interaktiv

Medizin studieren

Tausend Gesichter

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

15.04.2014

Nach einem relativ lernintensiven Wochenende war die Vorfreude auf das Praktikum umso größer. Und das ist tatsächlich ein Gefühl, das ich bislang noch nicht kannte: Vorfreude aufs Arbeiten! Bei allen bisherigen Ferien- und Nebenjobs – die Surferei beiseite gelassen – stellte sich nach spätestens einer Woche Routine ein. Umso besser, dass das hier in der Notaufnahme anders ist. Einen erheblichen Teil dazu bei trägt das junge, motivierte Team bei, das mich sofort in seinen Arbeitsalltag integriert hat. Ich darf immer mehr machen, und fast alle Ärzte nehmen mich zu Untersuchungen mit und erklären mir dabei sehr vieles.

Der einzige Nachteil an der Arbeit in der Notaufnahme ist, dass man die eingelieferten Leute maximal eine halbe Stunde zu Gesicht bekommt. Danach werden sie entweder wieder heimgeschickt oder eben auf Station gebracht. Das bedeutet, dass ich erstens selten die ganze Krankengeschichte und nachherige Behandlung miterlebe. Und zweitens hat es zur Konsequenz, dass ich circa 100 Nasen täglich sehe und den Überblick über Beschwerden, Namen und bereits Erledigtes des öfteren verliere!

Auf der anderen Seite sieht man in regelmäßigen Abständen die genau gleichen Leute immer wieder: Da die Wartezimmer bei Hausärzten häufig relativ voll sind, denken sich viele: „Mensch, die Notaufnahme, die behandelt einen doch immer sofort.“ Also rennen sie wegen jeder Kleinigkeit ins Krankenhaus und ärgern sich dann, wenn sie dort auch zwei Stunden lang warten müssen.

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