Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Medizin studieren

Panikmache

Wenn es Tipps gibt, die ich allen (angehenden) Medizinstudenten geben würde, dann sind es folgende: Unterhalte dich nicht mit deinen Kommilitonen über deren Lernpensum. Versuche auch sonst so wenig wie möglich über Medizin zu reden.

Wenn man nämlich anfängt, sich mit anderen zu vergleichen, kann man eigentlich nur schlechte Laune bekommen. Wenn man beispielsweise gerade dabei ist, die Muskulatur des Unterarms zu lernen und sich mit einem Kommilitonen unterhält, der sich gerade den Oberschenkel ins Hirn zu prügeln versucht, gehen beide geschwächt aus der Konversation heraus. Man denkt sich: „Ich kann ja gar nichts! Der lernt schon den Oberschenkel, während ich noch am Unterarm rumkrebse und absolut nichts über die untere Extremität weiß!“. Der andere verzweifelt indes vermutlich an der Tatsache, noch nichts über den Unterarm zu wissen.

Und dann sind da diejenigen, die versuchen, einem glaubhaft zu versichern, die 300 Muskeln, 150 Nerven und die dazugehörigen Funktionen, Topografie und dergleichen mehr wanderten nachts bequem von alleine in ihr Gehirn. Lernen? Nein, ich doch nicht!

Nicht ganz so schlimm, aber trotzdem anstrengend ist das genaue Gegenteil: Diejenigen, die einem erzählen, wie viel sie die ganze Zeit lernen und was sie schon alles können. Oder nicht können. Es ist nämlich geradezu fatal, die 500. Verzweigung des „nervus ischiadicus“ nicht zu kennen! Dieser Typus hat die Eigenschaft, dem Durchschnittsstudenten ein kolossal schlechtes Gewissen zu verpassen.

Deswegen ist es eigentlich ratsam, sofort wegzurennen und laut zu schreien, wenn die Unterhaltungen sich dem Thema Lernen nähern. Und das tun sie in den Klausurenphasen verdammt häufig.

Zugegeben, nicht sehr leicht umzusetzen, aber ich wette, dass es enorm nützlich sein könnte.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Nov 29, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Nov 29, 2013

Medizin studieren

Zeit zum Leben

Kurzfristig dachte ich mal, dass mir das ganze Medizinstudium einfach viel zu viel wird und deswegen hatte ich eine totale Krise. Inzwischen habe ich von vielen gehört, dass ihnen das irgendwann in den letzten Wochen mal ähnlich ging.

Jetzt habe ich beschlossen, mich nicht verrückt machen zu lassen, so viel zu machen, wie gut geht und trotzdem noch viele schöne Sachen zu erleben. Getreu dem Sprichwort „was du heute kannst entfernen, musst du morgen nicht mehr lernen“, mache ich einfach nur das Allernötigste (was auch schon genug ist). Und wenn ich dann merken sollte, dass es doch nicht gereicht hat, mache ich das Physikum eben in drei Jahren. Wäre zwar schade, aber ich will gerne nebenbei auch noch ein Leben haben.

Mit dieser Idee im Hinterkopf lässt es sich schon viel entspannter leben. So konnte ich die Geburtstagsparty meiner Freundin in Weimar richtig genießen. Es waren mehrere gemeinsame Freundinnen, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte, angereist. Da gab es natürlich einiges auszutauschen. Eine ihrer Mitbewohnerinnen kannte ich sogar aus der Schule und zufälligerweise studierte der dritte Mitbewohner internationale Stadtplanung als Masterstudiengang und hatte viele Leute aus aller Herren Länder eingeladen. Eine dieser Gäste war Mexikanerin und kannte sogar Leute, mit denen ich in Mexiko viel zu tun hatte. So klein ist die Welt.

Obwohl ich also nicht wirklich viel für die Uni getan habe, habe ich in der Woche darauf ein Chemieantestat bestanden und einen Vortrag in meinem Wahlfach relativ gut über die Bühne gebracht. Es hat sogar richtig Spaß gemacht, sich zum Thema „Gewaltfreie Kommunikation“ zu informieren und die Stunde vorzubereiten!

Dass das im Moment alles noch mit so relativ überschaubarem Aufwand zu machen ist, liegt vermutlich daran, dass noch nicht Prüfungsphase ist. Ich habe das Gefühl, das Stresspensum schwankt ständig. Einmal denke ich: „Alles easy“ und dann wieder: „Ojemine!“ Aber mit der Zeit kann man sich das bestimmt auch alles besser einteilen.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Nov 25, 2013
Autor: Maja
Rubrik: studium
Nov 25, 2013

Medizin studieren

Regenzeit in Münster

Auch die Psychologie-Klausur stellte sich im Nachhinein als reine Wissensüberprüfung heraus. Das Ziel war wohl hauptsächlich, sämtliche Studenten per Prüfung auf den Kurs, der momentan läuft, vorzubereiten. Entsprechend gering war auch die Durchfallrate von sage und schreibe null Prozent. So macht es Spaß, Klausuren zu schreiben!

Was hingegen nicht so sonderlich viel Spaß macht, ist das Wetter. Seit zwei Wochen sind die Temperaturen so was von im Keller, dass man schon fast Schnee befürchten möchte. Und da Münster leider eine der regenreichsten Städte Deutschlands ist, bleibt es nicht aus, bei fünf Grad Außentemperatur durch den Regen in die Uni zu fahren! Da kommt man dann an, bis auf die Knochen durchnässt und zitternd wie Espenlaub, nur um die nächsten sechs Stunden in klatschnassen, kalten Klamotten durch die Gegend zu laufen.

Zur nervigen Wettersituation kommt der doch etwas anstrengende Psychologie-Kurs. Der ist an sich zwar schon interessant und inhaltlich wichtig, allerdings finde ich es sehr fraglich, ob es sinnvoll ist, einem Zweitsemester beizubringen, wie korrekte Arzt-Patienten-Kommunikation funktioniert. Schließlich dauert es noch mindestens fünf Jahre, bis wir tatsächlich Patienten gegenüberstehen.

Und so sitzt man dann im Institut für medizinische Psychologie abends um 18 Uhr und hofft eigentlich nur, dass die Regenpause doch noch bis 18:30 Uhr anhält, sodass wenigstens der Heimweg erträglicher wird.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Nov 15, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Nov 15, 2013