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Medizin studieren

Abschied

Wow, 294 Blogbeiträge habe ich in den vergangenen siebeneinhalb Jahren für abi.de verfasst. Ich bin mittlerweile wieder aus Costa Rica zurück und bereite mich auf das Praktische Jahr vor. Einerseits freue ich mich enorm auf die bevorstehenden Aufgaben, andererseits ängstigt mich das natürlich auch. Seit ich Medizin studiert habe lief mein Leben wie auf Schienen: Ich wusste immer, was auf mich zukommt.
Das trifft zwar auf das nächste Jahr immer noch zu, aber was danach kommt, ist völlig offen. Werde ich in zwei Jahren noch in Münster sein? Oder geht es zurück in die Heimat? Was passiert in vier Jahren? Das sind Fragen, die sich wahrscheinlich in den nächsten Monaten klären werden, momentan kann ich darauf aber noch keine Antwort geben. Ein komisches Gefühl.
Tatsache ist, dass ich mein Studium sehr genossen habe. Mir hat es großen Spaß gemacht, euch als Leserschaft an meinen Erlebnissen und Gedanken teilhaben zu lassen. Ich hoffe, ihr hattet den ein oder anderen Aha-Moment, was das Studium der Medizin angeht. Vielleicht konnte ich ja einigen angehenden Medizinern auch den Respekt, der einem vor Beginn des Studiums gerne mal gemacht wird, ein bisschen nehmen! Das würde mich freuen. Ansonsten bleibt mir nur, mich bei euch zu bedanken!
Bis dann!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jan 24, 2020
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jan 24, 2020

Medizin studieren

Faule Eier

Die letzten Wochen meiner Costa-Rica-Reise vergingen nach dem Aufenthalt im Tortuguero-Nationalpark wie im Flug. Die Abreise aus Tortuguero mit einem kleinen Boot war spektakulär: Wir bekamen einen Puma zu sehen, der gerade vom einen zum anderen Ufer schwamm. Dazu muss man wissen, dass die Beobachtung von Raubkatzen eine absolute Seltenheit ist. Rückblickend würde ich definitiv sagen, dass der Tortuguero-Nationalpark mein absolutes Costa-Rica-Highlight war!
Im Anschluss reiste ich weiter Richtung Süden, genoss karibisches Essen, sah große Riffhaie beim Schnorcheln und genoss die Ruhe an abgelegenen Stränden.
Eineinhalb Wochen vor meinem Rückflug ging es zurück nach San José.
Mit dem Mietwagen wollte ich noch ein paar Vulkan-Nationalparks erkunden. Leider oder spannenderweise, sind in Costa Rica viele Vulkane momentan für den Aufstieg gesperrt, da einige der Vulkane derzeit aktiv sind. Besonders eindrucksvoll war die Lage im Rincon-de-la-vieja-Nationalpark, wo man austretenden Dampf und Rauch sowie einen penetranten Geruch von faulen Eiern, also Schwefelwasserstoff, erleben konnte.
Sogar ein Bad in einer heißen Quelle ließ sich dort realisieren. Doch nach dreißig Minuten im heißen Bad stank meine Haut widerlich nach faulen Eiern. Selbst nach zwei heißen Duschen und selbstmörderischem Schrubben stank ich einen Tag später immer noch.
Die letzten Tage ging ich dann ganz ruhig an, am Tag des Abflugs verbrachte ich viel Zeit in der Hauptstadt und im Nationalmuseum, wo ich noch einiges über die indigene Bevölkerung und die Bürgerkriegsjahre in den 40ern lernte.
Nach acht Wochen auf Reisen freute ich mich darauf, mich in Deutschland ein paar
Tage auf das nahende Praxisjahr vorbereiten zu können und mich wieder zu aklimatisieren!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jan 21, 2020
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jan 21, 2020

Medizin studieren

Schildkröten

Der nächste Stopp meiner Reise war der abgelegene Tortuguero-Nationalpark. Ohne Straßenverbindung zum dort gelegenen Ort blieb einem nur – entweder per Mini-Flugzeug, oder per Boot anzureisen. Ich entschied mich für Letzteres. Nicht zuletzt, da die Anfahrt über ein weit verzweigtes Flusssystem inmitten eines „Bilderbuch-Dschungels“ versprach, ein schönes Erlebnis zu werden. Diese Erwartung wurde mehr als erfüllt. Bereits auf dem Weg zum Nationalpark ließen sich Kaimane, Graureiher, Jesus-Christus-Basilisken, Brüllaffen und viele weitere Tiere beobachten. Im Ort Tortuguero angekommen sah man dann direkt, dass dieser Ort einzig für Touristen gebaut ist. Es lebten dort vor 30 Jahren nur ungefähr 250 Menschen, seitdem hat sich die Anzahl mehr als verzehnfacht. Unzählige lokale Guides bieten Schildkrötentouren, Nachtwanderungen, Kajak-Touren und dergleichen an, während man selbst erstmal völlig überfordert versucht, sich zur Unterkunft zu orientieren. Sobald man aber ein bisschen abseits ist, dünnt sich die Werbe-Dichte doch erheblich aus und man merkt langsam, was das für ein paradiesischer Ort ist. Die Schildkrötentour selbst hatte ich bei einer Biologin bereits im Voraus gebucht, in der Hoffnung, so auch mehr über die Schattenseiten des Tourismus und mehr über das Tier an sich zu lernen. Meiner Erfahrung nach neigen nämlich viele der „einfachen“ Guides dazu, ihren Gästen eine interessante „Show“ zu bieten und sich dabei über geltende Gesetze und Regeln hinwegzusetzen.
Meine Einschätzung, bei der Biologin an der richtigen Adresse zu sein, bestätigte sich; besonders als wir in der Kleingruppe sahen, mit welcher Rücksichtslosigkeit und Lautstärke manch andere Gruppen von ihren Guides über den Strand gejagt wurden.
Da die weiblichen Schildkröten zur Eiablage nachts an den Strand kommen und durch Licht und Geräusche sehr leicht irritiert werden, ist es eigentlich gängige Praxis, sich dunkel angezogen im „Schatten“ des Ufers aufzuhalten und zu warten, bis eine Schildkröte ihr Loch zur Eiablage gebuddelt hat. Erst dann kann man, lediglich mit Rotlicht leuchtend, sich von hinten an die Schildkröte heranwagen. In dem Zustand des Eierlegens ist die Schildkröte für die Dauer von circa 20 Minuten nämlich in einer Art Trance-Zustand, gleichzeitig aber natürlich für Raubtiere und andere Feinde sehr vulnerabel.
Schildkröten sind mehrere hundert Millionen Jahre alte Tiere, die Jahr ein Jahr aus ihre Eier im Sand vergraben. Und erst in den letzten 200 Jahren wurden sie durch den Menschen an den Rand der Auslöschung getrieben. Das Erlebnis zu sehen, wie eine 150 Kilogramm schwere grüne Wasserschildkröte im Sekundentakt insgesamt circa 120 Eier legte, war bisher jedenfalls eines der eindrucksvollsten Erlebnisse meines Lebens und hinterließ mich mit einer gehörigen Portion Ehrfurcht vor diesen Tieren und der Natur an sich.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Dec 27, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Dec 27, 2019