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Master live

Die Hochs und Tiefs eines Studentenlebens

Autor:
Noelle

Rubrik:
studium

22.11.2017

Viele sagen, die Pubertät sei die schwierigste Zeit im Leben eines Menschen, weil man vielerlei Veränderungen am eigenen Körper erfährt. Doch ich finde, dass die Phasen, die man während des Studiums durchlebt, mindestens ebenso nervenaufreibend sind. Besonders herausfordernd ist es, wenn man in eine eigene Wohnung zieht. Denn eine eigene Wohnung bedeutet nicht nur Freiheit, sondern in erster Linie auch viel Verantwortung. Wäsche waschen, kochen, einkaufen und ganz nebenbei wollen auch noch all die Rechnungen bezahlt werden, die Woche für Woche ins Haus flattern.
Der Haushalt allein ist aber nicht das einzige Problem. Was mich beispielsweise sehr viel mehr stresst, sind all die E-Mails, die beantwortet, und all die Formulare, die im Laufe des Studiums ausgefüllt und fristgerecht abgegeben werden müssen. Zusammen mit meinem Nebenjob als freie Redakteurin sammelt sich dabei an manchen Tagen so viel an, dass ich das Gefühl habe, ich könnte locker eine eigene Sekretärin damit beschäftigen.
Dazu kommen dann außerdem noch Sport, denn man will ja etwas für seine Gesundheit tun, und das Sozialleben, das sich bei mir aus WG-Abenden, Mensagängen, Theater- und Kinobesuchen zusammensetzt. Am Ende des Tages bin ich oft völlig gerädert weiß kaum noch, wo oben und unten ist. Eindeutig zu kurz kommt bei mir dabei auch genügend Schlaf. Wenn ich abends im Bett liege, kreisen meine Gedanken häufig um all die Dinge, die ich am nächsten Tag noch erledigen muss. Unausgeglichen und erschöpft schleppe mich von Termin zu Termin und sobald mir etwas gegen den Strich geht, breche ich in Tränen aus.
Das alles klingt ziemlich schlimm, aber das Gute ist: Ich bin damit nicht alleine. Denn während die Erstsemester in diesen Tagen immer noch relativ beschwingt und voller Motivation über den Campus strömen, treffen meine Freunde und ich uns im Café und sehen dabei aus wie der wandelnde Tod. Vielleicht klingt das paradox, aber es hilft mir, dass die anderen genauso im Stress ertrinken wie ich, denn so habe ich zumindest nicht das Gefühl, die einzige Verrückte hier zu sein. Und es kommen auch wieder bessere Tage. Zum Beispiel dann, wenn wir gemeinsam über den Weihnachtsmarkt schlendern oder kurz vor Weihnachten in großer Runde essen gehen. Es kann schließlich nur besser werden. Ganz bestimmt.

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