Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Medizin studieren

Zurück in die Bib

Ursprünglich wollte ich eigentlich nur einen Tagesauflug nach Köln machen. Er verlängerte sich allerdings spontan zu einem Wochenendtrip, nachdem mich in Münster ja eh nichts erwartete, außer einer leergefegten Stadt, einer leeren WG und einem leeren Kühlschrank. Besonders spannend war es allerdings nicht, da wir von den geplanten zwei Stunden Wakeboarden leider eine ganze Stunde am Rand stehen mussten, um bei der Reparatur der Anlage zuzusehen. Glücklicherweise wurden uns aber immerhin die Ticketpreise zurückerstattet.

Am nächsten Tag fuhr ich dann zurück nach Münster, um in meinem Nebenjob im Krankenhaus tätig zu werden. Mittlerweile werden mir immer mehr Kompetenzen zugesprochen, sodass ich schon wesentlich mehr machen darf als zu Beginn meiner Tätigkeit.

Leider ist es mir jetzt tatsächlich auch schon passiert, mich während einer OP mal unsteril zu machen. Das passiert zwar einigermaßen regelmäßig, selbst den Chirurgen, aber lästig ist es doch, da Kittel und Handschuhe gewechselt werden müssen, was einerseits Zeit, andererseits natürlich Material kostet. Aber gut, durch Fehler lernt man eben!

Außerdem finde ich es schon sehr faszinierend, auf was für einem peniblen Level die Hygiene in deutschen Operationssälen gehalten wird. Irgendwie geben mir die Erfahrungen, die ich momentan mache, schon ein sehr sicheres Gefühl, für den Fall dass ich selbst mal unters Messer kommen sollte.

Neben all dem Spaß hat mittlerweile jedoch auch der Ernst wieder Einzug in meinem Alltag gehalten: Nach den OPs beziehungsweise an den freien Tagen richte ich mir wieder ein bis zwei Stunden Lernen für das kommende Knochentestat ein. Ich hätte es ursprünglich nicht gedacht, aber der Aufbau des menschlichen Schädels ist doch komplizierter als gedacht. Tausend verschiedene Löcher fungieren als Durchtrittsstellen für Hirnnerven und tausende Gefäße. Aber immerhin ist das wirklich interessant!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Sep 3, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Sep 3, 2013

Medizin studieren

Langeweile? Fehlanzeige!

Meine Großeltern waren, wie bereits erwähnt, für drei Nächte zu Besuch in Münster. Innerhalb eines Tages erfuhr ich so mehr über Münster als in den vergangenen vier Monaten. Auch nicht schlecht! Außerdem haben solche Besuche offensichtliche Vorteile wie mehrere Tage durchgefüttert werden ohne eigene Ausgaben und natürlich der Import regionaler Spezialitäten aus der Heimat, an die zu kommen in Münster recht aufwendig bis unmöglich ist.

Mit meinen Großeltern bin ich dann auch direkt zurück in die Heimat gefahren, um meiner Mutter beim Renovieren ihrer Physiotherapie-Praxis zu helfen. Fünf Tage Fußboden verlegen und Streichen hinterlassen dann doch Spuren. Aber es ist natürlich auch toll zu sehen, wie sich eine ganze Praxis innerhalb kurzer Zeit ändern kann.

Leider blieb überhaupt keine Zeit, in irgendeiner Art Kontakt zu ehemaligen Klassenkameraden und Freunden aufzunehmen, denn nach neun Stunden Arbeit und verschiedenen Familientreffen war ich wirklich geschafft.

Zurück ging es dann per Mitfahrgelegenheit, sodass ich pünktlich zu meinem Job als OP-Assistent zurück in Münster war. Der entpuppt sich zunehmend als wahrer Glücksgriff, denn neben angemessener Bezahlung bringt er mir schon einiges an Erfahrung und Connections ein. Und abgesehen davon macht er auch Spaß! Zwar darf ich momentan „nur“ Haken halten, Blut absaugen, spülen oder tupfen, Fäden durchschneiden und dergleichen, aber wer weiß? Wenn ich mich gut mache, darf ich vielleicht auch anspruchsvollere Aufgaben übernehmen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Aug 29, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Aug 29, 2013

Medizin studieren

Sommerloch

Nach einer enorm stressigen Woche stand nun also das absolute Gegenteil: Entspannung pur. Eine Woche lang die Nacht zum Tag und den Tag zur finsteren Nacht machen, so jedenfalls der Plan. Nicht mit einberechnet hatte ich allerdings das Bedürfnis fast aller meiner Kommilitonen, sich zu Hause blicken zu lassen. Also stand ich plötzlich ziemlich allein da, nur zwei Freunde waren verblieben. Sicherlich wäre es das einfachste, ebenfalls nach Hause zu fahren und dort die freien Wochen zu genießen, jedoch ließe sich das kaum bis gar nicht mit meinem Job an der Uni-Klinik vereinbaren, der mit acht Stunden pro Woche zwar nicht unbedingt der einträglichste, definitiv jedoch ein lehrreicher ist: Ich darf als OP-Assistent in der Urologie bei der Urologie-Professorin Haken halten!

Das ist für einen Vorkliniker wie mich (also einen Medizinstudenten vor dem fünften Semester respektive vor dem Physikum) absolut untypisch, normalerweise werden klinisch erfahrenere Mediziner für solche Jobs bevorzugt. Aber nachdem in den Semesterferien alle besser geeigneten Menschen Münster fluchtartig zu verlassen scheinen, bleibe nur ich übrig. Jetzt darf ich das erste Mal in meinem Leben in den OP!

Dass Münster jetzt leergefegt ist, fällt dabei schon ziemlich auf. Wäre noch vor einer Woche bei dem genialen Wetter die Wiese am Aasee zum Bersten voll gewesen, findet man mittlerweile ganz leicht ein schönes Fleckchen für sein Handtuch.

Eigentlich auch ein bisschen traurig, denn abgesehen von fünf Stunden Training und acht Stunden Arbeit pro Woche bleibt mir tatsächlich nichts zu tun. Gut, ich bekomme Besuch von meinen Großeltern und habe endlich Zeit, Münster etwas besser kennenzulernen, aber allein macht das halt doch nicht so viel Spaß.

Aber gut, allzu lange geht das auch nicht mehr. Schließlich heißt es schon in drei Wochen: Ab zur Surfschule nach Frankreich! Ich werde rot nämlich wieder als Surflehrer arbeiten.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Aug 22, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Aug 22, 2013