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Master live

Herbst des Neubeginns

Der Herbst steht vor der Tür. Das bedeutet nicht nur, dass es kälter wird und ich meine Kuschelpullis aus dem Schrank hole, sondern auch, dass das neue Wintersemester beginnt. Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal auf meinem neuen Campus und es hat sich irgendwie angefühlt, als wäre ich frisch verliebt. Heidelberg hatte ja bereits ein tolles Universitätsgebäude zu bieten, aber die Universität Potsdam toppt alles. Ich werde tatsächlich in diesem wunderschönen Schloss studieren. In diesem Schloss werde selbst ich, die mit Romantik überhaupt nichts anfangen kann, etwas verträumt. Auf einem neuen Campus zu flanieren hat einfach etwas Magisches. Noch gibt es keine Lieblingsecken, keine Plätze die Erinnerungen wecken, noch ist alles ganz neu und spannend. Meinen Stundenplan konnte ich auch schon zusammenstellen. Die gute Nachricht ist, dass ich montags und freitags keine Veranstaltungen habe. Die etwas schlechtere Nachricht ist, dass die verbleibenden drei Tage sehr voll sind. Ich darf mich jeden Donnerstag auf einen langen Unitag von 10 Uhr und 21 Uhr freuen. Da ich teilweise auch Unterricht an der Fachhochschule habe, kann ich die kurzen Pausen zwischen den Veranstaltungen nicht wirklich zum Luft holen nutzen. Für meinen Master habe ich mir zwei Sachen vorgenommen. Mehr Sport machen oder besser gesagt, überhaupt mal Sport machen und mehr im Moment leben. Nicht von einem Leistungspunkt zum nächsten durchkämpfen. Leben statt hetzen, erleben statt durchkommen. Ich habe zwar, unverbesserlich wie ich bin, einen Kurs mit vier Leistungspunkten mehr gewählt als empfohlen aber immerhin habe ich mich gegen einen Kurs am Freitag entschieden. Es sind die kleinen Fortschritte, die uns weiterbringen.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Oct 29, 2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
Oct 29, 2019

Master live

Böhmen liegt am Meer

Wenn ich an das Bohemicum, ein Zentrum für Tschechische Studien, in Greifswald an der Ostseeküste denke, kommen meine Gedanken schnell auf das berühmte Shakespeare-Zitat: „Böhmen liegt am Meer.“ Und tatsächlich durfte ich jüngst ein Stück Tschechien an der Küste erleben.
Das Greifswalder Bohemicum fand zum ersten Mal im Jahr 2019 statt. Unter dem Titel „Die Macht der Sprache. Translation – Manipulation – Irritation“ wurden verschiedene Thematiken aus dem aktuellen bohemistischen Kontext diskutiert. Gemeinsam mit anderen Studierenden aus Deutschland und Tschechien verbrachte ich eine Woche an der Ostsee.
Ein zentraler Bestandteil der Sommerakademie war dabei ein Seminar zum politischen Diskurs in der Tschechischen Republik. Neben anderen linguistischen Tools untersuchten wir dabei, unter anderem mit Hilfe eines Korpus, die Sprache der Politik in Tschechien. Die Leitung übernahm dabei Martina Berrocal von der Universität Jena. Außerdem wandte sich das Bohemicum an Studierende, die an der Übersetzung interessiert sind. Unter Leitung des charmanten deutsch-tschechischen Dozentenduos Raija Hauck und Zbynek Fiser wurde dabei nicht nur übersetzt, sondern sich vor allem damit beschäftigt, wie man sich einem Text vor der Übersetzung zunächst nähern und sich anschließend auf eine Übersetzung vorbereiten kann. Dabei ging es auch durchaus kreativ zu, als wir beispielsweise Gedichte zu einer Blumenblüte schrieben oder uns durch selbstverfasste Chats in die Gedankenwelt eines Hooligans versetzten.
Das Bohemicum bat auch drei öffentliche Abendvorträge an. Ein besonderes Erlebnis war dabei die Lesung des tschechischen Schriftstellers Michal Ajvaz, dessen Prosa – die im Stile des Magischen Realismus verfasst ist – dazu einlädt, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Am nächsten Tag waren wir dann gefragt und übersetzten selbst einen Textausschnitt von Ajvaz.
Vom Meer wieder wegzufahren war gar nicht so einfach. Denn der Ostseebildungsurlaub, hat sich gelohnt: Hier an der Küste habe ich nicht nur viele spannende Menschen getroffen, die in etwa so ticken wie ich, sondern auch viele neue Impulse für mein Übersetzungsstudium gewinnen können.

Master live

Die Ruhe vor dem Master-Sturm

Jetzt geht es los mit dem Master. Seltsames Gefühl. Master klingt so erwachsen, so gebildet und auch nach deutlich mehr Verantwortung als ein Bachelor. Bin ich bereit für den Master? Ich glaube so wirklich hundertprozentig bereit ist man nie für etwas im Leben. Dinge passieren einfach und im besten Fall läuft das Leben mit. Ich freue mich auf die neuen Inhalte und den neuen Input, aber auch auf eine ganz neue Art des Lernens. In Heidelberg hatte ich auch keine 200 Kommilitonen, aber es gab deutlich mehr unbekannte als bekannte Gesichter. Wie oft ist es mir passiert, dass ich erst einige Semester nach dem Studienstart Leute aus meinem Studiengang kennengelernt habe, die erstaunlicherweise mit mir angefangen haben. Im Masterstudiengang beginnen mit mir etwa 20 bis 25 Leute. Auf der einen Seite wird es dadurch deutlich familiärer, aber dadurch ist natürlich auch die Chance höher, keine Kommilitonen auf einer gemeinsamen Wellenlänge zu finden. Auch akademisch wird dieser Studiengang anders als mein sehr theorielastiger Bachelor in Heidelberg. Manche Veranstaltungen, die ich besuche, sind rein praktisch ausgelegt. Der Studiengang wird von der Universität Potsdam und der Fachhochschule Potsdam organisiert und mögliche Prüfungen sind zum Beispiel eigens konzipierte Projekte, Ausstellungen oder Objekte. Ganz ehrlich: Den klaren Durchblick werde ich erst haben, wenn das Studium so richtig angefangen hat. Aber ich bin ehrlich gespannt und lasse mich gerne überraschen.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Oct 17, 2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
Oct 17, 2019