interaktiv

Medizin studieren

Sommerloch

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

22.08.2013

Nach einer enorm stressigen Woche stand nun also das absolute Gegenteil: Entspannung pur. Eine Woche lang die Nacht zum Tag und den Tag zur finsteren Nacht machen, so jedenfalls der Plan. Nicht mit einberechnet hatte ich allerdings das Bedürfnis fast aller meiner Kommilitonen, sich zu Hause blicken zu lassen. Also stand ich plötzlich ziemlich allein da, nur zwei Freunde waren verblieben. Sicherlich wäre es das einfachste, ebenfalls nach Hause zu fahren und dort die freien Wochen zu genießen, jedoch ließe sich das kaum bis gar nicht mit meinem Job an der Uni-Klinik vereinbaren, der mit acht Stunden pro Woche zwar nicht unbedingt der einträglichste, definitiv jedoch ein lehrreicher ist: Ich darf als OP-Assistent in der Urologie bei der Urologie-Professorin Haken halten!

Das ist für einen Vorkliniker wie mich (also einen Medizinstudenten vor dem fünften Semester respektive vor dem Physikum) absolut untypisch, normalerweise werden klinisch erfahrenere Mediziner für solche Jobs bevorzugt. Aber nachdem in den Semesterferien alle besser geeigneten Menschen Münster fluchtartig zu verlassen scheinen, bleibe nur ich übrig. Jetzt darf ich das erste Mal in meinem Leben in den OP!

Dass Münster jetzt leergefegt ist, fällt dabei schon ziemlich auf. Wäre noch vor einer Woche bei dem genialen Wetter die Wiese am Aasee zum Bersten voll gewesen, findet man mittlerweile ganz leicht ein schönes Fleckchen für sein Handtuch.

Eigentlich auch ein bisschen traurig, denn abgesehen von fünf Stunden Training und acht Stunden Arbeit pro Woche bleibt mir tatsächlich nichts zu tun. Gut, ich bekomme Besuch von meinen Großeltern und habe endlich Zeit, Münster etwas besser kennenzulernen, aber allein macht das halt doch nicht so viel Spaß.

Aber gut, allzu lange geht das auch nicht mehr. Schließlich heißt es schon in drei Wochen: Ab zur Surfschule nach Frankreich! Ich werde rot nämlich wieder als Surflehrer arbeiten.

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