Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Medizin studieren

Und es ist geschafft

In der letzten Woche sank das soziale Leben in meinem Freundeskreis auf ein wahrlich trauriges Minimum: Unterhaltungen reduzierten sich auf kurze Fragen in Chat-Gruppen, Treffen auf das gemeinsame Mittagessen in Lernpausen. Ein Großteil der Leute hatte ein gewaltiges Defizit aus dem laufenden Semester angesammelt und sich somit zu zwölfstündigen Lern-Marathons während der letzten zwei Wochen verpflichtet. Chemie lag ja bekanntermaßen bereits hinter uns, aber Physik, Anatomie und Bio mussten wir irgendwie noch schaffen.

Physik sollte – allen Aussagen von älteren Semestern und unserer Fachschaft zufolge – allerdings eher eine Art „Führerschein-Prüfung“ sein: Antworten ankreuzen und bestehen. Denn seit 2000 hätten sich sämtliche Physik-Klausuren für uns Mediziner auf einen etwa 350 Fragen umfassenden Katalog beschränkt. Doch erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt! Das dachten wir uns kollektiv NACH dieser sogenannten „Führerscheinprüfung“. Offensichtlich waren wir nämlich das erste Semester seit 13 Jahren, das eine neu konzipierte Prüfung vorgelegt bekam. Das ungute Gefühl bestätigte sich mit dem Ergebnis: Insgesamt sind 40 Prozent durchgefallen.

Glücklicherweise gehöre ich zu den anderen 60 Prozent! Wäre allerdings auch eher peinlich geworden, meinen Kommilitonen erklären zu müssen, wie ein Ex-Physikstudent durch eine Mediziner-Physik-Klausur fallen kann.

Kaum lag Physik hinter uns vergrub sich das Kollektiv jedoch wieder in der Bib. Letzten Endes ging es jedoch für meine Freunde und mich gut aus: Auch Biologie und Anatomie haben wir alle erfolgreich hinter uns gebracht. Und so verabschiedeten wir uns euphorisch und würdig in unsere wohlverdiente zweieinhalbmonatige Sommerpause!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Aug 14, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Aug 14, 2013

Medizin studieren

Ein guter Teil ist geschafft

Vergangenen Freitag war es schließlich soweit: Die lang ersehnte zweite Praktikumsklausur der Chemie stand an. Meine Gefühle waren selbstverständlich gemischt: Einerseits war die Anspannung hoch, da die Klausur nicht ganz unwichtig war, andererseits herrschte schon eine gewisse Vorfreude. Immerhin würde dann schon eine von den vier großen Abschlussprüfungen, zudem die wichtigste, hinter uns liegen!

Nach verrichteter Arbeit hieß es erst mal gemütlich Grillen, wobei an Feiern nicht gedacht wurde. Noch vor zwei Monaten, nachdem wir die erste Chemie-Klausur absolviert hatten, war die Party danach regelrecht ausgeartet. Dieses Mal wollten viele noch zwischen 22 Uhr und Mitternacht in die Bib gehen, um Anatomie zu lernen.

Selbstverständlich ist daraus auch nichts geworden, denn jene Kommilitonen sahen dann doch recht zügig ein, dass bei dem nahezu perfekten Wetter, dem wunderbaren Sonnenuntergang und den traumhaften Temperaturen nichts frevelhafter gewesen wäre, als zu lernen. Und so wurde der Abend doch noch sehr schön!

Am Samstag ging es dafür umso strenger weiter. Ich habe eine Acht-Stunden-Schicht eingelegt und gehörte damit nicht zu der Gruppe, die an diesem Tag am längsten in der Bib paukte. Noch stehen nämlich die Prüfungen in Biologie, Anatomie und Physik an. Die Bibliotheksleitung weiß wohl, warum die Mediziner-Bib 360 Tage im Jahr bis 24 Uhr geöffnet hat.

Ein bisschen ärgert micht die Situation aber schon: Da ist der Sommer schon mal so perfekt und was machen wir? Wir sitzen und schwitzen in der Bib, unterhalten uns über Vereinigungen von Venen im Thorax, das limbische System und den Musculus sphincter ani externus (der Schließmuskel des Afters). Aber hey, bald liegt auch das hinter uns und dann können wir feiern und die Ferien genießen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Aug 6, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Aug 6, 2013

Medizin studieren

Prüfungsstress

Wer hätte das gedacht: Das erste Mal in meinem Leben bin ich so richtig im Prüfungsstress und weiß nicht, wie ich das Pensum erfüllen soll. Innerhalb der nächsten neun Tage schreiben wir vier Klausuren: Zunächst Chemie – die wohl wichtigste Klausur –, gefolgt von Physik (von vielen bereits geschoben) und Prüfungen über Biologie und Anatomie. Welche die schwierigsten sind.

Glücklicherweise stehe ich in Anatomie relativ gut da, da ich den Stoff immer einigermaßen zeitnah aufbereitet habe. Vielen Kommilitonen ergeht es in dieser Hinsicht schlechter, die müssen das alles jetzt auch noch frisch in ihre Schädel pressen. Aber die tausend Enzyme, Proteine und Mechanismen in Biologie sind einfach komplex.

Es geht – und das ist für die allermeisten so – nicht mehr um gute Noten. Nein, „Vier gewinnt“ heißt die Devise. Denn die 60-Prozent-Hürde ist in so manchen Fächern tatsächlich sehr hoch angesetzt. Was einem wieder Mut verschafft, ist die Tatsache, dass die Durchfallquoten vor allem in Biologie doch einigermaßen Zuversicht spenden, mit gerade einmal neun Prozent. Im Vergleich zu 60 bis 70 Prozent in manchen Prüfungen des Physikstudiums ist das schon sehr komfortabel.

Kommilitonen sieht man eigentlich nur noch in der Bib über Büchern brütend, in der Mensa (denn für Kochen fehlt die Zeit) oder eben gar nicht. Aber gut, die Klausurenphase scheint echt intensiv zu sein, dafür ist sie aber auch sehr schnell wieder vorbei und dann winken zweieinhalb Monate Pause!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Aug 5, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Aug 5, 2013