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Master live

Wie man eine passende Arbeit findet

Für viele Psychologiestudierende ist bei Studienbeginn schon klar, dass sie Therapeut werden wollen – nicht so bei mir. Noch im Bachelor fand ich Forschung interessanter, auch Strafvollzug und psychologische Beratung oder Arbeits- und Organisationspsychologie. Letzteres beinhaltet zum Beispiel Personalarbeit, -coaching und -training. Deshalb habe ich damals an einem Seminar des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) teilgenommen.
In diesem wurden die verschiedenen Berufsfelder vorgestellt und praktische Tipps vermittelt – das hatte mir damals sehr geholfen. Als ich vor einigen Wochen die Ankündigung für ein weiteres BDP-Seminar entdeckte und auch noch das Thema „Einstieg in den Beruf“ relevant fand, meldete ich mich an. Die Dozierenden waren wieder dieselben wie damals und gaben hilfreiche Tipps.
Zusammen mit unseren Seminarleitern – einer Psychotherapeutin und einem Arbeits- und Organisationspsychologen – haben wir zunächst über die verschiedenen Berufswünsche der Anwesenden gesprochen, ob man diese in Anstellung oder als Freiberufler ausübt und ob eine anschließende Weiterbildung nach dem Master nötig ist. Als Therapeut muss man etwa eine Weiterbildung machen und kann dann in Anstellung oder freiberuflich tätig sein, während man in der Beratung nicht unbedingt eine Weiterbildung benötigt, aber dafür fast ausschließlich als Angestellter arbeitet. Außerdem ging es um die Dauer und die Kosten der verschiedenen Ausbildungen, zum Beispiel darum, dass die Weiterbildung zum kognitiven Verhaltenstherapeuten wesentlich günstiger ist als die zum analytischen Therapeuten.
Danach erstellte jeder sein Karriere-Portfolio, mit fachlichen und persönlichen Stärken, Interessen sowie Abneigungen, um besser entscheiden zu können, welcher Job infrage kommt und wie man seine Bewerbung danach ausrichtet. In einem „Masterplan“ notierte jeder, was er wann und wie machen möchte, um seine Ziele zu erreichen. Dabei war mir beispielsweise neu, dass es potenziellen Arbeitgebern wichtig ist, dass die Masterarbeit thematisch zum Berufswunsch des Bewerbers passt. Anschließend haben wir über Bewerbungsunterlagen gesprochen und ein Bewerbungsgespräch simuliert.
Alles in allem habe ich das Seminar wieder als sehr hilfreich empfunden, da ich viele für mich brennende Fragen, etwa die Vereinbarkeit von klinischer Tätigkeit und Forschung, klären konnte und viele praktische Tipps an die Hand bekommen habe.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Nov 28, 2017
Autor: Maja
Rubrik: studium
Nov 28, 2017

Master live

Nichts mehr mit Hotel Mama

Die Entscheidung für das Studium in Bonn fiel sehr spontan. Es war die erste Zusage, die ich bekommen hatte, allerdings lag sie noch einen Monat unbeachtet in der Ecke herum, bis ich ihr wieder meine Aufmerksamkeit schenkte. Schnell nochmal gegoogelt, worum es bei dem Studiengang genau geht, dann fiel nach einer klitzekleinen Panikattacke, ob ich das überhaupt schaffe, auch schon die Entscheidung.
Die Wohnungssuche war der reinste Spießrutenlauf. Eine Bleibe zu finden, wenn man 200 Kilometer von der neuen Heimat entfernt lebt und sich wegen des Studiums sowie anderer Verpflichtungen vor Semesterbeginn auch nicht mal eben einen Woche frei nehmen kann, ist nicht einfach. Schließlich fand ich einen Platz in einem privaten Studentenwohnheim, von dem ich anfangs jedoch nicht besonders begeistert war. Es erinnerte mich sehr an eine Kaserne. Ich bezog ein zwölf Quadratmeter großes möbliertes Einzelzimmer mit Kühlschrank, Bett, Waschbecken, Schränke und Schreibtisch. Küche, Dusche und Toiletten muss ich mir nun mit etwa 15anderen Mädels teilen, die auf meiner Etage leben.
Die ersten Tage waren ungewohnt – insbesondere, weil man nach so einem Umzug erst einmal eine Weile braucht, um sich zu orientieren. Wo finde ich was? Wo ist die nächste Bank? Wo kann ich einkaufen? Wie komme ich zur Uni? Der ganz normale Wahnsinn halt. Und natürlich die alles entscheidende Frage: Wer lebt da denn sonst noch so? Nachdem ich einige Mitbewohnerinnen unterschiedlicher Nationalitäten und Studiengänge kennengelernt hatte, fühlte ich mich gleich viel wohler. Außerdem gibt es direkt hinter dem Wohnheim einen kleinen Stadtpark, der zum Joggen einlädt. Nach meiner ersten Sporteinheit entdeckte ich in der Nähe der Häuser ein Wildschwein, das erschrocken vor mir flüchtete. Da fühlt man sich doch direkt heimisch.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Nov 23, 2017
Autor: Nele
Rubrik: studium
Nov 23, 2017

Master live

Die Hochs und Tiefs eines Studentenlebens

Viele sagen, die Pubertät sei die schwierigste Zeit im Leben eines Menschen, weil man vielerlei Veränderungen am eigenen Körper erfährt. Doch ich finde, dass die Phasen, die man während des Studiums durchlebt, mindestens ebenso nervenaufreibend sind. Besonders herausfordernd ist es, wenn man in eine eigene Wohnung zieht. Denn eine eigene Wohnung bedeutet nicht nur Freiheit, sondern in erster Linie auch viel Verantwortung. Wäsche waschen, kochen, einkaufen und ganz nebenbei wollen auch noch all die Rechnungen bezahlt werden, die Woche für Woche ins Haus flattern.
Der Haushalt allein ist aber nicht das einzige Problem. Was mich beispielsweise sehr viel mehr stresst, sind all die E-Mails, die beantwortet, und all die Formulare, die im Laufe des Studiums ausgefüllt und fristgerecht abgegeben werden müssen. Zusammen mit meinem Nebenjob als freie Redakteurin sammelt sich dabei an manchen Tagen so viel an, dass ich das Gefühl habe, ich könnte locker eine eigene Sekretärin damit beschäftigen.
Dazu kommen dann außerdem noch Sport, denn man will ja etwas für seine Gesundheit tun, und das Sozialleben, das sich bei mir aus WG-Abenden, Mensagängen, Theater- und Kinobesuchen zusammensetzt. Am Ende des Tages bin ich oft völlig gerädert weiß kaum noch, wo oben und unten ist. Eindeutig zu kurz kommt bei mir dabei auch genügend Schlaf. Wenn ich abends im Bett liege, kreisen meine Gedanken häufig um all die Dinge, die ich am nächsten Tag noch erledigen muss. Unausgeglichen und erschöpft schleppe mich von Termin zu Termin und sobald mir etwas gegen den Strich geht, breche ich in Tränen aus.
Das alles klingt ziemlich schlimm, aber das Gute ist: Ich bin damit nicht alleine. Denn während die Erstsemester in diesen Tagen immer noch relativ beschwingt und voller Motivation über den Campus strömen, treffen meine Freunde und ich uns im Café und sehen dabei aus wie der wandelnde Tod. Vielleicht klingt das paradox, aber es hilft mir, dass die anderen genauso im Stress ertrinken wie ich, denn so habe ich zumindest nicht das Gefühl, die einzige Verrückte hier zu sein. Und es kommen auch wieder bessere Tage. Zum Beispiel dann, wenn wir gemeinsam über den Weihnachtsmarkt schlendern oder kurz vor Weihnachten in großer Runde essen gehen. Es kann schließlich nur besser werden. Ganz bestimmt.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Nov 22, 2017
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Nov 22, 2017