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Medizin studieren

Neue WG, neues Glück

Als ich letztes Semester nach Leipzig gezogen bin, hatte ich keine großen Wahlmöglichkeiten, wo ich hinziehe. Die Zusage für einen Medizinstudienplatz bekommt man meistens sehr kurzfristig, sodass mir von diesem Moment an bis zum Semesterbeginn nicht mehr allzu viel Zeit blieb, um die perfekte WG zu finden. Letzten Endes hat sich meine erste WG in den Semesterferien aufgelöst, und ich bin vor ein paar Wochen aus Leipzigs Süden in den Osten gezogen.

Die Südvorstadt beherbergt Leipzigs kommerziellere Kneipenmeile, während der Osten eher auf eine charmante Art und Weise heruntergekommen ist. Das ist ganz wunderbar so, denn die Mieten sind entsprechend billig. Für dasselbe Geld fahre ich jetzt statt drei Kilometer nur noch einen halben Kilometer zur Uni und bewohne statt 13 Quadratmetern im Plattenbau ganze 18 im Altbau. Es gibt zwar in Leipzig noch krassere, bezahlbare WG-Paläste, aber für 200 Euro warm passt das ganz hervorragend.

Was ja bei einer WG eigentlich noch viel interessanter ist, sind die Mitbewohner. Und die sind Spitzenklasse. Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich sowohl über die Seite WG-gesucht von dem freien Zimmer wusste, als auch von dem Freund, der dort auszog. Inzwischen haben sich diverse andere Kreise geschlossen: Es hat sich herausgestellt, dass meine Lieblingskommilitonin sehr dick mit einer der besten Freundinnen meiner beiden Mitbewohner befreundet ist. Und die Tutorin meines Wahlfachs, mit der ich letztens Kaffee trinken war, die Freundin desjenigen Freundes ist, der aus meinem Zimmer ausgezogen ist. So klein ist Leipzig!

Jedenfalls fühle ich mich bei so vielen gemeinsamen Freunden schon ganz heimisch. Das liegt aber auch sicherlich daran, dass meine beiden Mitbewohner einfach super nett sind und die Wohnung hübsch. Wir haben sogar einen Balkon, einen Garten und eine Katze.

Weil meine Mitbewohnerin Geburtstag hatte – und auch weil ich neu eingezogen war –, haben wir vor zwei Wochen eine kleine, aber feine WG-Party gefeiert. Unser Motto hatte irgendwas mit Bösewichten zu tun, und wir haben uns alle wild geschminkt und verkleidet. Es war wirklich ein schöner Abend, und ich hoffe, wir werden jetzt nicht von den Nachbarn rausgeschmissen, wenn wir in zwei Wochen schon wieder eine Party zu meinem Geburtstag schmeißen.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Apr 16, 2014
Autor: Maja
Rubrik: studium
Apr 16, 2014

Medizin studieren

Tausend Gesichter

Nach einem relativ lernintensiven Wochenende war die Vorfreude auf das Praktikum umso größer. Und das ist tatsächlich ein Gefühl, das ich bislang noch nicht kannte: Vorfreude aufs Arbeiten! Bei allen bisherigen Ferien- und Nebenjobs – die Surferei beiseite gelassen – stellte sich nach spätestens einer Woche Routine ein. Umso besser, dass das hier in der Notaufnahme anders ist. Einen erheblichen Teil dazu bei trägt das junge, motivierte Team bei, das mich sofort in seinen Arbeitsalltag integriert hat. Ich darf immer mehr machen, und fast alle Ärzte nehmen mich zu Untersuchungen mit und erklären mir dabei sehr vieles.

Der einzige Nachteil an der Arbeit in der Notaufnahme ist, dass man die eingelieferten Leute maximal eine halbe Stunde zu Gesicht bekommt. Danach werden sie entweder wieder heimgeschickt oder eben auf Station gebracht. Das bedeutet, dass ich erstens selten die ganze Krankengeschichte und nachherige Behandlung miterlebe. Und zweitens hat es zur Konsequenz, dass ich circa 100 Nasen täglich sehe und den Überblick über Beschwerden, Namen und bereits Erledigtes des öfteren verliere!

Auf der anderen Seite sieht man in regelmäßigen Abständen die genau gleichen Leute immer wieder: Da die Wartezimmer bei Hausärzten häufig relativ voll sind, denken sich viele: „Mensch, die Notaufnahme, die behandelt einen doch immer sofort.“ Also rennen sie wegen jeder Kleinigkeit ins Krankenhaus und ärgern sich dann, wenn sie dort auch zwei Stunden lang warten müssen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Apr 15, 2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Apr 15, 2014

Medizin studieren

Pendelei

Ich mache mein Pflegepraktikum in einem Landkrankenhaus in Brandenburg. Deshalb heißt es jeden Morgen um sechs Uhr: aufstehen, ab ins Auto und dann erst mal 90 Kilometer in die Prärie düsen. Ich wohne nämlich bei meinem Vater in Dresden und pendle jeden Morgen mit ihm zusammen in die Klinik. Anfangs dachte ich noch, dass das ganz cool sei, da ich so endlich mal wieder regelmäßig zum Autofahren kommen würde. Aber weit gefehlt: Mit der Zeit stumpft man nämlich ziemlich ab. Die Fahrerei verbindet man automatisch mit Pflicht, frühem Aufstehen, Zeitdruck und Müdigkeit. Um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht, wie sich manche Leute noch weit längere Arbeitswege oder gar den Außendienst zumuten können. Die gut zwei Stunden, die ich täglich im Auto sitze, zahlt mir schließlich niemand.

Da kann die Arbeit noch so toll sein, ich glaube, auf Dauer werde ich mir einen Job suchen, den ich binnen zehn Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad erreichen kann. Das ist einfach ein ganz enormer Teil Lebensqualität, zumindest in meinen Augen.

Nichtsdestotrotz macht mir das Praktikum an sich nach wie vor unglaublich Spaß. Kommt Zeit – kommt Routine – kommt Verantwortung. Und die kann man nicht früh genug übernehmen, gerade als Arzt.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Apr 11, 2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Apr 11, 2014