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Master live

Was sind Medien?

Immer, wenn mich jemand fragt, was ich studiere, weiß ich, dass es nicht bei dieser einen Frage bleiben wird. Dann geht das meist so in der Art weiter: „Und was ist das Europäische an Europäischen Medienwissenschaften?" „Was genau machst du denn da?“ „Also studierst du Journalismus beziehungsweise Kommunikation?“ Mein absoluter Favorit ist jedoch „Du studierst also irgendwas mit Medien!". Nachvollziehen kann ich die Frage und die Reaktionen ja schon. Ich meine, in Berlin oder Potsdam etwas mit Medienschwerpunkt zu studieren ist nicht besonders exotisch. Wenn man sich mit jungen Menschen aus Berlin unterhält, dann arbeiten auffällig viele Menschen als freischaffende Medienmacher. In einer meiner Einführungsveranstaltungen hat ein Professor uns gefragt, was genau Medien sind. Wir müssten es ja schließlich wissen, wenn wir es studieren. Auf einmal war es sehr still und auch die Kommilitonen, die vorher breit über den Autoren XY und jenen oder diesen neuen Essay diskutiert haben, waren plötzlich etwas verloren. Ja, was sind diese Medien eigentlich? Einige fingen zaghaft an. Das Wort Kommunikation fiel oft, Vermittler, alte Medien und digitale Medien. Wir fingen an, Formen von Medien zu beschreiben, aber eine richtige Definition gelang keinem. Genau das hatte unser Professor beabsichtigt. Er sagte schließlich, dass so ziemlich alles Medien sein können. Natürlich kennt man die gängigen Medien wie Fernsehen oder Radio, aber auch ein Tagebuch ist ein Medium. Wir als Personen können Medien sein oder von einem Medium zur Thematik gemacht werden. Es haben sich schon viele Menschen bemüht, eine Definition zu finden, doch etwas Allgemeingültiges gibt es bis heute nicht. Genau das reizt mich aber an diesem. Ich habe die grenzenlose Freiheit, mich nicht auf etwas festnageln zu müssen. Dieses Semester mache ich einen Kurs zum Thema „Smart Farming“. Ich hatte keine konkrete Vorstellung, worum es dabei gehen soll und genau deshalb habe ich ihn gewählt. Vor Ort erfuhr ich dann, dass die Landwirtschaft seit längerer Zeit eine Art digitale Revolution erfährt. Von virtuellen Zäunen, die der Bauer per App steuert oder unkrautvernichtenden Robotern hatte ich zuvor nie gehört. Auch das ist ein Feld der Medienwissenschaft und diese Vielfalt fasziniert mich. Natürlich gibt es dennoch persönliche Präferenzen und meinen Hintergrund aus der Kunstgeschichte will und werde ich nicht loswerden, aber was mir hier geboten wird, ist einmalig. Ja ich studiere irgendetwas mit Medien, nein den völligen Durchblick habe ich noch nicht, aber ich liebe es!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Nov 20, 2019

Master live

Plagen auf zwei Rädern - Teil 2

Warum ich E-Scooter problematisch finde, habe ich schon in meinem letzten Beitrag geschildert. Ich möchte den technischen Fortschritt gar nicht generell verteufeln. Auch E-Mobilität hat ihre Berechtigung. Zum Beispiel in der ländlich geprägten Oberpfalz, in der ich zuletzt drei Monate leben durfte. Dort eröffnen E-Bikes neue Möglichkeiten und ersetzen für viele Menschen bereits das Auto. Aber der E-Roller ist nun wirklich nicht der Weisheit letzter Schluss. Wer auf einen steigt, sollte sich überlegen, was das für Folgen hat, für ihn und seine Stadt. Ein Mensch, der sich mit Verkehr auskennt, hat mir mal gesagt, dass das beste für eine Stadt nicht ist, Verkehr umzuleiten oder zu elektrifizieren, sondern Verkehr zu verhindern. Der E-Roller kommt dem radikal entgegen.
Ich erinnere mich an den Kampf gegen Segways in Prag, der noch vor ein paar Jahren in Tschechien Schlagzeilen machte. Es wurden Verbotszonen für Segways eingerichtet. Vermieter, die dagegen verstießen, wurden bestraft. Die entsprechenden Schilder prägen noch heute das Stadtbild. Für den Roller gibt es bisher keine Verbotszonen, er hat überall freie Fahrt.
Doch mein Zetern hilft wohl wenig. Der E-Roller wird sich seinen Platz im Stadtbild in den nächsten Jahren erkämpfen. Solange die Politik nicht handelt, wird er von den Menschen genutzt werden. Bis es das nächste, neue, vermeintlich bessere Fortbewegungsmittel geben wird. In Prag hat das Magistrat nun jüngst ein Zeichen gesetzt: Das Memorandum mit dem Rollerunternehmen wurde nicht verlängert, man wolle ein Zeichen setzen. Gegen zu hohe Geschwindigkeiten, den Gehweg versperrende, parkende Roller und Alkohol auf den Gefährten.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Nov 18, 2019
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Nov 18, 2019

Master live

Plagen auf zwei Rädern - Teil 1

Die E-Roller, sie kamen und wurden von vornherein skeptisch beäugt: Segen oder Fluch für das urbane Leben? Mittlerweile haben sie die europäischen Hauptstädte erobert und meine Haltung ist klar: Die E-Roller braucht niemand.
Es begann in Prag, vor etwa einem Jahr. Ich erinnere mich noch gut daran: Die Innenstadt war voll mit den Scootern, doch es spielten sich auch Schreckensszenarien ab: Falsch geparkte Roller, die die Zugänge zu Wohnhäusern versperrten, in der Moldau versenkte Roller, zerbrochene Roller am Straßenrand. Nach Prag haben die Roller auch ihren Weg gen Westen gefunden. Bei meinen letzten Aufenthalten in Berlin und München zeichnete sich dabei das gleiche Bild ab, wie derzeit hier in Wien: Ein regelrechter Kampf der Roller-Unternehmen scheint begonnen zu haben. Verschiedene Anbieter buhlen um die Gunst der Kunden, ein Roller sieht schicker und schnittiger aus als der andere. Auffällig in Wien ist zudem, dass scheinbar auch viele Privatpersonen den E-Roller für sich entdeckt haben und mit eigenen Maschinen die Straßen der Stadt – im wahrsten Sinne des Wortes – unsicher machen.
Mich lassen vor allem Sicherheitsbedenken an den Gefährten zweifeln. Die Roller sind für das Trottoir zu schnell, für die Straße zu langsam. Eine meiner beiden Test-Fahrten, die ich selbst unternahm, musste ich abbrechen, da ich mit einem Male den Lenker lose in der Hand hielt, nur noch mit ein paar Kabeln mit dem Gefährt verbunden. Ich frage mich: Für wen und für welche Strecken ist der E-Roller eigentlich gemacht? Für die „letzte Meile“ von der U-Bahn-Station zum Arbeitsort? Von der Haustür fix zum Supermarkt? Von der Vorstadt ins Zentrum pendeln? Für alle diese Zwecke gibt es bereits Verkehrsmittel: Es gibt Busse und Bahnen und U-Bahnen, es gibt den ÖPNV, der vor allem in Prag und Wien ein ganz hervorragender ist. Der E-Roller ist teurer als der ÖPNV, weniger komfortabel als ein Taxi. Er verhindert spontane Begegnungen an Ampeln oder entspanntes Schlendern. Er ist nicht barrierefrei und ersetzt kein Auto. Und vor allem: Er ist eine Umweltsünde sondergleichen: Wo kommen die Batterien in den Rollern her? Wer lädt sie über Nacht auf? Die Ökobilanz der zweirädrigen Plage mit der meines Fahrrades zu vergleichen erübrigt sich wohl. Und ich fühle mich dann doch deutlich sicherer, wenn ich mit 40 Sachen auf meinem Rennrad über den Asphalt fliege, als mit 25 Sachen auf einem zerbrechlichen Roller zum Spielball zwischen LKW und Straßenbahn zu werden.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Nov 11, 2019
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Nov 11, 2019