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Medizin studieren

Famulatur?!

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

07.04.2014

Für fast jeden Medizinstudenten gibt es drei Monate im Leben, auf die er meist nicht so gerne zurückblickt: Das vor dem Physikum zu absolvierende Pflegepraktikum. Fast alle haben schlechte Erinnerungen, weil man in diesen drei Monaten als meist unqualifizierte Arbeitskraft die die miesesten Jobs im Krankenhaus zu erledigen hat. Das bedeutet beispielsweise, endlose Zeiten im „Entsorgungs- und Fäkalienraum“ zu verbringen oder einfach nur Punching-Ball mancher gestresster Pflegekraft zu sein.

Viel besser wird dann häufig die Famulatur, ebenfalls ein Praktikum im Krankenhaus, allerdings nach bestandenem Physikum abzuleisten, sprich während des klinischen Studienabschnitts. Hier hat man mit der Pflege als solche dann wieder eher wenig zu tun, man schnuppert tatsächlich in ärztliche Tätigkeiten rein und begleitet die Ärzte. Oft lernt man dabei alltägliches Arzt-Handwerkszeug wie Blut abnehmen und Flexülen legen. Das sind die kleinen Venenkatheter, die Patienten im Krankenhaus meist in der Armbeuge und durch die Medikamente gegeben werden können.

Ursprünglich sollte ich für den letzten Teil meines Pflegepraktikums auf eine chirurgische Station. Aber es kommt ja doch immer alles anders, sodass ich letztlich einen Teil der Zeit in der Notaufnahme mithelfe. Das ist insofern richtig gut, als dass ich hier jetzt schon das Blut abnehmen und Flexülen legen lerne, also fast ein bis zwei Jahre früher als vorgesehen. Das ist natürlich um einiges interessanter als Betten zu beziehen und Hintern abzuwischen. Außerdem nehmen mich die Ärzte alle als Medizin-Studenten und nicht als Pflegekraft wahr. Das bedeutet, dass ich etwa zu Untersuchungen und Anamnese-Gespräche mitkommen darf, sie mich danach zur Seite nehmen und alles erklären. Das ist ein Privileg, welches ich durchaus zu schätzen weiß, denn selbst als Famulant wird einem, wie ich gehört habe, von den Ärzten meist weit weniger Zeit gewidmet.

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