Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Master live

Die Hochs und Tiefs eines Studentenlebens

Viele sagen, die Pubertät sei die schwierigste Zeit im Leben eines Menschen, weil man vielerlei Veränderungen am eigenen Körper erfährt. Doch ich finde, dass die Phasen, die man während des Studiums durchlebt, mindestens ebenso nervenaufreibend sind. Besonders herausfordernd ist es, wenn man in eine eigene Wohnung zieht. Denn eine eigene Wohnung bedeutet nicht nur Freiheit, sondern in erster Linie auch viel Verantwortung. Wäsche waschen, kochen, einkaufen und ganz nebenbei wollen auch noch all die Rechnungen bezahlt werden, die Woche für Woche ins Haus flattern.
Der Haushalt allein ist aber nicht das einzige Problem. Was mich beispielsweise sehr viel mehr stresst, sind all die E-Mails, die beantwortet, und all die Formulare, die im Laufe des Studiums ausgefüllt und fristgerecht abgegeben werden müssen. Zusammen mit meinem Nebenjob als freie Redakteurin sammelt sich dabei an manchen Tagen so viel an, dass ich das Gefühl habe, ich könnte locker eine eigene Sekretärin damit beschäftigen.
Dazu kommen dann außerdem noch Sport, denn man will ja etwas für seine Gesundheit tun, und das Sozialleben, das sich bei mir aus WG-Abenden, Mensagängen, Theater- und Kinobesuchen zusammensetzt. Am Ende des Tages bin ich oft völlig gerädert weiß kaum noch, wo oben und unten ist. Eindeutig zu kurz kommt bei mir dabei auch genügend Schlaf. Wenn ich abends im Bett liege, kreisen meine Gedanken häufig um all die Dinge, die ich am nächsten Tag noch erledigen muss. Unausgeglichen und erschöpft schleppe mich von Termin zu Termin und sobald mir etwas gegen den Strich geht, breche ich in Tränen aus.
Das alles klingt ziemlich schlimm, aber das Gute ist: Ich bin damit nicht alleine. Denn während die Erstsemester in diesen Tagen immer noch relativ beschwingt und voller Motivation über den Campus strömen, treffen meine Freunde und ich uns im Café und sehen dabei aus wie der wandelnde Tod. Vielleicht klingt das paradox, aber es hilft mir, dass die anderen genauso im Stress ertrinken wie ich, denn so habe ich zumindest nicht das Gefühl, die einzige Verrückte hier zu sein. Und es kommen auch wieder bessere Tage. Zum Beispiel dann, wenn wir gemeinsam über den Weihnachtsmarkt schlendern oder kurz vor Weihnachten in großer Runde essen gehen. Es kann schließlich nur besser werden. Ganz bestimmt.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Nov 22, 2017
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Nov 22, 2017

Master live

Forscherin oder Therapeutin?

Vor gut drei Jahren startete ich mein Psychologiestudium. Ich hatte mich vor allem deshalb dafür entschieden, weil ich das Fach inhaltlich sehr interessant fand. Das erscheint logisch, doch tatsächlich ist das bei sehr anwendungsorientierten Studiengängen wie Medizin und Psychologie nicht immer so. Viele Studierende wählen diese Fächer wegen des Berufs, der zu dem Studium berechtigt. Ich selbst fand und finde psychologische Grundlagenforschung, wie allgemeine und kognitive Psychologie besonders spannend. Hier geht es um Themen wie Aufmerksamkeit, Emotionen, Wahrnehmung, Sprache und Denken. Klinische Psychologie dagegen reizte mich nicht. Da ich während des Bachelorstudiums in die Forschung gehen wollte, habe ich als studentische Hilfskraft am Max-Planck-Institut gearbeitet und dort eine recht umfangreiche Bachelorarbeit geschrieben.
In den vergangenen Wochen stellte ich meinen Plan allerdings infrage. Das kommt vor allem daher, dass wir jetzt im Master zwei wahnsinnig gute Dozentinnen in klinischer Psychologie haben. Die Professorin kann einen mit handfesten Fakten für das Fach begeistern und die Seminarleiterin punktet mit ihrem praktischen Wissen. Außerdem haben wir noch ein Modul namens „Gutachten“, in dem wir das erste Mal selbst ein Gutachten stellen werden, zum Beispiel zur Diagnose einer Lese-Rechtschreib-Schwäche, zu einer Sorgerechtsentscheidung oder im Bereich Forensik. Durch all diese Veranstaltungen mit starkem klinischen Praxisbezug habe ich Lust bekommen, später etwas Praktisches zu tun und Verantwortung zu tragen. Das tut man natürlich auch in der Forschung, aber man arbeitet irgendwie auf eine andere Art und Weise.
Weil ich mich nicht entscheiden kann und will, würde ich die beiden Bereiche gerne kombinieren - vielleicht Forschung im Bereich klinische Psychologie mit einem kognitionswissenschaftlichen Ansatz? Das Problem ist, dass man nach einem abgeschlossenen Psychologiestudium zwar Psychologin ist, aber nicht Therapeutin. Um sich als psychologische Therapeutin niederlassen zu dürfen, muss man eine drei- bis fünfjährige Therapieausbildung machen. Doch während dieser Zeit verdient man in der Regel nichts, man muss die Weiterbildung sogar selbst bezahlen. Wenn man als Therapeutin und in der Forschung tätig sein will, steckt man ein bisschen in einer finanziellen und zeitlichen Zwickmühle. Man kann zwar auch ohne die Therapieausbildung klinisch als Psychologin arbeiten, aber dann nur als angestellte Psychologin. Am Ende werde ich mich doch zwischen klinischer Tätigkeit und Forschung entscheiden müssen.

 

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  Nov 21, 2017
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
Nov 21, 2017

Master live

Kritikfähigkeit


Ein anderes Modul, das ich dieses Semester belege, heißt „Testkonstruktion“. Wie der Name schon sagt, sollen wir einen eigenen Test konstruieren, der ein psychologisches Konstrukt unserer Wahl erfasst. Meine Gruppe und ich haben uns für „Kritikfähigkeit“ entschieden. In einem ersten Schritt haben wir dieses Konstrukt definiert als die Fähigkeit, Kritik von anderen anzunehmen und in das eigene Handeln einfließen zu lassen. Als nächstes haben wir uns überlegt, auf welchen Ebenen diese Fähigkeit wirkt. Zum Beispiel gibt es die Verhaltensebene, die danach fragt, wie man sich angesichts Kritik verhält. Zur Verhaltensebene gehört auch, inwiefern Personen aktiv Feedback suchen und inwieweit sie Kritik in ihr Handeln überführen. Des Weiteren haben wir die emotionale Ebene aufgenommen. Dabei geht es um die Fragen, ob man auf Kritik zum Beispiel traurig oder wütend reagiert und ob man Kritik – wenn sie zum Beispiel auf einen Redebeitrag bezogen war – von der eigenen Person getrennt betrachten kann. Als dritter Aspekt ist die kognitive Ebene zu nennen. Dabei geht es um Bewertungen von und Gedanken über erhaltene Kritik. Zum Beispiel wollen wir erfragen, ob man Personen, die einem kritische Rückmeldungen geben, unterstellt, dies mit böser Absicht zu tun. Oder, ob man der Kritik in den eigenen Gedanken so viel Raum gibt, dass man sich auf nichts anderes mehr konzentrieren kann.
Als nächstes werden wir etwa 15 Fragen herausfiltern und diese mindestens 100 Personen online beantworten lassen. Dadurch können wir feststellen, welche der Fragen geeignet sind, um Kritikfähigkeit zu erfassen, und welche nicht.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Nov 21, 2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
Nov 21, 2017