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Master live

Aus der kleinsten in die größte Großstadt

Ende September zog ich von Erlangen nach Berlin. Schon lange vor der Abgabe meiner Bachelorarbeit war für mich klar, dass es mich in die Hauptstadt zog, nicht nur, um ein Masterstudium in Angewandter Literaturwissenschaft zu beginnen, sondern auch um möglichst nah am literarischen Geschehen zu sein – und im besten Fall einen Nebenjob in einem Belletristik-Verlag zu ergattern. Nach einem sehr belastenden Sommer, in dem ich lange nicht wusste, wie es nun ab Herbst weitergehen würde, bekam ich die Zusage für das Studium an der Freien Universität – ein Wahnsinnsgefühl. Besser wurde es noch, als ich gleich an meinem ersten Tag in Berlin ein Vorstellungsgespräch bei meinem Lieblings-Buchverlag hatte, bei dem ich mich initiativ beworben hatte. Ich bekam die Stelle! Auch mit einem WG-Zimmer hat es geklappt, trotz der eher kritischen Wohnungssituation in Berlin.
Alles läuft also wie am Schnürchen, besser könnte es nicht sein. Selbst mein Freund, der zwar noch in Erlangen wohnt, ist nun aus beruflichen Gründen jede Woche bei mir in Berlin. Doch womit ich trotzdem manchmal kämpfe, sind Selbstzweifel und das sogenannte „imposter syndrome“. Damit ist gemeint, dass man sich, wenn man irgendwo neu ist, nur von seiner besten Seite zeigen will. Die Tatsache, in meinem liebsten Buchverlag arbeiten zu dürfen, verlangt mir jedes Mal eine große Portion Mut ab und ich gebe mir große Mühe, alles richtig zu machen. Glücklicherweise werde ich mit jedem Arbeitstag ein kleines Stück entspannter, bekomme positive Rückmeldungen und lerne immer mehr, mir selbst und meinen Fähigkeiten zu vertrauen. Mehr als sein Bestes kann man schließlich nicht geben – Fehler sind absolut menschlich und es ist wichtig zu lernen, sich diese zuzugestehen. Diese innere Entspanntheit ist womöglich die wichtigste Lektion, die ich gerade lerne.

Autor: Moni   |  Rubrik: studium  |  Dec 4, 2019
Autor: Moni
Rubrik: studium
Dec 4, 2019

Master live

Nachtasyl

Es ist schon dunkel, aber ich gehe noch ins Tagasyl. Unten, im Nachtasyl, geht es wohl erst ab Mitternacht so richtig los, erzählt man mir später. Das Nachtasyl ist eine Institution in der Wiener Kneipenszene. Und vor allem: Der Treffpunkt der Tschechen hier in Wien. Seit 1987 besteht die Wirtschaft und war vor der Samtenen Revolution Sammelstelle für alle Exil-Tschechen. Und so musste freilich auch ich als Tschechophiler nun die Kult-Kneipe aufsuchen. „Ist hier noch frei?“ – „Prosím!“ Menschen wechseln fließend zwischen Wienerisch und Tschechisch. Man kennt sich hier. Nur mich kennt keiner. An der Wand eine Ausstellung eines tschechischen Künstler. Pilsner Urquell wird ausgeschenkt, wie sich das für eine tschechische Wirtschaft gehört.
Ein Mann betritt den Laden und setzt sich zu mir. Er sieht ziemlich mitgenommen aus. Wir prosten uns zu. Er fragt mich nach Geld, ich gebe ihm zwei Euro und er schenkt mir drei Schachfiguren. In breitem Wienerisch fragt er mich: „Du bist doch Deutscher, oder? Einer von den 200.000, was!?“ Und er beginnt von früher zu erzählen. Als sich im Nachtasyl noch der Untergrund traf und Schlägereien an der Tagesordnung waren. Die Polizei kam nie runter. Heute ist es ruhiger, erzählt er. Tschechen kommen noch immer hierher, aber nicht nur, vielmehr ist das Nachtasyl ein Platz für alle geworden. Für alle die gerade nicht schlafen können, für alle die gerade nicht schlafen wollen. Ich komme gewiss zurück an diesen zauberhaften Ort. An diese einzigartige tschechische Insel im Wiener Nachtleben.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Dec 3, 2019

Master live

Auf dem Weg ins Ausland

Sechs Wochen des ersten Mastersemesters sind um und ich hoffe die nächsten sechs Wochen werden ein kleines bisschen weniger stressig. Ich war die letzte Zeit sehr intensiv mit der Bewerbung für mein Auslandssemester beschäftigt. Englischer Lebenslauf, Motivationsschreiben, Sprachtest und Empfehlungsschreiben nehmen doch mehr Zeit ein, als man vermutet. Die meisten Schwierigkeiten hatte ich mit dem Motivationsschreiben. Natürlich gibt es viele Gründe warum ich nochmal ins Ausland will, aber das auf drei Seiten strukturiert darzulegen ist echt nicht einfach. Floskeln sind verboten und ich muss darlegen, wie genau diese Universität im Ausland mich akademisch weiterbringen wird. Vor dem eigentlichen Schreiben habe ich mich ehrlich gesagt erst mal gedrückt. Die Erwartungshaltung war einfach zu hoch. Normalerweise gehöre ich eher zu den Menschen, die wild drauf los schreiben. Wenn das Gerüst dann steht, dann können ja schließlich die Details noch ausgearbeitet werden. Dieses Mal habe ich einen anderen Arbeitsprozess gewählt. Ich muss gestehen, dass ich nie so ganz an Mindmaps geglaubt habe. Der fehlende Glaube an dieses Konzept hat dann dafür gesorgt, dass ich noch nie ernsthaft Mindmaps angefertigt habe. Einfach aus Antriebslosigkeit und der fehlenden Ideen wegen, habe ich es jetzt probiert und erstaunlicherweise gab es ein positives Ergebnis. Alle Gedanken, die ich mir zuvor gemacht habe und die Argumente, die ich mir zurechtgelegt hatte, konnte ich in eine funktionierende Struktur bringen. Drei Hauptpunkte, die mein Vorhaben präsentierten. Ich konnte so auch für mich persönlich klar machen, warum es genau diese Universität sein muss, mit welchem Ergebnis ich dieses Auslandssemester beenden möchte und warum es die USA sein soll. Am besten man hält es simpel und führt aber die Argumentation sehr abgestimmt und stichfest aus. In ein paar Wochen kommt dann hoffentlich die Einladung zum Auswahlgespräch und bis Ende Dezember weiß ich dann Bescheid. Die Daumen sind gedrückt.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  Dec 2, 2019
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
Dec 2, 2019