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Master live

Sklavenhandel am Londoner Hafen

Während meines Besuchs in London habe ich einen Tag alleine verbracht, weil meine Freundin Veranstaltungen an der Uni besuchte. Ich bin zu den Docklands gegangen, einem Stadtteil im Osten. Die namensgebenden Docks waren früher Teil des Londoner Hafens. Davon ist nicht mehr viel zu sehen, denn das Viertel wurde saniert und besteht heute vor allem aus schicken Geschäften, Restaurants und Wohnungen.
Nachdem ich ein paar Stunden durch die Gassen und an den Kanälen entlang spaziert bin, habe ich das dortige Museum besucht, das die Geschichte des Hafens aufbereitet. In dieser riesigen Ausstellung hat mich am meisten der Teil interessiert, der sich kritisch mit der kolonialen Vergangenheit Englands auseinandersetzt. Es wurde aufgezeigt, dass der heutige Reichtum Großbritanniens hauptsächlich auf der Ausbeutung kolonialisierter Länder basiert. Dabei ging es nicht nur um die Aneignung von Rohstoffen, wie etwa Zucker, sondern auch darum, wie Zehntausende von Menschen verschleppt wurden, um als Sklaven verkauft und ihr Leben lang ausgebeutet zu werden. Dabei wurden Familien getrennt, Menschen misshandelt und wie Ware behandelt.
Mir ist aufgefallen, wie unkritisch und unreflektiert heute teilweise immer noch mit dieser Tatsache umgegangen wird. Ein sehr reicher, einflussvoller Mann, der zu Hochzeiten über 500 Sklaven besaß, wird bis heute mit einer Statue im Hafengebiet geehrt – ohne jeglichen kritischen Kommentar! Ich finde, bei vielen Denkmalen und Statuen, auch in Deutschland, sollten die Inschriften mal überprüft werden. Denn teilweise bilden diese Inhalte eine Perspektive ab, die einfach nicht mehr zeitgemäß ist.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Apr 17, 2019
Autor: Franca
Rubrik: studium
Apr 17, 2019

Master live

Besuch in London

Eine Freundin von mir studiert gerade in London und ich habe sie dort besucht. Mein Fazit: Die Stadt ist  sehr beeindruckend. Ich war vor ein paar Jahren schon einmal dort, aber nur für wenige Tage auf der Durchreise. Dieses Mal hatte ich Gelegenheit, mir mehr anzuschauen. Besonders interessant, wenn auch sehr touristisch, ist der Stadtteil Camden Town. Es erinnert mich ein bisschen an Leipzig. Dort gibt es einen alten Pferdestall mit vielen rund angeordneten Pferde-Boxen. Diese werden heute als Marktstände genutzt, es gibt viel Vintage-Kleidung, besonderes Essen, Schmuck und Musik.

Außerdem waren wir in der Tate Gallery, einem riesigen Kunstmuseum mit unvorstellbar vielen Ausstellungsstücken. Und das Beste ist: In ganz Großbritannien sind die Museen kostenlos! Wir haben uns eine Ausstellung über Magischen Realismus angeschaut, die sehr gut war. An einem Abend haben wir noch die Uni meiner Freundin angeschaut, die tatsächlich eine eigene Bar hat, in der sich die Studierenden abends nach den Vorlesungen treffen. Mit Billiardtisch und allem Drum und Dran. Eine durchschnittliche Cafeteria oder Mensa kann mit sowas nicht mithalten. Man merkt einfach, dass in England mehr Geld in den Universitäten steckt, was natürlich auch an den unglaublich hohen Studiengebühren liegt.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Mar 26, 2019
Autor: Franca
Rubrik: studium
Mar 26, 2019

Master live

Wiedererlangte Erinnerungen

Es gibt ein psychologisches Phänomen, das ich sehr spannend finde. Und zwar kann es vorkommen, dass traumatisierende Ereignisse aus der Kindheit so sehr verdrängt werden, dass die betroffene Person sich Jahre lang nicht mehr daran erinnern kann. Das können zum Beispiel Verbrechen sein, die dieser Person angetan wurden. Dieser Schutzmechanismus dient oft der psychischen Gesundheit, da die Geschehnisse einfach zu schlimm waren und das Gehirn es der Person insofern „leichter“ macht, indem es die Erinnerungen „abspaltet“ oder sie einfach so tief vergräbt, dass die Person sich nicht mehr damit auseinandersetzen muss. Jedoch kann es vorkommen, dass die Erinnerungen Jahre später wieder auftauchen. Man könnte sich das so erklären, dass das Gehirn die Erinnerungen erst dann wieder der Person „zumutet“, wenn sie in einer stabilen Situation ist und mit den schlimmen Ereignissen fertig werden kann. Das ist natürlich eine sehr schwierige Lage, da es nach so vielen Jahren fast unmöglich ist, Beweise für die Ereignisse zu finden und die Täter zu verurteilen.
In den USA gibt es eine Art Gegenbewegung zu dieser Traumatisierungs-These. Einige Forscher glauben nicht, dass man sich Jahre lang nicht erinnert und die Erinnerung dann irgendwann wieder auftaucht. Tatsächlich gibt es das Phänomen, dass Erinnerungen auch manipuliert werden können, das konnte auch wissenschaftlich schon gezeigt werden. Das bedeutet natürlich, dass es schwierig ist, beschuldigte Personen einfach zu verurteilen, da dies für sie eine Schädigung des Rufs bedeutet. Ich finde, das ist ein sehr spannendes Thema, es lohnt sich, darüber mehr zu lesen, denn es gibt keine eine eindeutige Position zu diesem Phänomen.

 

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Mar 6, 2019