interaktiv

Medizin studieren

Vom Regen in die Traufe

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

28.05.2013

Zwar haben alle meine engeren Freunde und ich die Chemieklausur locker bestanden, aber an ausruhen ist seitdem dennoch nicht zu denken. Biologie, Physik und Anatomie verzeihen es einem in der Regel nicht einfach so, wenn sie vernachlässigt werden. Entsprechend viel ist auch nachzuholen. Leider lassen sich sämtliche Gruben, Gräben, Löcher, Hügel, Hügelchen, Leisten, Durchtrittsöffnungen und Co. nicht einfach so dazu überreden, widerstandslos ins Hirn zu marschieren. Aber um ehrlich zu sein, ist das auch alles einigermaßen spannend, immerhin ist Anatomie im ersten Semester so ziemlich das einzige Fach, welches einen an die Tatsache erinnert, dass man tatsächlich Medizin studiert. Wegen der ganzen Physik-, Bio- und Chemieveranstaltungen verliert man das nämlich doch das ein oder andere mal aus den Augen.

Aber gut, gelernt werden muss es dennoch, und zwar nicht erst kurz vor den Klausuren, denn das ist bei der Fülle an Stoff relativ utopisch. Und so verbringe ich zumindest einen kleinen Teil meiner Ferien damit, Vorlesungen zusammenzufassen, Vokabelkarten zu schreiben und mir selbst leid zu tun.

Selbst schuld, wäre ich einfach, wie gefühlt meine ganzen ehemaligen Klassenkameraden, nach Neuseeland, Kanada oder Australien gegangen um mich erst einmal auszuruhen. Wenn ich recht überlege, bin ich aus unserer doch zehnköpfigen Clique wirklich der einzige, der direkt den Schritt an die Uni gegangen ist.

Aber offen gestanden sind die Augenblicke, in denen ich das bereue, eher selten. Klar nervt es, ein weiteres atemberaubendes Landschaftsbild Neuseelands auf Facebook zu finden, während ich gerade eine Lernpause einlege. Und sicherlich motiviert es auch nicht allzu sehr, wenn man sich die spannenden Geschichten jener Glücklichen anhört.

Andererseits habe ich, im Gegensatz zu ihnen einen Plan, was ich in den nächsten Jahren machen werde und vor allem will. Und irgendwie habe ich bisher nicht den Eindruck gewonnen, dass die Auszeit einen großen Beitrag zur Orientierung und Selbstfindung meiner Kollegen beiträgt.

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