interaktiv

Master live

Wer kriegt das Brot-Endstück?

Autor:
Franca

Rubrik:
studium

16.11.2017

Dieses Semester besuche ich ein Modul im Bereich „Arbeits- und Organisationspsychologie“, kurz A&O. Wir haben jede Woche zwei Seminare, die jeweils zweieinhalb Stunden dauern. Im ersten geht es um A&O in Forschung und Praxis, im zweiten sprechen wir über neue Entwicklungen in der A&O.
Ein Thema hat mir besonders Spaß gemacht und mich zum Nachdenken gebracht: erfolgreich verhandeln. Als Vorbereitung haben wir einen wissenschaftlichen Artikel darüber gelesen, inwiefern sich ein bestimmtes Training positiv auf Verhandlungen auswirkt. Dieses bestand unter anderem aus einer Technik, die sich „Logrolling“ nennt. Das bedeutet, bei einer Verhandlung zunächst die Prioritäten der Verhandlungsparteien zu klären, um zu einem bestmöglichen Ergebnis für beide Seiten zu kommen. Das klingt zunächst banal. Aber häufig werden die Prioritäten im Vorfeld nicht klar abgesteckt, da es die Parteien als Nachteil empfinden, zu viele Informationen preiszugeben.
Doch die Vorteile von Logrolling lassen sich am Beispiel der Verhandlung eines Arbeitsvertrags erklären: Dem Bewerber ist es etwa vor allem wichtig, viel Geld zu verdienen. Die Chefin legt aber insbesondere Wert darauf, wenige Urlaubstage zuzugestehen, da sie jemanden braucht, der möglichst immer anwesend ist. Beide können durch Offenlegen ihrer Prioritäten gewinnen. Oder ein noch anschaulicheres Beispiel: das Aushandeln der häufig diskutierten Frage „Wer kriegt das Brot-Endstück?“ in der WG. Ich persönlich mag das Endstück nicht so gerne, während meine Mitbewohnerin es liebt. Aus Höflichkeit haben wir beide immer der anderen Person die Brotscheibe zugestanden, die wir jeweils für besser befinden. Also habe ich das Brot-Endstück gegessen und meine Mitbewohnerin das Mittelstück. Somit hatten wir beide verloren, da wir unsere Prioritäten nicht offengelegt hatten. Logrolling kann also für Lösungen bei Verhandlungen sorgen, bei denen beide Parteien gewinnen!

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