interaktiv

Master live

Panikattacken

Autor:
Franca

Rubrik:
studium

05.01.2018

Im Dezember habe ich mein zweites Anamnesegespräch geführt. Dies geschah auf der Psychiatriestation und für die, die es noch nicht in meinen früheren Blogs gelesen haben: Wir treffen uns dort immer mit mehreren Leuten, eine Person führt ein Gespräch mit einem Patienten oder einer Patientin und danach bekommt man Feedback von den anderen. Das ist immer sehr wertvoll und man kann viel dabei lernen. Nun habe ich zum zweiten Mal an der Anamnesegruppe teilgenommen und hatte diesmal ein sehr gutes Gespräch. Ich hatte einen guten Draht zum Patienten und er hat sehr bereitwillig von seinen Symptomen und seinem Leben erzählt. Er war seit ein paar Wochen wegen Panikattacken in der Klinik, da diese so stark wurden, dass er nicht mehr arbeiten konnte. Obwohl die Menschen in seinem Umfeld eher wenig Verständnis für seine Entscheidung aufbrachten, sich einzuweisen, hat er es getan und sich Hilfe geholt. Das finde ich total stark und bewundernswert an ihm. Es ist sicherlich nicht leicht, diesen Weg zu gehen, wenn andere Menschen nicht so sehr hinter einem stehen, wie man es sich wünscht, da ein Aufenthalt in der Psychiatrie ja leider immer noch sehr stigmatisierend ist. Umso stärker, dass er es durchgezogen hat.
Er beschrieb, dass er in seiner jetzigen Lebensphase einfach zu viele Dinge auf einmal habe machen wollen und dass er sich sehr unter Druck gesetzt habe. Dies habe zu großen Sorgen geführt, die sich dann hin und wieder zu Panikattacken entwickelt hätten. Ihm habe dann geholfen, die Fenster zu öffnen und frische Luft zu atmen, jedoch nicht immer. In der Klinik lerne er nun noch andere sogenannte Skills (Fertigkeiten), die ihm helfen würden, mit den Attacken umzugehen. Ich hoffe sehr für den Patienten, dass es ihm bald besser geht und er wieder in den Alltag zurück findet, ohne Angst haben zu müssen, wieder eine Panikattacke zu bekommen.

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