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Master live

Poetisiert euch!

Gedichte kann man nicht übersetzen? Quatsch mit Soße! Und so befasste sich ein Übersetzerworkshop des Tschechischen Zentrums, den ich vor kurzem in Berlin besuchte, eben gerade mit Lyriktexten.
Geleitet wurde der Workshop von zwei angesehenen Literaturübersetzerinnen. Die Teilnehmer reisten aus Deutschland, Tschechien und Österreich an, um hier in Berlin kreativ lyrische Texte zu übersetzen. Dabei wurde zunächst mit einem Text gearbeitet, von dem wir im Vorfeld bereits alle eine Interlinearübersetzung angefertigt haben, das heißt eine Übersetzung, die quasi Wort für Wort und nah am Ausgangstext übersetzt. Doch auch noch mehrere andere Gedichte wurden von uns in Gruppen- und Einzelarbeitsphasen unter die Lupe genommen und ins Deutsche übertragen. Die Krönung war dabei ein Gedicht von Marie Iljašenko: Gemeinsam verglichen wir ausgiebig die einzelnen Übersetzungen und fertigten schließlich eine gemeinsame Übersetzung des Gedichts an.
Berlin bot aber an diesem Wochenende noch mehr, denn in der Lettrétage fand die Veranstaltung „Reality czech“ statt. Dabei trafen deutsche und tschechische Literaten aufeinander und tauschten sich über die Szene in ihren beiden Ländern, insbesondere in den beiden Hauptstädten Berlin und Prag aus. Zwei Lesungen an den Abenden stellten zeitgenössische Autoren aus Deutschland und Tschechien und ihre Texte in den Mittelpunkt. Bei Reality czech fiel mir dann auch ein Logo des Verlagshauses Berlin in die Augen. „Poetisiert euch“, stand da…
Und das traf an diesem Wochenende auf mich zu, ich habe mich poetisiert. Nun habe ich nicht nur Lust, mehr Lyrik zu lesen, sondern auch, gleich die nächsten Gedichte zu übersetzen …

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Oct 31, 2019
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Oct 31, 2019

Master live

Herbst des Neubeginns

Der Herbst steht vor der Tür. Das bedeutet nicht nur, dass es kälter wird und ich meine Kuschelpullis aus dem Schrank hole, sondern auch, dass das neue Wintersemester beginnt. Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal auf meinem neuen Campus und es hat sich irgendwie angefühlt, als wäre ich frisch verliebt. Heidelberg hatte ja bereits ein tolles Universitätsgebäude zu bieten, aber die Universität Potsdam toppt alles. Ich werde tatsächlich in diesem wunderschönen Schloss studieren. In diesem Schloss werde selbst ich, die mit Romantik überhaupt nichts anfangen kann, etwas verträumt. Auf einem neuen Campus zu flanieren hat einfach etwas Magisches. Noch gibt es keine Lieblingsecken, keine Plätze die Erinnerungen wecken, noch ist alles ganz neu und spannend. Meinen Stundenplan konnte ich auch schon zusammenstellen. Die gute Nachricht ist, dass ich montags und freitags keine Veranstaltungen habe. Die etwas schlechtere Nachricht ist, dass die verbleibenden drei Tage sehr voll sind. Ich darf mich jeden Donnerstag auf einen langen Unitag von 10 Uhr und 21 Uhr freuen. Da ich teilweise auch Unterricht an der Fachhochschule habe, kann ich die kurzen Pausen zwischen den Veranstaltungen nicht wirklich zum Luft holen nutzen. Für meinen Master habe ich mir zwei Sachen vorgenommen. Mehr Sport machen oder besser gesagt, überhaupt mal Sport machen und mehr im Moment leben. Nicht von einem Leistungspunkt zum nächsten durchkämpfen. Leben statt hetzen, erleben statt durchkommen. Ich habe zwar, unverbesserlich wie ich bin, einen Kurs mit vier Leistungspunkten mehr gewählt als empfohlen aber immerhin habe ich mich gegen einen Kurs am Freitag entschieden. Es sind die kleinen Fortschritte, die uns weiterbringen.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Oct 29, 2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
Oct 29, 2019

Master live

Böhmen liegt am Meer

Wenn ich an das Bohemicum, ein Zentrum für Tschechische Studien, in Greifswald an der Ostseeküste denke, kommen meine Gedanken schnell auf das berühmte Shakespeare-Zitat: „Böhmen liegt am Meer.“ Und tatsächlich durfte ich jüngst ein Stück Tschechien an der Küste erleben.
Das Greifswalder Bohemicum fand zum ersten Mal im Jahr 2019 statt. Unter dem Titel „Die Macht der Sprache. Translation – Manipulation – Irritation“ wurden verschiedene Thematiken aus dem aktuellen bohemistischen Kontext diskutiert. Gemeinsam mit anderen Studierenden aus Deutschland und Tschechien verbrachte ich eine Woche an der Ostsee.
Ein zentraler Bestandteil der Sommerakademie war dabei ein Seminar zum politischen Diskurs in der Tschechischen Republik. Neben anderen linguistischen Tools untersuchten wir dabei, unter anderem mit Hilfe eines Korpus, die Sprache der Politik in Tschechien. Die Leitung übernahm dabei Martina Berrocal von der Universität Jena. Außerdem wandte sich das Bohemicum an Studierende, die an der Übersetzung interessiert sind. Unter Leitung des charmanten deutsch-tschechischen Dozentenduos Raija Hauck und Zbynek Fiser wurde dabei nicht nur übersetzt, sondern sich vor allem damit beschäftigt, wie man sich einem Text vor der Übersetzung zunächst nähern und sich anschließend auf eine Übersetzung vorbereiten kann. Dabei ging es auch durchaus kreativ zu, als wir beispielsweise Gedichte zu einer Blumenblüte schrieben oder uns durch selbstverfasste Chats in die Gedankenwelt eines Hooligans versetzten.
Das Bohemicum bat auch drei öffentliche Abendvorträge an. Ein besonderes Erlebnis war dabei die Lesung des tschechischen Schriftstellers Michal Ajvaz, dessen Prosa – die im Stile des Magischen Realismus verfasst ist – dazu einlädt, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Am nächsten Tag waren wir dann gefragt und übersetzten selbst einen Textausschnitt von Ajvaz.
Vom Meer wieder wegzufahren war gar nicht so einfach. Denn der Ostseebildungsurlaub, hat sich gelohnt: Hier an der Küste habe ich nicht nur viele spannende Menschen getroffen, die in etwa so ticken wie ich, sondern auch viele neue Impulse für mein Übersetzungsstudium gewinnen können.