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Master live

Prüfungszeit

So langsam werde ich des Studierens müde. Zum neunten Mal beginnt die Prüfungsphase und ich habe keine Lust darauf. Also nicht, dass ich sonst besonders viel Lust auf Lernen und Stress gehabt hätte, aber dieses Mal kann ich mich besonders schlecht motivieren.
Das liegt zum einen daran, dass ich schon sehr lange studiere und ich das Studium einfach endlich abschließen möchte. Zum anderen hatte ich schon länger keine Ferien mehr, weil ich entweder Praktika absolviert oder meine Bachelorarbeit geschrieben habe. Das größte Hindernis für motiviertes Lernen ist aber paradoxerweise, dass ich gerade ziemlich entspannt bin. Noch im Bachelor habe ich mich extrem um gute Noten bemüht aus Angst, sonst nicht den Wunsch-Masterplatz zu bekommen. Jetzt im Master sind mir gute Noten zwar auch wichtig, um später bei der Jobsuche erfolgreich zu sein. Aber dafür spielt weniger die Nachkommastelle als absolvierte Praktika und andere Faktoren eine Rolle.
Zu meiner Entspannung trägt auch bei, dass ich mit einem Referat, einem Gutachten und einem Bericht zwar während dieses Semesters gut ausgelastet war, aber in diesen Modulen keine Prüfungen mehr schreiben muss. Das war eine ganz neue Erfahrung, denn im Psychologie-Studium sind Hausarbeiten eine Rarität. Über die Weihnachtsferien habe ich ein Gutachten zu einem fiktiven Fall verfasst. Die Frage war, ob eine Person dement ist. Das war eine arbeitsintensive, dafür aber interessante und praxisnahe Aufgabe. Außerdem musste ich einen Bericht über ein Elektroenzephalogramm-Experiment verfassen, das wir während des Kurses besprochen hatten. Um einen Teil der EEG-Daten selbst zu analysieren, setzte ich das Programm Matlab ein – damit zu programmieren, machte mir großen Spaß!
Nun stehen mir noch zwei Prüfungen bevor: klinische Psychologie und Italienisch B1. Für Ersteres muss ich viel lernen, aber da es nicht meine erste Klausur in diesem Fach ist, mache ich mir keine Sorgen. Die Italienischprüfung ist erstaunlich aufwendig, es gibt einen Lese-, Hör-, Sprech- und Schreibteil. Vor dem Sprechen und Schreiben habe ich Respekt, aber ich übe fleißig – für mich und mit meinem Tandempartner.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Jan 30, 2018
Autor: Maja
Rubrik: studium
Jan 30, 2018

Master live

Positiv überrascht

Dieses Semester habe ich unter anderem ein Modul belegt, zu dem ich viele Vorurteile hatte: Arbeits- und Organisationspsychologie. Ehrlich gesagt hätte ich das Modul nicht gewählt, wenn mir die Punkte nicht gefehlt hätten. Aber seitdem ich in der ersten Veranstaltung war, hat sich meine Meinung grundlegend geändert: Nun finde ich die Themen spannend!
Zum Beispiel sprechen wir über Authentizität im Beruf – wie viel authentisches Verhalten gut ist und wann zu viel Authentizität vielleicht eher nachteilig ist. Außerdem haben wir über „Dirty work“ gesprochen, also diejenigen Berufe, die moralisch oder sozial stigmatisiert werden, etwa der Leichenbestatter oder der Müllmann. Ein anderes Thema war, wie sich Leidenschaft im Beruf auswirkt. Auf den ersten Blick würde man vielleicht sagen, je mehr Leidenschaft, desto besser. Jedoch kann zu viel Leidenschaft zu Burn-out führen. Interessant war auch das Thema Altern in der Berufswelt und Übergang in den Ruhestand. Was passiert mit den Menschen, wenn sie bestimmte Anforderungen nicht mehr erfüllen können oder mit Alters-Stigmata konfrontiert werden? Oder wenn sie von einem auf den anderen Tag in den Ruhestand gehen und sich nicht mehr gebraucht fühlen? Kurzum: Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieses Modul so packen würde.
Zur Vorbereitung auf das jeweilige Thema der Woche sollten wir je zwei wissenschaftliche Artikel lesen. Auch musste jeder einmal eine Präsentation halten, in der man einer fiktiven Firma eine wissenschaftlich fundierte Lösung für ein Problem vorschlug. Diese Präsentation mussten wir außerdem in einer Hausarbeit verschriftlichen. Zum Abschluss steht nun noch eine Prüfung an.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Jan 25, 2018
Autor: Franca
Rubrik: studium
Jan 25, 2018

Master live

Masterarbeit in Italien?

Im November endete bereits die Frist, um sich für 2018 – das Jahr meines dritten und vierten Semesters – für ein Auslandssemester im nicht europäischen Ausland zu bewerben. Ich habe mir viele Gedanken gemacht und die Entscheidung stresste mich. Einerseits erscheint es mir eine tolle Möglichkeit, zum Beispiel ein Semester in den USA zu studieren. Andererseits ist es sehr weit weg und mit sehr viel Aufwand verbunden, während mir der Zugewinn eher gering erschien. Mein Englisch ist für meine späteren Bedürfnisse wohl gut genug, mein Italienisch dagegen hat noch Luft nach oben. Ich beschloss daher, die Frage nach einem Auslandsaufenthalt auf Januar zu verschieben, wenn die Frist für die Erasmusbewerbungen startet.
Und jetzt ist es schon so weit. Glücklicherweise habe ich dieses Mal meine Entscheidung bereits getroffen: Ich werde kein Erasmussemester machen. Ich habe jetzt schon so lange studiert, ich habe nur noch ein Jahr bis zum Master und danach werde ich wohl entweder promovieren oder die Therapieausbildung machen. Deshalb will ich mein Studium nicht um ein weiteres Semester verlängern. Lieber würde ich ein Erasmuspraktikum in Italien machen oder dort meine Masterarbeit schreiben. Ich habe bereits herausgefunden, dass die Uni Leipzig für Psychologiestudierende ein Abkommen mit der Uni Verona hat und ich theoretisch dort meine Masterarbeit schreiben könnte, solange es thematisch passt. Aber diese Entscheidung muss ich erst in einigen Monaten treffen.
Dafür habe ich nun beschlossen, in den kommenden Semesterferien Urlaub in Brasilien zu machen – und das ist erst mal Ausland genug.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Jan 11, 2018
Autor: Maja
Rubrik: studium
Jan 11, 2018