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Medizin studieren

Ein Leben neben dem Studium

Wenn man sich in der Klausurenphase mit Kommilitonen unterhält, könnte man meinen, deren Leben bestünde nur aus Studium. Genau wie das eigene. Man trifft sich zum Lernen, beim Lernen, vor dem Lernen und nach dem Lernen. Da bin ich ehrlich gesagt schon sehr froh, nebenher in einer Sportmannschaft eingebunden zu sein, der meine Klausuren und mein Studium herzlich egal sind. Es gibt nichts besseres, um einfach komplett abzuschalten. Über vollkommen andere Themen als Medizin zu sprechen ist wirklich eine enorme Erleichterung.

Fast noch besser sind allerdings meine Träume von Surfreisen. Was wiederum übertroffen wird durch das Planen von Surfreisen. Und das absolute Nonplusultra ist das Buchen von Flügen nach Marokko! Zwei Tage nach der letzten Klausur im Februar wird es soweit sein.

Die erste Woche werde ich mehr oder weniger allein verbringen, wobei ich mich jetzt schon auf die Erholung freue. Auch wenn ich etwas nervös bin, da mein Französisch alles andere als gut ist und man in arabischen Ländern mit guten Englisch-Kenntnissen meist nicht sehr weit kommt. Aber man wächst ja an seinen Aufgaben und solange ich nicht verhungere ist alles gut. Danach werden ein paar Kollegen aus Frankreich dazu stoßen und wir werden die restlichen zwei Wochen gemeinsam verbringen.

Was mich besonders freut, ist die Tatsache, dass ich somit das erste mal in meinem Leben an meinem Geburtstag nicht im winterlichen Deutschland sitzen und denken werde, wie schön es doch wäre, jetzt im Wasser zu sein. Stattdessen werde ich mich an der Nordwestküste Afrikas befinden und Wellenreiten.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Dec 10, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Dec 10, 2013

Medizin studieren

Und jetzt so richtig

Ich dachte, das Medizinstudium ist gar nicht so stressig wie immer sagen, aber inzwischen glaube ich es. Wenn man wirklich zu allen Veranstaltungen geht, sitzt man eigentlich von morgens bis abends in Chemie, Physik oder Anatomie. Dazu kommt ein Histologie-Seminar, in dem wir lernen, wie man mikroskopiert, ein Chemie-Praktikum, Terminologie und ein Bio-Praktikum.

Und weil das alles noch nicht reicht, schreiben wir in jedem Bio-Seminar noch ein Antestat, für das man eigentlich die ganze Woche lernen müsste. Gerade am Anfang bin ich total unsicher, wie viel ich dafür tun muss. Für das erste Antestat habe ich zu viel gelernt, weil ich nicht wirklich wusste, was man wissen muss.

Soweit so gut. Das ginge ja auch noch alles. Jetzt möchte ich aber ja nicht nur lernen, essen und schlafen, sondern auch noch Sport machen, Freunde treffen und das Leben genießen – aber dafür reicht die Zeit einfach nicht.

Inhaltlich ist das Medizinstudium (zumindest kommt es mir bis jetzt so vor) nicht so wahnsinnig schwierig, aber die Masse an auswendig zu lernenden Fakten kann einen schockieren.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Dec 2, 2013
Autor: Maja
Rubrik: studium
Dec 2, 2013

Medizin studieren

Panikmache

Wenn es Tipps gibt, die ich allen (angehenden) Medizinstudenten geben würde, dann sind es folgende: Unterhalte dich nicht mit deinen Kommilitonen über deren Lernpensum. Versuche auch sonst so wenig wie möglich über Medizin zu reden.

Wenn man nämlich anfängt, sich mit anderen zu vergleichen, kann man eigentlich nur schlechte Laune bekommen. Wenn man beispielsweise gerade dabei ist, die Muskulatur des Unterarms zu lernen und sich mit einem Kommilitonen unterhält, der sich gerade den Oberschenkel ins Hirn zu prügeln versucht, gehen beide geschwächt aus der Konversation heraus. Man denkt sich: „Ich kann ja gar nichts! Der lernt schon den Oberschenkel, während ich noch am Unterarm rumkrebse und absolut nichts über die untere Extremität weiß!“. Der andere verzweifelt indes vermutlich an der Tatsache, noch nichts über den Unterarm zu wissen.

Und dann sind da diejenigen, die versuchen, einem glaubhaft zu versichern, die 300 Muskeln, 150 Nerven und die dazugehörigen Funktionen, Topografie und dergleichen mehr wanderten nachts bequem von alleine in ihr Gehirn. Lernen? Nein, ich doch nicht!

Nicht ganz so schlimm, aber trotzdem anstrengend ist das genaue Gegenteil: Diejenigen, die einem erzählen, wie viel sie die ganze Zeit lernen und was sie schon alles können. Oder nicht können. Es ist nämlich geradezu fatal, die 500. Verzweigung des „nervus ischiadicus“ nicht zu kennen! Dieser Typus hat die Eigenschaft, dem Durchschnittsstudenten ein kolossal schlechtes Gewissen zu verpassen.

Deswegen ist es eigentlich ratsam, sofort wegzurennen und laut zu schreien, wenn die Unterhaltungen sich dem Thema Lernen nähern. Und das tun sie in den Klausurenphasen verdammt häufig.

Zugegeben, nicht sehr leicht umzusetzen, aber ich wette, dass es enorm nützlich sein könnte.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Nov 29, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Nov 29, 2013