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Medizin studieren

Körperspender

Wie bereits das ein oder andere mal erwähnt, war der Präparierkurs, also makroskopische Anatomie, ein sehr wesentlicher Bestandteil des zweiten Semesters. Dass dieser Kurs damit einherging, die Körper toter Menschen, sogenannter Körperspender, zu präparieren, lapidar „auseinanderzunehmen“, dürfte wohl auch klar geworden sein. Was genau das allerdings tatsächlich für die Verstorbenen und deren Angehörige sowie uns Studenten bedeutete, vor allem auf emotionaler Ebene, ist etwas schwieriger zu vermitteln.

Am einfachsten dürfte es wohl für uns Studenten gewesen sein, schließlich waren die Körperspender für uns ab einem Gewissen Zeitpunkt mehr oder weniger Objekte, an denen wir lernen mussten. Das klingt hart, aber wir empfanden die Situation irgendwann als normal. Zu Beginn war es noch sehr krass, in einen Raum mit 20 nackten, toten Menschen gehen zu müssen und das Skalpell anzulegen. Für viele von uns war es die erste Konfrontation mit dem Tod. Entsprechend schlug sich das anfangs auch auf unsere Stimmung nieder. Doch mit der Zeit lernten wir, uns von diesem Eindruck zu distanzieren, um objektiv und möglichst gut unsere Arbeit verrichten zu können. In gewisser Weise sind wir es den Körperspendern nämlich auch schuldig, deren „Opfer“ würdig zu schätzen.

Etwas schwieriger ist es vermutlich für die Verstorbenen selbst. Die Frage, ob man damit leben kann, dass der eigene Körper nach dem Ableben auseinandergenommen wird, muss man sich schon sehr ernsthaft stellen. Und es gibt eine Menge Leute, die so etwas niemals tun würden. Umso mehr Dankbarkeit und Wertschätzung gebührt also den Körperspendern, die die Ausbildung zukünftiger Ärzte und die Forschung unterstützen.

Am schwierigsten ist es bestimmt für die Angehörigen. Nach dem Tod eines geliebten Menschen zwei, manchmal bis zu vier Jahre auf die tatsächliche Bestattung warten zu müssen, ist wohl für viele eine ungeheure Belastung. Das Fehlen eines Grabes, der noch nicht vollzogene endgültige Abschied – ich stelle mir das extrem hart vor. Entsprechend gebührt auch den Angehörigen enormer Dank und Respekt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jun 19, 2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jun 19, 2014

Medizin studieren

Soll ich Psychologie studieren?

Wie schon angekündigt, habe ich einen meiner Kurse, den Präpkurs, der ungefähr die Hälfte meiner momentanen Wochenstunden ausmacht, auf nächstes Jahr verschoben. Jetzt habe ich genug Zeit, um mir zu überlegen, ob ich weiter Medizin studieren oder doch zu einem anderen Studiengang wechseln sollte. Deswegen bin ich zunächst zu einem Studieninformationstag der Uni Leipzig gegangen und habe mir Vorträge über Deutsch als Fremdsprache, Geographie, Psychologie, Soziologie und Physik angehört. Ihr seht schon, eine klare Interessenslinie gibt es nicht. Am liebsten würde ich mal wieder alles studieren und dabei trotzdem noch viel Freizeit haben und danach einen interessanten und sicheren Job mit Menschenkontakt finden. Vielleicht ein bisschen unrealistisch.

Besonders interessant hörte sich Psychologie an, weil es viel mehr ist, als nur psychische Krankheiten zu lindern. Diese Vorstellung hatte ich immer so ein bisschen, weil meine Mutter psychologische Psychotherapeutin ist. Das hatte mich nur so mittelmäßig gereizt, aber vielleicht auch, weil ich nicht genau dasselbe wie meine Mutter machen wollte. Es geht bei Psychologie aber eben nicht nur um die Lehre von psychischen Krankheiten. Es gibt Richtungen wie Arbeits- und Organisationspsychologie, Umweltpsychologie und Sozialpsychologie. Außerdem hat man viel Statistik.

Praktischerweise ist mein Mitbewohner in diesem Fach eingeschrieben und konnte mir ein bisschen erzählen, was spannend ist und was er eher als nicht so toll einschätzt. Man muss wohl – ähnlich wie bei Medizin – sehr viel auswendig lernen, aber auf der andern Seite werden die Fakten wohl in den Vorlesungen zumindest ein bisschen kritisch betrachtet. Davon konnte ich mich überzeugen, als ich ihn in den vergangenen Wochen häufiger zu Veranstaltungen begleitete. Ich fand die Inhalte recht spannend und die Art der Wissensvermittlung angenehm. Die Dozenten haben häufig Fragen gestellt und sich auch über den Dialog mit den Studenten gefreut. Zudem sind die Kurse deutlich kleiner. In Medizin saß ich in 360-Personen-Veranstaltungen, hier sind es nur 60. Besonders interessant an Psychologie finde ich, dass es der Schnittpunkt zwischen Mensch und Wissenschaft, sozialem Verhalten und Naturwissenschaft ist.

Wie ihr vielleicht festgestellt habt, bin ich gerade ganz begeistert, aber bei mir ändert sich zur Zeit die Vorstellung von Studium und Leben täglich. Ich bin selbst gespannt, was ich letzten Endes mal machen werde.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Jun 19, 2014
Autor: Maja
Rubrik: studium
Jun 19, 2014

Medizin studieren

Wohnungssuche

Nach einem guten Jahr fällt mir in meinem kleinen WG-Zimmer nun die Decke auf den Kopf. An sich ist es ja schön, bei Außentemperaturen nahe der 30 Grad-Marke ein Zimmer zu bewohnen, in dem angenehme 19 Grad herrschen. Aber andererseits würde ich gern einen Schrank aufstellen und zum Liegestützen machen nicht immer das halbe Zimmer umräumen. Deswegen habe ich beschlossen, mich auf Wohnungssuche zu begeben.

Man nenne mich naiv, aber ich habe gedacht, das sei eine Sache von maximal ein paar Wochen. Aber es kommt ja doch immer anders als erwartet. Entweder die Mieten sind so exorbitant hoch, dass das eine geplante zweier-WG in den Ruin treiben würde, oder es hapert an anderen Dingen.

Beispielsweise unpassende Raumaufteilung: Mein zukünftiger Mitbewohner und ich verstehen uns zwar gut, aber zum Kochen wollte ich dann doch nicht sein Zimmer okkupieren müssen. Ziemlich oft bekamen wir auch zu hören: „Nee, sorry, WG is’ hier nicht gewünscht!“ Ich frage mich so langsam echt, was in anderen WGs so alles abgehen muss, dass sich bei Vermietern ein derart schlechtes Bild vom netten Zusammenleben unter Kumpels eingeprägt hat. Aber was soll’s? Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jun 3, 2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jun 3, 2014