interaktiv

Medizin studieren

Pendelei

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

11.04.2014

Ich mache mein Pflegepraktikum in einem Landkrankenhaus in Brandenburg. Deshalb heißt es jeden Morgen um sechs Uhr: aufstehen, ab ins Auto und dann erst mal 90 Kilometer in die Prärie düsen. Ich wohne nämlich bei meinem Vater in Dresden und pendle jeden Morgen mit ihm zusammen in die Klinik. Anfangs dachte ich noch, dass das ganz cool sei, da ich so endlich mal wieder regelmäßig zum Autofahren kommen würde. Aber weit gefehlt: Mit der Zeit stumpft man nämlich ziemlich ab. Die Fahrerei verbindet man automatisch mit Pflicht, frühem Aufstehen, Zeitdruck und Müdigkeit. Um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht, wie sich manche Leute noch weit längere Arbeitswege oder gar den Außendienst zumuten können. Die gut zwei Stunden, die ich täglich im Auto sitze, zahlt mir schließlich niemand.

Da kann die Arbeit noch so toll sein, ich glaube, auf Dauer werde ich mir einen Job suchen, den ich binnen zehn Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad erreichen kann. Das ist einfach ein ganz enormer Teil Lebensqualität, zumindest in meinen Augen.

Nichtsdestotrotz macht mir das Praktikum an sich nach wie vor unglaublich Spaß. Kommt Zeit – kommt Routine – kommt Verantwortung. Und die kann man nicht früh genug übernehmen, gerade als Arzt.

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