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Master live

Eine Liebeserklärung an die 10er Jahre

Ein neues Jahrzehnt hat begonnen. Silvester ist ja so schon immer ein Highlight, aber dieses Mal schwingen noch mehr Erwartungen mit. Das letzte Jahrzehnt war rückblickend betrachtet sehr prägend für mich. Ich bin nicht nur älter, sondern auch irgendwie erwachsen geworden. Die Schulzeit, das Abitur, der Auszug von zu Hause und das Studium. Dazwischen Reisen nach Brüssel, New York, Istanbul, Paris, Barcelona, Montreal, Seoul, Hanoi, Tirana. Praktika bei einer Galerie, bei einer Fernsehproduktion, beim ZDF und beim HR. Im letzten Jahrzehnt war ich immer wieder auf der Suche und immer wieder habe ich etwas Neues gefunden. Auch Lebens- und Liebeskrisen gab es zu genüge. Und doch schaue ich mit einem liebevollen Blick auf die vergangenen zehn Jahre und bin dankbar für alles was passiert ist, Wer wäre ich denn ohne all diese Erfahrungen heute? Es gab immer wieder Momente der puren Verzweiflung. Momente ich denen ich mir nicht vorstellen konnte, dass ich je wieder glücklich sein werde oder in denen ich nicht wusste, wie es weitergeht. Doch ich habe gelernt, dass alles irgendwann vorbei geht. Die 2020er Jahre werden mein Leben auf eine andere Art und Phase prägen als die aufregenden und gleichzeitigen unsicheren 2010er. Ich werde meinen Master abschließen, ins Berufsleben starten, womöglich noch mehrmals umziehen, um dann auf lange Sicht sesshaft zu werden. Auch privat wird sich bestimmt einiges tun. Die 2010er werden mir immer als unvergessliche Zeit in Erinnerung bleiben. Wahrhaftig eine Zeit, die mir stets ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Jan 17, 2020
Autor: Bo
Rubrik: studium
Jan 17, 2020

Master live

Die Initiativbewerbung

Nachdem ich mich entschieden hatte, ein Masterstudium zu machen, anstatt gleich nach dem Bachelor ins Berufsleben zu starten, stand für mich fest: Ich brauche einen Nebenjob. Wochenlang zerbrach ich mir den Kopf, wo ich mich bewerben könnte. Eines Nachmittags war ich auf Instagram unterwegs und stolperte über den Account eines jungen Verlags, der zu einem großen Publikumsverlag gehört. Ihr Programm fand ich auf Anhieb sehr ansprechend, also schrieb ich ihnen eine Privatnachricht, ob sie Interesse an einer Werkstudentin hätten. Wenig später bekam ich eine Antwort, dass sie noch gar nicht darüber nachgedacht hatten, sie jedoch auf jeden Fall Hilfe bräuchten und gerne meinen Lebenslauf sehen würden. Sie versprachen mir, sich wieder zu melden und tatsächlich luden sie mich bald danach zu einem Vorstellungsgespräch ein – gleich an meinem allerersten Tag in Berlin. Die Zusage zu bekommen war für mich ein riesiges Erfolgserlebnis. Nun arbeite ich dort in der Presseabteilung und im Lektorat. Meine Aufgaben bestehen unter anderem daraus, Pressespiegel zu erstellen, Rezensionsexemplare zu verschicken, mit Pressepartner*innen zu korrespondieren, Manuskripte zu prüfen oder auch die Instagram-Seite des Verlags mitzugestalten. Neuerdings arbeite ich außerdem an meinem ersten eigenen Presseprojekt rund um ein neues Buch. Ich lerne gerade unglaublich viel Neues und da der Verlag mit mir aus nur vier Personen besteht, kann ich schon sehr viel Verantwortung übernehmen. Nicht auf eine Stellenausschreibung zu warten, sondern selbst Initiative zu ergreifen, war das Beste, was ich tun konnte.

Autor: Moni   |  Rubrik: studium  |  Jan 16, 2020
Autor: Moni
Rubrik: studium
Jan 16, 2020

Master live

Und morgen fahre ich nach Bukarest - Teil 2

Der Zug ist verspätet, doch das ist uns egal. Wir haben Zeit. Über der Walachei geht die Sonne unter, als wir in Bukarest einrollen. Ehe ich am nächsten Abend mit dem Nachtzug nach Timisoara aufbreche, erkunde ich die rumänische Hauptstadt. Das Parlament – eines der größten Gebäude der Welt –, die Cafés, die Museen, die Weihnachtsmärkte. Und David, den ich im Zug kennengelernt habe, zeigt mir sein Bukarest. Seine Augen leuchten, als wir vor seiner Stammkneipe aus Erasmuszeiten landen. Ich sehe ihm an, welch unvergessliche Abende er hier verlebt hat und fühle mich an meine Zeit im Freiwilligendienst erinnert. David kennt sich aus – mit dem Verkäufer im Tabakladen um die Ecke ist er per Du. Wir landen in einer Kellerkneipe. Dort treffen wir seine Freunde, eine bunte Truppe von überall her. An den türkisblauen Wänden hängen verschiedene Gemälde, die Auswahl scheint willkürlich. Dann macht jemand auf dem Lautsprecher in der Mitte des Raumes Dragostea din tei an. Der Superhit der 2000er – wie ich spätestens merke als alle im Raum textsicher mitgrölen: ein rumänisches Produkt.
Schnitt. Ich komme nach zwölf statt neun Stunden mit dem Nachtzug in Timisoara an. Nach einigen Verständigungsproblemen mit dem Herrn der Gepäckaufgabe mache ich mich auf den Weg in die Stadt. Ohne Smartphone verlaufe ich mich – und ich genieße es. Einen alten Mann, der im Vorgarten seine Rosen bearbeitet, frage ich nach dem Weg. Ohne wirklich irgendeine Sprache zu sprechen, frage ich vorsichtig: „Zentrum?“ In fließendem Englisch erklärt er mir den Weg in die Stadt. Er erzählt von seinem Haus, dass er in den 80er Jahren gekauft hat, von seiner Zeit als Professor in Amerika, vom Zusammenleben der Religionen in Timisoara. Als ich mich verabschiede, muss ich schmunzeln, ich bin begeistert angesichts dieser überraschend inspirierenden Begegnung am Gartenzaun. 

Timisoara ist das Zentrum der Region Banat im Westen Rumäniens. Ein deutsches Theater gibt es hier – und Schusslöcher in den Häusern, von der Revolution vor 30 Jahren. Ich schaue mich um, gehe ins Museum, in Buchläden und Cafés. Als ich am Abend in den Nachtzug nach Wien steige, bin ich begeistert, ein weiteres Land ein wenig näher kennengelernt zu haben. Nach ein paar Kilometern sind wir an der Grenze. Und dann schlafe ich ein. Als ich aufwache bin ich in Wien. Zuhause, oder so.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  Jan 15, 2020