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Medizin studieren

Physikumslogbuch - Eintrag 3

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

25.09.2017

Lernen und sich vorbereiten auf das Physikum ist wohl kaum so spannend wie ein Krimi – aber natürlich äußerst sinnvoll. Deshalb hier meine Zutaten für die „Suppe à la Physikum“.
Neben einem Lernplan (siehe auch mein Beitrag „Physikumslogbuch – Eintrag I“) braucht es Kommilitoninnen und Kommilitonen, die einem zur Seite stehen. Wir haben in unserer Clique einen gemeinsamen Schlachtplan ausgearbeitet, wie wir uns alle durchs Physikum bringen. Dazu haben wir über drei Wochen hinweg jeden Tag zwei Termine vereinbart, an denen wir Themen besprechen. Für diese wurde jeweils ein Moderator benannt, der beispielsweise das Thema Verdauung so vorbereitet, dass alle wichtigen Aspekte in Biochemie, Physiologie und Anatomie besprochen werden. Das hat garantiert, dass wir den Überblick behielten und nah am Thema diskutierten. Auch war der Moderator dafür zuständig, auf die Zeit zu achten, sodass kein Treffen länger als eineinhalb Stunden dauerte, da sonst die Konzentration schwindet und kein sinnvolles gemeinsames Lernen mehr möglich ist.
Lerngruppen sind aus mehreren Aspekten wahnsinnig sinnvoll: Der ständige Vergleich mit den anderen garantiert, dass man auch jedes Thema selbst bearbeitet. Manche finden das belastend, weil es sie stresst, wenn jemand mehr als sie kann. Das erfordert, dass man ehrlich zu sich selbst ist. So musste ich recht schnell akzeptieren, dass ich nicht zu den Kandidaten gehöre, die eine eins schreiben werden, aber eben auch nicht zu denen, die froh sind, wenn sie das Physikum überhaupt und gerade so mit einer vier bestehen. In diesem Mittelfeld ist es schön, sich die Infos von den Besseren abzuschauen.
Außerdem waren die Treffen mit meiner Lerngruppe immer ein Lichtblick, aber auch ein Anker am sonst terminlosen, aber vollen Tag. Man erhält Struktur, weil man weiß, dass man sich um 15 Uhr und um 19 Uhr Stunden trifft. Sollte an einem Tag alles schiefgehen, weil man sich überhaupt nicht konzentrieren kann, so garantieren die Treffen, dass man drei Stunden effektiv lernt und vorankommt – und häufig ist die eigene Motivation anschließend wieder entfacht.
Zuletzt darf man nicht vergessen, dass es auch um die mentale Unterstützung in einer solchen Gruppe geht. Wir waren immer sehr sensibel dafür, wenn es jemandem schlecht ging und er fertig mit der Welt war. Dann baute man sich gegenseitig auf, nahm sich Zeit, um einen Spaziergang zu machen, nahm sich in den Arm, um zu zeigen: Du bist nicht allein. Später werden wir alle in Teams arbeiten. Warum also nicht auch das Physikum gemeinsam schaffen? Eben. Zusammen schafft man mehr als allein.

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