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Master live

Interdisziplinarität

Etwas, das ich besonders an meinem Studium schätze, ist die Interdisziplinarität, da die Soziologie sehr viele Schnittstellen mit anderen Fachrichtungen aufweist. In meinem Bachelorstudium konnte ich beispielsweise problemlos auch Veranstaltungen aus den Wirtschaftswissenschaften belegen. Auf den ersten Blick scheinen diese beiden Wissenschaften vielleicht nicht unbedingt viele Gemeinsamkeiten zu haben, aber ich habe festgestellt, dass ein soziologisches Grundwissen sehr hilft, auch Ansätze und Betrachtungsweisen anderer Fächer zu verstehen. In meinem Masterstudium möchte ich auch so gut es geht interdisziplinär studieren und Veranstaltungen besuchen, die für Studierende verschiedener Fachrichtungen geöffnet sind. In diesem Semester habe ich mich daher für zwei Seminare entschieden, die nicht rein-soziologisch ausgelegt sind. In einem der Seminare dreht es sich um Fitness als gesellschaftliches Phänomen. Wir beschäftigen uns beispielsweise damit, welche Rolle das Geschlecht bei verschiedenen Fitnesspraktiken spielt, welches gesellschaftliches Ideal von Sportler und Sportlerinnen gezeichnet wird oder welche Risiken mit Fitnessarmbändern verbunden sind, die einen permanent daran erinnern, sich zu bewegen und mehr Sport zu machen. Der Großteil der Studierenden, die dieses Seminar besuchen, kommt aus den Sportwissenschaften.
In dem anderen Seminar geht es um Methoden und Praktiken eines Beratungsgesprächs. Hier dreht es sich um unterschiedliche Konflikte und wie diese mithilfe von Beratung gelöst werden können. Bisher haben wir beispielsweise Paarkonflikte und Konflikte zwischen Eltern und Kind analysiert, aber auch unterschiedliche Krisen von einzelnen Menschen untersucht. Dieses Seminar wird neben Soziologiestudierenden auch von Studierenden aus der Psychologie und den Erziehungswissenschaften besucht.
In diesen interdisziplinären Veranstaltungen wird mir immer bewusst, dass ich durch mein Studium dazu neige, alles durch die sogenannte „soziologische Brille“ zu betrachten. Deswegen finde ich es sehr spannend, diese Brille auch immer wieder abzunehmen und neue Perspektiven anderer Fachrichtungen kennenzulernen. Dabei stelle ich nämlich nicht nur Parallelen zwischen der Soziologie und anderen Studiengängen fest, sondern erkenne oft auch wichtige Unterschiede.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Dec 31, 2019
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Dec 31, 2019

Master live

Workshop fürs Leben

Es gibt Momente, die das Leben verändern und es gibt Menschen, die das eigene Leben verändern. Mein Leben wurde im Verlauf des letzten Wochenendes eindeutig zum Positiven verändert. Vor einigen Wochen hatte ich mich für einen Workshop namens „Passion & Purpose“ von der Swans-Initiative beworben. Die Swans-Initiative ist ein Social Start-Up, das für weibliche Studenten mit Migrationshintergrund eine Plattform bietet. Bisher hatte ich noch nie etwas von dieser Initiative gehört, war aber völlig begeistert, als mir Facebook diese Veranstaltung vorschlug. Ehrlich gesagt habe ich dann die Bewerbung vor mich hingeschoben, da der Uni- und Alltagsstress nun mal auch schon genug Zeit veranschlagt. Geschafft habe ich es dann doch, aber ich hatte die Bewerbung nicht mehr groß auf dem Schirm. Einige Tage später bekam ich dann eine Mail mit einer Zusage und hab mich sehr gefreut, aber immer noch nicht gewusst, was ich erwarten soll. Ein paar Tage später saß ich dann in der S-Bahn Richtung Berlin, bereit um ein spannendes Wochenende zu erleben. Was soll ich sagen… es war definitiv eines der besten Wochenenden dieses Jahres. Die anderen Teilnehmerinnen kamen aus verschiedenen Ecken Deutschlands und waren auch von ihren Hintergründen sehr divers. Neben Jugendarbeiterinnen, Medizinerinnen und Politikwissenschaftlerinnen war alles dabei. In meinem ganzen Leben habe ich mich nie fremd gefühlt –es gab Momente, in denen ich meinen Hintergrund erklären oder bestimmte Vorurteile entkräftigen musste. In diesem Rahmen, in dem alle einen weiteren kulturellen Hintergrund hatten, herrschte dadurch eine ganz andere Atmosphäre. Es ist einfach schön, wenn man sich mal nicht erklären muss, sondern wenn andere bestimmte Erfahrungen auch kennen oder schon erlebt haben. Das Training, in dem es hauptsächlich um achtsames Leben und Selbstfindung ging, wurde von der spektakulären Mounira Latrache geführt. Allein ihre Anwesenheit veränderte die Stimmung im Raum und die ehemalige Google-Pressesprecherin beeindruckte und begeisterte. Sie erzählte uns von ihrem Werdegang und ihrer beruflichen Karriere. Wir machten sehr intensive Übungen, in denen wir unsere inneren Ängste, Sorgen aber auch Wünschen identifizierten, um sie dann zu vokalisieren. Immer dabei waren die anderen Teilnehmerinnen, die als Gruppe die beste Unterstützung boten, die man sich hätte wünschen können. Neben den Trainings hatten wir auch stets Zeit zum Austausch“. Im Laufe meines Wochenendes habe ich viele für mich wichtige Fragen beantworten und dadurch Entscheidungen treffen können.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Dec 20, 2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
Dec 20, 2019

Master live

Und morgen fahre ich nach Bukarest

Nicht wenige meiner Freunde fliegen trotz Klimabedenken ab und an, sei das aus Kosten- oder Geldgründen. Klar, selbst bin ich kein 1A Klimaschützer. Ein Verkehrsmittel ziehe ich dem Flugzeug aber doch immer vor: Den Nachtzug. Während die Deutsche Bahn 2016 sämtliche Nachtzüge eingestellt hat und auch in Zeiten des Klimawandels keine Gründe sieht, ihre Entscheidung zu revidieren, sieht die Situation in Österreich schon deutlich anders aus: Der Nightjet der ÖBB bringt 1,4 Millionen Menschen pro Jahr über Nacht ans Ziel ihrer Wahl. Und wer gegen Abend einen Blick auf die Abfahrtstafel des Wiener Hauptbahnhofs wirft, stellt fest, dass hier noch ganz andere Züge unterwegs sind. Und so passiert es, dass ich nach zwölf Monaten Praktika meine studentische Freiheit einmal wieder voll ausnutze und mich irgendwie spontan im Nachtzug nach Bukarest wiederfinde. Mein Zuhause für die nächsten 19 Stunden teile ich mir mit einem Rumänen und einer älteren Dame. Und dann ist da noch ein anderer Studierender, der seit Kurzem in Wien studiert. Alle sitzen wir zusammen im Abteil, in Mantel und Handschuhen. Man kann fast seinen eigenen Atem sehen. In den Abteilen neben uns sitzt eine Gruppe Wiener Germanisten, die auf dem Weg nach Timisoara sind, wo sie selbstverfasste Texte lesen werden. Aufgrund der unterschiedlichen Stromspannungen kann der rumänische Wagen nicht in Österreich beheizt werden. Ab der ungarischen Grenze würde es vielleicht wärmer werden, meint der Schaffner. Man kommt ins Gespräch. Der Rumäne arbeitet als Techniker auf Kreuzfahrtschiffen, jedes Jahr eine andere Route. Nach Rumänien fährt er regelmäßig mit dem Zug, der nächste Flughafen ist viel zu weit von seinem Zuhause entfernt. Der andere Studierende war während seines Bachelors als Erasmusstudierender in Bukarest und besucht nun nach zwei Jahren zum ersten Mal wieder das Land und alte Freunde. „Klar, letzten Freitag war ich auch bei der Fridays4Future-Demo“, erzählt er mir. Für das Klima hat er sich für den Nachtzug entschieden. Vor allem von ihm, kann ich viel erfahren. Sichtlich begeistert erzählt er mir von Bukarest und von der umliegenden Natur, vom Schwarzen Meer, von den Karpaten. Je näher wir kommen, desto mehr erinnert er sich an seinen Erasmusaufenthalt dort zurück, wird euphorischer. Er erzählt mir aber auch davon, wie Bukarests Altstadt dem Erdboden gleich gemacht wurde oder von der Korruption heut im Land auf allen Ebenen. All das hätte ich vielleicht auch lesen können in Büchern, Bibliotheken, Blogs. Doch was er mir erzählt ist gefiltert, authentisch, subjektiv. Und damit genau das, was ich interessant finde.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Dec 20, 2019
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Dec 20, 2019