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Master live

Erfurt - das neue Berlin?

Autor:
Annika

Rubrik:
studium

20.07.2017

Wenn Leipzig das neue Berlin ist und Erfurt das neue Leipzig, dann ist Erfurt quasi fast schon Berlin. Zeit wird’s also für alle, die noch in Tübingen, München, Marburg oder gar Stuttgart studieren, nach Erfurt zu kommen!
Ich bin vor knapp zwei Jahren ohne große Erwartungen nach Erfurt gekommen und bin hellauf begeistert. Mit knapp 200.000 Einwohnern hat Erfurt für mich gerade die richtige Größe: Klein genug, um schnell Freunde zu finden und spontan Bekannten über den Weg zu laufen, groß genug, um trotzdem anonym durch die Straßen laufen zu können. Am Wochenende ist immer ein schönes Konzert, eine gute Party, ein sehenswertes Theaterstück oder ähnliches geboten, aber nie so viel, dass einen die Auswahl lähmen würde. Die Mieten sind (noch) billig und wenn Erfurt doch mal nichts zu bieten hat, sind Jena, Weimar oder der Thüringer Wald nicht weit.
Außerdem ist die Erfurter Altstadt wirklich sehenswert: kleine verwinkelte Gassen mit hübschen Häuschen. Die malerische Krämerbrücke mit ihren bunt beblumten Balkonen. Der Stadtteil Venedig (vielleicht auch ein klein wenig zu hoch gegriffen …), idyllisch am Fluss gelegen. Auch der imposante Dom, die vielen Parks und netten Cafés machen die Altstadt zu einem wunderbaren Ort für Touristen und Studierende.
Man wird aber auch fündig, wenn man genug von der Idylle hat. Verlässt man die Altstadt in Richtung Krämpfervorstadt, findet man sich in einem ehemaligen Arbeiterviertel wieder, mit hohen Backsteinhäusern zwischen verlassenen Fabrikgebäuden, die entweder leer eine schöne Fotokulisse bilden oder zum Kulturraum umfunktioniert wurden. Wenn auch das wieder reicht, kann man sich aufs Fahrrad setzen und ist zehn Minuten später am Nordstrand. Das ist ein großer See, in dem man baden und sogar wakeboarden oder einfach am Sandstrand herumliegen und das Leben genießen kann.
Einzig drei Dinge sind für mich als Fränkin ungewohnt. Erstens: der Name Mandy, der überproportional häufig vorkommt. Zweitens: Das Bier, das bei Weitem nicht so gut schmeckt wie das fränkische. Drittens: Die Tatsache, dass Bäcker zum einen keine guten Brezen backen können und zum anderen die Idee, dass man diese mit Butter bestreichen sollte, für absurd halten.
Nimmt man das in Kauf, kann man eine gute Zeit in Erfurt haben, der heimlichen Hauptstadt Deutschlands – hey, auch ich darf übertreiben.

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