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Medizin studieren

Tausend Gesichter

Nach einem relativ lernintensiven Wochenende war die Vorfreude auf das Praktikum umso größer. Und das ist tatsächlich ein Gefühl, das ich bislang noch nicht kannte: Vorfreude aufs Arbeiten! Bei allen bisherigen Ferien- und Nebenjobs – die Surferei beiseite gelassen – stellte sich nach spätestens einer Woche Routine ein. Umso besser, dass das hier in der Notaufnahme anders ist. Einen erheblichen Teil dazu bei trägt das junge, motivierte Team bei, das mich sofort in seinen Arbeitsalltag integriert hat. Ich darf immer mehr machen, und fast alle Ärzte nehmen mich zu Untersuchungen mit und erklären mir dabei sehr vieles.

Der einzige Nachteil an der Arbeit in der Notaufnahme ist, dass man die eingelieferten Leute maximal eine halbe Stunde zu Gesicht bekommt. Danach werden sie entweder wieder heimgeschickt oder eben auf Station gebracht. Das bedeutet, dass ich erstens selten die ganze Krankengeschichte und nachherige Behandlung miterlebe. Und zweitens hat es zur Konsequenz, dass ich circa 100 Nasen täglich sehe und den Überblick über Beschwerden, Namen und bereits Erledigtes des öfteren verliere!

Auf der anderen Seite sieht man in regelmäßigen Abständen die genau gleichen Leute immer wieder: Da die Wartezimmer bei Hausärzten häufig relativ voll sind, denken sich viele: „Mensch, die Notaufnahme, die behandelt einen doch immer sofort.“ Also rennen sie wegen jeder Kleinigkeit ins Krankenhaus und ärgern sich dann, wenn sie dort auch zwei Stunden lang warten müssen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Apr 15, 2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Apr 15, 2014

Medizin studieren

Pendelei

Ich mache mein Pflegepraktikum in einem Landkrankenhaus in Brandenburg. Deshalb heißt es jeden Morgen um sechs Uhr: aufstehen, ab ins Auto und dann erst mal 90 Kilometer in die Prärie düsen. Ich wohne nämlich bei meinem Vater in Dresden und pendle jeden Morgen mit ihm zusammen in die Klinik. Anfangs dachte ich noch, dass das ganz cool sei, da ich so endlich mal wieder regelmäßig zum Autofahren kommen würde. Aber weit gefehlt: Mit der Zeit stumpft man nämlich ziemlich ab. Die Fahrerei verbindet man automatisch mit Pflicht, frühem Aufstehen, Zeitdruck und Müdigkeit. Um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht, wie sich manche Leute noch weit längere Arbeitswege oder gar den Außendienst zumuten können. Die gut zwei Stunden, die ich täglich im Auto sitze, zahlt mir schließlich niemand.

Da kann die Arbeit noch so toll sein, ich glaube, auf Dauer werde ich mir einen Job suchen, den ich binnen zehn Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad erreichen kann. Das ist einfach ein ganz enormer Teil Lebensqualität, zumindest in meinen Augen.

Nichtsdestotrotz macht mir das Praktikum an sich nach wie vor unglaublich Spaß. Kommt Zeit – kommt Routine – kommt Verantwortung. Und die kann man nicht früh genug übernehmen, gerade als Arzt.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Apr 11, 2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Apr 11, 2014

Medizin studieren

Famulatur?!

Für fast jeden Medizinstudenten gibt es drei Monate im Leben, auf die er meist nicht so gerne zurückblickt: Das vor dem Physikum zu absolvierende Pflegepraktikum. Fast alle haben schlechte Erinnerungen, weil man in diesen drei Monaten als meist unqualifizierte Arbeitskraft die die miesesten Jobs im Krankenhaus zu erledigen hat. Das bedeutet beispielsweise, endlose Zeiten im „Entsorgungs- und Fäkalienraum“ zu verbringen oder einfach nur Punching-Ball mancher gestresster Pflegekraft zu sein.

Viel besser wird dann häufig die Famulatur, ebenfalls ein Praktikum im Krankenhaus, allerdings nach bestandenem Physikum abzuleisten, sprich während des klinischen Studienabschnitts. Hier hat man mit der Pflege als solche dann wieder eher wenig zu tun, man schnuppert tatsächlich in ärztliche Tätigkeiten rein und begleitet die Ärzte. Oft lernt man dabei alltägliches Arzt-Handwerkszeug wie Blut abnehmen und Flexülen legen. Das sind die kleinen Venenkatheter, die Patienten im Krankenhaus meist in der Armbeuge und durch die Medikamente gegeben werden können.

Ursprünglich sollte ich für den letzten Teil meines Pflegepraktikums auf eine chirurgische Station. Aber es kommt ja doch immer alles anders, sodass ich letztlich einen Teil der Zeit in der Notaufnahme mithelfe. Das ist insofern richtig gut, als dass ich hier jetzt schon das Blut abnehmen und Flexülen legen lerne, also fast ein bis zwei Jahre früher als vorgesehen. Das ist natürlich um einiges interessanter als Betten zu beziehen und Hintern abzuwischen. Außerdem nehmen mich die Ärzte alle als Medizin-Studenten und nicht als Pflegekraft wahr. Das bedeutet, dass ich etwa zu Untersuchungen und Anamnese-Gespräche mitkommen darf, sie mich danach zur Seite nehmen und alles erklären. Das ist ein Privileg, welches ich durchaus zu schätzen weiß, denn selbst als Famulant wird einem, wie ich gehört habe, von den Ärzten meist weit weniger Zeit gewidmet.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Apr 7, 2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Apr 7, 2014