interaktiv

Medizin studieren

Ärzte in sozialer Verantwortung

Autor:
Maja

Rubrik:
studium

17.12.2013

Das war ungefähr das Thema des Workshops, den ich letztes Wochenende besucht habe. Ich habe nämlich großes Glück mit dem Wahlfach „Medical Peace Work“. Es handelt sich dabei um einen Arbeitskreis der „International Physicians for the Prevention of Nuclear War“ (IPPNW), der jetzt aus einer Gruppe von Ärzten und Studierenden besteht. Um den Namen an heutige Probleme anzupassen, haben sie noch den Zusatz „Ärzte in sozialer Verantwortung“ dazu genommen.

Eine ganz spannende Organisation, über die ich noch vieles lernen will, weil ich dort, glaube ich, mal aktiv mitarbeiten will.

Beim Workshop hat ein Arzt aus Leipzig einen Vortrag über seinen Einsatz bei „Ärzte ohne Grenzen“ im Südsudan gehalten. Es war sehr spannend und manche Vorurteile, die ich gegenüber „Ärzte ohne Grenzen“ hatte, haben sich verflüchtigt. Aber mir ist mal wieder klar geworden, wie ambivalent ich die Einsätze von „Ärzte ohne Grenzen“ sehe. Sicherlich, bei manchen Projekten mag es sehr sinnvoll sein, zum Beispiel in Flüchtlingslagern direkt nach einer Katastrophe. Aber wenn das „Krankenhaus“ von „Ärzte ohne Grenzen“ mit der Zeit das staatliche Gesundheitssystem ersetzt und sich eine Abhängigkeit entwickelt, muss ich das einfach kritisch beurteilen. Außerdem fand ich es irgendwie komisch, dass die internationalen Gesundheitsarbeiter immer über den einheimischen Mitarbeitern stehen. Klar, das hat was mit der Ausbildung zu tun, aber trotzdem erzeugt das ein komisches Gefühl.

Der Vortrag und die anschließende Diskussion haben bei mir auf jeden Fall viel in Gang gebracht. Ich glaube, für mich wäre so ein Einsatz trotzdem nichts, weil ich mit so viel Stress und Verantwortung gar nicht umgehen könnte. Bist du nämlich der einzige Arzt vor Ort, bist du auch für alles verantwortlich – und zwar rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche. Und wenn du mal selber Ruhe brauchst, geht das auf Kosten deiner Patienten. Ein Konflikt, der schwierig zu lösen oder ertragen ist.

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