wird dort ein Hoffest organisiert, das alle zusammen gestalten. Überhaupt gibt es wohl keinen Abend, an dem nicht irgendwer irgendwas organisiert, man kann sich immer mit ans Lagerfeuer setzen, zusammen kochen oder grillen, in der Sonne liegen, am Hühnerstall mitbauen, und und und. Eine wirklich schöne Gemeinschaft und für mich die Traumvorstellung vom WG- und Studi-Leben. Die Kehrseite ist hingegen, dass sich die Verantwortung für bestimmte Dinge bei 60 Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern sehr leicht verläuft. So bleiben die Überreste vom Hoffest eben doch länger als nötig liegen und es sind immer dieselben zehn Personen, die sich für bestimmte Aufgaben bereit erklären. So ein Zusammenleben will gut organisiert sein, das merke ich ja schon in meiner kleinen, überschaubaren Dreier-WG!

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