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Master live

Freundschaften an der Uni

Einer der großen Fragen, die sich wahrscheinlich jeder Erstsemestler stellt, ist, ob er unter seinen neuen Kommilitonen Freunde finden wird. Im besten Fall lernt man großartige Menschen kennen, mit denen man Studentenleben gemeinsam bestreitet. Im besten Fall eben. Einige von euch werden die App Jodel kennen, eine anonyme Plattform insbesondere für Studierende, auf der kurze Gedankenschnipsel öffentlich festgehalten werden können. Immer mal wieder schau ich in diese App rein und lese von Studierenden, dass sie sich an der Uni einsam fühlen und keinen Anschluss finden. Im Rückblick betrachtet hatte ich sehr viel Glück in Heidelberg gehabt, da ich dort direkt Freunde gefunden habe - die Basis für Freude, Spaß, Sicherheit und unvergessliche Momente. Dadurch, dass ich im Bachelor so ein solides Netzwerk an Freunden hatte, habe ich eine sehr entspannte Einstellung gewonnen. Mir war bewusst, dass ich in meinem Master mit weit weniger Menschen in Kontakt kommen würde, weil der Studiengang wesentlich kleiner ist. Das bedeutet einerseits, dass man mit den wenigen Menschen schneller in Kontakt tritt, aber natürlich auch, dass die Chancen geringer sind, Freunde fürs Leben zu finden. Ich bin an diesen Master und an die Kommilitonen sehr offen rangegangen, aber auch sehr lässig. Wenn sich nette Freundschaften ergeben, dann ist das toll wenn nicht, ist das auch okay. Nach einem Monat kann ich nun das Resümee ziehen. Ich habe einige sehr nette und liebe Menschen in meinem Master um mich herum, mit vielen habe ich aber einfach sehr wenig zu tun. Das rührt auf der einen Seite daher, dass etwa 80 Prozent meiner Kommilitonen in Berlin statt in Potsdam wohnen und dadurch natürlich eher weniger die Möglichkeit besteht, auch mal etwas gemeinsam zu unternehmen. Auch spielt es eine Rolle, dass die meisten von uns nebenbei arbeiten und wenig Zeit haben. Ich erwische mich selbst dabei, wie ich gedanklich schon bei den verschiedenen Bewerbungsfristen bin. Ich kann es aber auch verstehen, wenn zum Beispiel andere Studenten mehr und auch intensiveren freundschaftlichen Kontakt in ihrem Universitätsleben brauchen.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Nov 26, 2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
Nov 26, 2019

Master live

Studieren ohne Papier


In meinem Studium muss ich sehr viel lesen. Für fast jedes meiner Seminare bereite ich wöchentlich teilweise sehr lange Texte vor, sodass schnell einige Seiten zusammen kommen. Einige Semester lang habe ich die Texte immer fleißig ausgedruckt. Ich fand es angenehmer, mit Bleistift und Textmarker Seite für Seite durchzuarbeiten, anstatt die Texte am Computerbildschirm zu lesen. Das hatte allerdings den großen Nachteil, dass ich so sehr viel Papier und Druckertinte verbraucht habe. Viele Texte eines Seminars bauen zudem aufeinander auf, weswegen es sich bewährt hat, immer alle Texte dabei zu haben, um noch mal etwas nachlesen zu können. Das bedeutete wiederum, dass ich das ganze Papier mit mir rumschleppen musste und mein Ordner immer schwerer wurde. Aus diesen Gründen bin ich in diesem Semester auf ein Tablet umgestiegen. Darauf kann ich alle Texte laden, ohne ein einziges Blatt Papier zu benötigen. Mit einer App, die speziell zur Organisation eines Studiums gedacht ist, habe ich zudem Ordner für die verschiedenen Seminare angelegt. Statt in einer ganzen Zettelwirtschaft zu versinken, die sich sonst auf meinem Schreibtisch befunden hat, kann ich nun auf alle Texte direkt zugreifen, ohne den Überblick zu verlieren. Anfangs musste ich mich allerdings daran gewöhnen, die Texte nicht in Papierform vor mir zu haben, sondern auf dem Bildschirm lesen zu müssen. Mit einem passenden Stift für das Tablet kann ich allerdings genauso Randnotizen machen und Textstellen markieren. Zusätzlich habe ich die Möglichkeit, Suchbegriffe einzugeben, was es mir erleichtert, bestimmte Stellen wiederzufinden. Angenehm finde ich es auch, dass mein Tablet sehr handlich ist und überall mit hingenommen werden kann. Dadurch fällt es mir leichter, Texte auch unterwegs zu lesen. Der einzige Nachteil an dem Tablet ist, dass es nicht gerade günstig war. Wenn ich allerdings bedenke, wie viel Geld ich dadurch für Druckerpatronen und Papier spare, ist es schon gar nicht mehr so teuer. Die Anschaffung hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Nov 20, 2019
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Nov 20, 2019

Master live

Was sind Medien?

Immer, wenn mich jemand fragt, was ich studiere, weiß ich, dass es nicht bei dieser einen Frage bleiben wird. Dann geht das meist so in der Art weiter: „Und was ist das Europäische an Europäischen Medienwissenschaften?" „Was genau machst du denn da?“ „Also studierst du Journalismus beziehungsweise Kommunikation?“ Mein absoluter Favorit ist jedoch „Du studierst also irgendwas mit Medien!". Nachvollziehen kann ich die Frage und die Reaktionen ja schon. Ich meine, in Berlin oder Potsdam etwas mit Medienschwerpunkt zu studieren ist nicht besonders exotisch. Wenn man sich mit jungen Menschen aus Berlin unterhält, dann arbeiten auffällig viele Menschen als freischaffende Medienmacher. In einer meiner Einführungsveranstaltungen hat ein Professor uns gefragt, was genau Medien sind. Wir müssten es ja schließlich wissen, wenn wir es studieren. Auf einmal war es sehr still und auch die Kommilitonen, die vorher breit über den Autoren XY und jenen oder diesen neuen Essay diskutiert haben, waren plötzlich etwas verloren. Ja, was sind diese Medien eigentlich? Einige fingen zaghaft an. Das Wort Kommunikation fiel oft, Vermittler, alte Medien und digitale Medien. Wir fingen an, Formen von Medien zu beschreiben, aber eine richtige Definition gelang keinem. Genau das hatte unser Professor beabsichtigt. Er sagte schließlich, dass so ziemlich alles Medien sein können. Natürlich kennt man die gängigen Medien wie Fernsehen oder Radio, aber auch ein Tagebuch ist ein Medium. Wir als Personen können Medien sein oder von einem Medium zur Thematik gemacht werden. Es haben sich schon viele Menschen bemüht, eine Definition zu finden, doch etwas Allgemeingültiges gibt es bis heute nicht. Genau das reizt mich aber an diesem. Ich habe die grenzenlose Freiheit, mich nicht auf etwas festnageln zu müssen. Dieses Semester mache ich einen Kurs zum Thema „Smart Farming“. Ich hatte keine konkrete Vorstellung, worum es dabei gehen soll und genau deshalb habe ich ihn gewählt. Vor Ort erfuhr ich dann, dass die Landwirtschaft seit längerer Zeit eine Art digitale Revolution erfährt. Von virtuellen Zäunen, die der Bauer per App steuert oder unkrautvernichtenden Robotern hatte ich zuvor nie gehört. Auch das ist ein Feld der Medienwissenschaft und diese Vielfalt fasziniert mich. Natürlich gibt es dennoch persönliche Präferenzen und meinen Hintergrund aus der Kunstgeschichte will und werde ich nicht loswerden, aber was mir hier geboten wird, ist einmalig. Ja ich studiere irgendetwas mit Medien, nein den völligen Durchblick habe ich noch nicht, aber ich liebe es!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Nov 20, 2019